Governance
Clementine Nantore (l), Krankenschwester und HIV-Beauftragte im kongolesischen Minembwe, tauscht sich mit Oxfam-Projekt-Referentin Reinhild Schumacher (r) aus. Ihre Ausbildung hat sie an der von Oxfam unterstützten Isoko-Schule absolviert. © Stefanie Beck/Oxfam Deutschland

Governance

Grundsätze unserer Arbeit

Unsere Verantwortung, transparent zu handeln, ist groß. Deshalb legen wir regelmäßig Rechenschaft ab: gegenüber den Menschen, die wir unterstützen und denjenigen, die uns unterstützen; im Austausch mit unseren lokalen Partnerorganisationen ebenso wie innerhalb des internationalen Oxfam-Verbunds und unseren Mitarbeiter/innen gegenüber. Für nachhaltige Erfolge stützen wir uns bei unserer Arbeit auf die folgenden Grundsätze.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Menschen weltweit
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In Nothilfe- und Entwicklungsprojekten kooperiert Oxfam mit lokalen Partnern: Verbände, Vereine oder Initiativen, die eng in die Strukturen vor Ort eingebunden sind und sich für die gleichen Ziele wie wir einsetzen.

Unsere Partner initiieren und entwickeln ihre Projekte selbst innerhalb des strategischen Rahmens von Oxfams Arbeit. Dies geschieht unter Einbindung der betroffenen Bevölkerung, denn niemand weiß besser, welche Maßnahmen und Kapazitäten vor Ort gebraucht werden. Von uns erhalten Partnerorganisationen neben finanziellen Mitteln auch Unterstützung beim Projektmanagement oder beim Verfassen von Anträgen und Berichten.

Über die Jahre hat Oxfam Deutschland vertrauensvolle Arbeitsbeziehungen zu Partnerorganisationen in Ländern Afrikas und Asiens aufgebaut. Aus einzelnen Projekten werden längerfristig Programme, die sich in Oxfams internationale Arbeit integrieren. Kapazitätsaufbau und die Fähigkeit, gemeinsam mehr zu erreichen, gehen dabei Hand in Hand.

Für unsere entwicklungspolitische Arbeit gehen wir Partnerschaften und Bündnisse mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in reichen wie in armen Ländern ein, um mit vereinter Kraft noch größere Wirkung zu erzielen.

Auflistung unserer Partner

Monitoring, Evaluierung und Lernen
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Den Einsatz von Monitoring, Evaluierung und institutionellem Lernen (MEL), um den Fortgang unserer Arbeit systematisch zu überprüfen und ihre Wirkung nachzuweisen, bauen wir fortwährend auf allen Ebenen aus. Als kontinuierliche, integrierte Elemente in der Entwicklung unserer Programmstrategien werden sie bereits in der Planungsphase mitgedacht. Klar formulierte Ziele stellen die Basis für ein gut funktionierendes Monitoring- und Evaluationssystem dar.

Auf externer Ebene trägt MEL zum Erfolg und zur Nachhaltigkeit von Aktivitäten bei und liefert Methoden, die Auswirkungen von Maßnahmen auszuwerten. Auf der Organisationsebene hilft ein prozessorientiertes MEL-System, die verschiedenen Bereiche unserer Arbeit zu koordinieren. Ziel ist zudem, aus den gemachten Erfahrungen zu lernen, unsere Arbeitshypothesen zu überprüfen und kontinuierlich anzupassen sowie Lernprozesse innerhalb der Organisation anzustoßen.

Durch konstantes Monitoring unserer Programme stellen wir fest, ob die gewünschten Veränderungen eintreten, sodass bei Bedarf Aktivitäten angepasst werden können. Auf diese Weise sammeln wir wertvolle Erfahrungen darüber, welche Maßnahmen in welchem Kontext wirksam sind.

Zentral für das Monitoring von Projekten ist ein regelmäßiger Austausch mit unseren Partnerorganisationen, der Besuche vor Ort einschließt. Gemeinsam formulieren wir Kriterien, mit denen wir die geleistete Arbeit beurteilen können und beraten unsere Partner bei der Planung und Implementierung von Maßnahmen.

Auch unsere Kampagnen überprüfen wir regelmäßig. Für die weltweite „Mahlzeit!“-Kampagne findet ein fortwährender MEL-Prozess auf nationaler und auf Verbundsebene statt, sodass die unterschiedlichen nationalen Teams ihre Ergebnisse teilen und auch voneinander lernen können.

