Entwicklungszusammenarbeit spielt eine wichtige Rolle dabei, die weltweite Armut zu überwinden und die Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu verwirklichen. Die armen Länder stehen dabei vor der Aufgabe, nachhaltige und Erfolg versprechende Armutsbekämpfungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Diese Strategien bedürfen der Unterstützung durch die reichen Länder, den Gebern von Entwicklungshilfe. Denn insbesondere in den ärmsten Entwicklungsländern sind die Herausforderungen zu groß, als dass sie diese allein bewältigt können. Das heißt für die Gebergemeinschaft: Sie muss die Entwicklungshilfe erhöhen und die Gelder zielgenauer und damit besser einsetzen. Dies gilt auch für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.
Mittel für Entwicklungsfinanzierung zu gering
Gemessen an den zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele nötigen Mittel sind die Leistungen Deutschlands, wie die vieler anderer Gebernationen auch, noch immer zu gering: Bereits 1970 haben sich die reichen Länder vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen dazu bereiterklärt, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe aufzubringen. Deutschland hat diesen Wert niemals erreicht, im Jahr 2008 lagen die öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bei 0,38%. Entsprechend des 2005 verabschiedeten EU-Stufenplans zur Erhöhung der Entwicklungshilfe müssten die deutschen Leistungen bis zum Jahr 2010 auf 0,51% und bis spätestens 2015 auf 0,7% angehoben werden - wie dies erreicht werden soll, ist derzeit nicht erkennbar.
Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit muss verbessert werden
Zudem ist eine der wesentlichen Aufgaben, die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern. Hierfür gilt es, die Abstimmung und Arbeitsteilung unter den Gebern zu erhöhen und die Eigenverantwortung der Partnerländer für ihre Entwicklung zu stärken, insbesondere in zentralen Bereichen der Armutsbekämpfung wie der Entwicklung des ländlichen Raums und sozialen Grunddienstleistungen wie Gesundheitsfürsorge und Bildung. Denn der Entwicklung tragfähiger Gesundheits- und Bildungssysteme fällt bei der Bekämpfung der Armut eine Schlüsselrolle zu.
Ein wesentliches Hindernis beim Aufbau dieser Systeme ist der in vielen armen Ländern zu beobachtende Fachkräftemangel. Vielfach fehlen Ärztinnen, Ärzte, Krankenpflegekräfte und Lehrer/innen. Um diese Fachkräfte auszubilden und beschäftigen zu können, sollte Entwicklungszusammenarbeit auch verstärkt in Form von Budgethilfe geleistet werden, die von der Empfängerregierung flexibel gemäß den eigenen Prioritäten eingesetzt werden kann. Um den Partnerländern die nötige Planungssicherheit zu geben, sollten die Zuwendungen zudem verlässlich und langfristig erfolgen.