Evaluationen werden zum einen intern vorgenommen, teilweise in Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedern des Oxfam-Verbunds, zum anderen werden externe Gutachten erstellt. Intern erfahren wir beispielsweise durch eine Auswertungen der Resonanz auf unsere Kampagnen, welche Aktionsformen die besten Ergebnisse bringen. Wirkungsanalysen prüfen, wie effektiv unsere Strategien, Partnerschaften und Medienarbeit sind, und zeigen, ob die gewünschten Erfolge nachhaltig erreicht wurden. Der Austausch dieser Erfahrungen mit anderen Oxfam-Organisationen hilft uns, noch effektiver und effizienter zu planen.

Externe Evaluationen von Projekten finden entweder nach Ablauf der ersten Phase oder am Ende eines Projektes statt. Wesentlich ist hierbei, die Perspektiven aller Beteiligten einzubeziehen und Raum für Reflektion und gemeinsames Lernen zu schaffen.

Vorsorge gegen finanzielle und operationale Risiken
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Ein deutschlandweites, stetig wachsendes Netz an Oxfam Shops sowie innovative Fundraising-Instrumente tragen als zuverlässige Einnahmequellen zu einer stabilen finanziellen Situation Oxfam Deutschlands bei. Den dritten Finanzierungspfeiler bildet das institutionelle Fundraising, das sich um die Bereitstellung von externen Zuwendungen kümmert. Die Zugehörigkeit zum internationalen Verbund Oxfam gibt uns zusätzliche Sicherheit.

Regelmäßige Reisen in die Projektgebiete sowie ein steter Informationsaustausch mit unseren Partnerorganisationen und innerhalb des Oxfam-Verbunds stellen sicher, dass wir über die Entwicklungen vor Ort stets auf dem Laufenden sind. So können wir Risiken rechtzeitig abschätzen und auf Veränderungen schnell und angemessen reagieren. Dies ist wichtig, da insbesondere in Krisengebieten externe Risiken schwer zu kalkulieren sind. Um auf unerwartete Ereignisse flexibel reagieren zu können, planen wir Budget-Reserven ein.

Auch die Nachhaltigkeit von Entwicklungsprojekten ist durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen und den Menschen vor Ort am besten gewährleistet. Von Anfang an geplante Ausstiegsstrategien sichern die erfolgreiche schrittweise Übergabe von Projekten an unsere Partnerorganisationen.

Effiziente Verwendung der uns anvertrauten Mittel
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Oxfam Deutschland unterzieht sich nicht nur jährlich der Prüfung des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) – bei der Rechenschaftslegung halten wir uns außerdem an den Verhaltenskodex des entwicklungspolitischen Dachverbands VENRO und an die Charta der Rechenschaftspflichten der Internationalen Nichtregierungsorganisationen (INGO-Charta). Ein System von internen und externen Mechanismen kontrolliert den wirtschaftlichen und transparenten Einsatz der uns anvertrauten Mittel:

Für Verantwortlichkeiten und Zeichnungsbefugnisse gelten klare Regeln. So unterliegen alle Ausgaben und Zahlungen uneingeschränkt dem Vier-Augen-Prinzip. Richtlinien und Arbeitsanweisungen stellen die Einhaltung der vorgeschriebenen Abläufe sicher.

Dank einer differenzierten Kostenrechnung können wir die Aufwendungen und Erträge den einzelnen Bereichen zuordnen und Auswertungen über den aktuellen Finanzstatus der Organisation und einzelner Vorhaben erstellen.

Der Verein stellt jährlich ein detailliertes Budget für das Folgejahr auf, das vom Vorstand genehmigt und von der Mitgliederversammlung bestätigt werden muss. Im laufenden Geschäftsjahr berichtet die Geschäftsführung quartalsweise zur finanziellen Situation und inhaltlichen Arbeit an den Vorstand. Der Jahresabschluss des Vereins wird durch eine renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.

Innerhalb des internationalen Oxfam-Verbunds erfolgen regelmäßig Peer Reviews, eine sorgfältige und detaillierte Prüfung des kompletten Finanzmanagements der Mitgliedsorganisationen untereinander. 2012 hat Oxfam Frankreich einen solchen Review für Oxfam Deutschland erstellt und ist abschließend zu einer sehr positiven Beurteilung gelangt.

Eine gemeinsame Dokumentationsstruktur (CONSOL) definiert die Standards, nach denen alle nationalen Oxfams und das Oxfam International-Sekretariat ihre Finanzberichte erstellen. So sind größtmögliche Transparenz über den gesamten Verbund hinweg und eine optimale Rechenschaftslegung gesichert.

Mehr zu unserer Rechenschaftslegung

Sorgfältiger Umgang mit Daten
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Um den verantwortungsvollen und transparenten Umgang sowohl mit Spenden als auch mit den persönlichen Daten unserer Spender/innen und Unterstützer/innen sowie ehrenamtlichen und festangestellten Mitarbeiter/innen zu sichern, wird Oxfam Deutschland von einem externen Datenschutzbeauftragten betreut. Er überwacht die Einhaltung des Bundesdatenschutzgesetzes, schult unsere Mitarbeiter/innen und berät uns bei allen Aktivitäten, die personenbezogene Daten betreffen.

Verantwortung fängt vor unserer Haustür an.

Umwelt- und Klimaschutz
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Der CO2-Verbrauch von Oxfam Deutschland wird jährlich im Rahmen des Oxfam-weiten Carbon Footprint Reports überprüft. Unser Ziel ist es, unseren ökologischen Fußabdruck weiter nachhaltig zu verringern. Folgende Maßnahmen werden hierzu bereits ergriffen:

  • In unseren Geschäftsstellen in Berlin und Frankfurt und in sämtlichen Oxfam Shops nutzen wir ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Hierzu besitzen wir das Zertifikat eines Ökostrom-Anbieters, der ausschließlich „sauberen“ Strom im Angebot hat.
  • Bei Reisen nutzen wir das Flugzeug nur, wenn andere Transportarten zeitlich unvertretbar aufwändig wären. In solchen Fällen kann als Ausgleich für das Wiederaufforstungs-Projekt in der DR Kongo gespendet werden.
  • Mehr als 90 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß zur Arbeit; weniger als zehn Prozent nutzen dazu regelmäßig das Auto.
  • Auch das Konzept der Oxfam Shops trägt zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei, da die verkauften Sachspenden im Verwertungskreislauf bleiben, statt auf dem Müll zu landen.
Nachhaltige Beschaffung
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Bei Ausstattung und Betrieb unserer Geschäftsstellen und Shops bevorzugen wir fair gehandelte Produkte und Lebensmittel aus ökologischem Anbau. Gedruckt wird auf Recyclingpapier.

Ethisches Fundraising
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Bei wesentlichen Spenden von Unternehmen überprüfen wir die sozialen und ökologischen Bedingungen, unter denen ihre Produkte hergestellt und vertrieben werden. Wir nehmen solche Spenden nur von Unternehmen an, deren Firmenpolitik sich nicht negativ auf die Situation von Menschen in armen Ländern auswirkt oder unseren Werten in sonstiger Weise entgegensteht.

Soziale Verantwortung
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Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bieten wir familienfreundliche, flexible Arbeitszeiten und Regelungen, welche die Kinderbetreuung erleichtern. Über das Gehalt hinaus leisten wir betriebliche Altersvorsorge.

In den Führungspositionen von Verein und GmbH sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind Frauen deutlich in der Überzahl. In den Kontrollorganen von Verein und GmbH bemühen wir uns um ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Bei Einstellungen sind wir um die Teilhabe gesellschaftlicher Minderheiten bedacht. In unseren Personalauswahlgremien sind stets beide Geschlechter vertreten.

Gehaltsstruktur
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Bruttogehälter/Monat in Euro – gültig seit 1. Januar 2014
Gehaltsgruppe Eingruppierte Stellen Untergrenze Obergrenze
11 Team-Assistenzen 2.242 2.740
12 Assistenzen, Sachbearbeiter/innen 2.497 3.052
13 Hauptsachbearbeiter/innen 2.706 3.662
14 Fachliche Koordinator/innen 2.992 4.048
15 Referent/innen in GmbH, mittlere Leitungsfunktionen in GmbH und Verein 3.401 5.102
16 Referent/innen im Verein, mittlere Leitungsfunktionen in Verein 3.764 5.645
17 Bereichsleitungen in GmbH und Verein 4.427 5.990
18 Bereichsleitungen im Verein 5.142 6.284

Im Wirtschaftsjahr 2012 betrugen die Bruttobezüge der Vereins-Geschäftsführerin 75.000 €.

Gruppen: