Mehr und bessere Entwicklungshilfe!
Kleiner Junge spielt am Brunnen
Durch den Bau eines Brunnens in Dargalar 2010 haben die 400 Bewohner des Dorfes in Aserbaidschan nun Zugang zu Trinkwasser. © David Levene
Foto: Frauen in Workshop in Sri Lanka
Entwicklungshilfe ermöglicht Frauen in Sri Lanka sich in Workshops weiterzubilden und einen Weg aus der Armut zu finden. © Howard Davies
Mädchen, die an einem Hygieneprogramm Oxfams teilnehmen
Aufklärungsprogramme zum Thema Hygiene tragen zur Sicherung der Gesundheit von Menschen in Krisengebieten bei. © Timothy Allen
  • 1
  • 2
  • 3

Mehr und bessere Entwicklungshilfe!

Die Herausforderungen, vor denen Entwicklungsländer stehen, sind groß. Die Regierungen armer wie reicher Länder stehen hier in der Verantwortung: Zum einen gilt es, faire Handelsregeln zu etablieren. Um die Armut zu bekämpfen, ist es darüber hinaus wichtig, dass arme Länder ihre Regierungsstrukturen verbessern sowie nachhaltige Armutsbekämpfungsstrategien entwickeln und umsetzen.

Reiche Länder müssen diese Strategien unterstützen – in Form höherer Entwicklungshilfe und einer wirksameren Zusammenarbeit. Nur so kann es gelingen, in armen Ländern tragfähige Gesundheits- und Bildungssysteme zu schaffen und damit die Voraussetzungen für Entwicklung zu verbessern.

Unterstützen Sie unsere Kampagnenarbeit mit Ihrer Spende!

Gruppen:
23 | April | 2013
Die britische Regierung klagt beim Europäischen Gerichtshof gegen die geplante Finanztransaktionssteuer. Paradoxerweise prangert sie damit eine Art der Besteuerung an, die sie selbst schon seit Langem praktiziert.
05 | April | 2013
Reiche Länder haben 2012 die Entwicklungshilfe weiter gekürzt. Für viele Menschen in armen Ländern erschwert das den Zugang zu Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Das geht auch anders!
26 | März | 2013
Die britische Regierung hat angekündigt, ihre internationalen Versprechen einzulösen: Trotz schwieriger Wirtschaftslage wird Großbritannien in diesem Jahr 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklung ausgeben. Damit ist Großbritannien das erste G8-Land, das dieses Ziel erreichen wird. Die Bundesregierung hingegen scheint sich mit dem Eckwertebeschluss zum Bundeshaushalt 2014 vergangene Woche wohl endgültig von ihrer globalen Verantwortung verabschieden zu wollen.
22 | März | 2013
Am 21. März hatte Oxfam Deutschland im Rahmen der Kampagne „Steuer gegen Armut“ hohen Besuch: Der Alt-Erzbischof von Kapstadt und Nachfolger Desmond Tutus, Njongonkulu Ndungane, traf auf seiner Deutschlandreise neben Robin Hood auch hochrangige Politiker/innen, darunter Entwicklungsminister Dirk Niebel und den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. Auf dem Besuchsprogramm standen außerdem Termine im Kanzleramt und im Bundestag. In den Gesprächen ging es auch um die Möglichkeit, Einnahmen aus der beschlossenen Finanztransaktionssteuer (FTS) zur Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen.
12 | März | 2013
Wer würde nicht gerne einmal Besuch von Robin Hood und seinen „merry men“ bekommen? Vertreter/innen fast aller Parteien hatten in den letzten Wochen die Ehre.
19 | Februar | 2013
Kaum hat die EU-Kommission ihren überarbeiteten Gesetzesentwurf zur Finanztransaktionssteuer vorgelegt, regt sich der erwartete Widerstand bei den Kritikern der Steuer. Dabei werden nach wie vor die gleichen, längst überholten Scheinargumente bemüht.
12 | Februar | 2013
Seit Anfang des Jahres ist es beschlossene Sache: Die Finanztransaktionssteuer (FTS) wird in zunächst elf europäischen Ländern eingeführt. Die Kampagne „Steuer gegen Armut“ hat zu dieser erfreulichen Entwicklung einen entscheidenden Beitrag geleistet.
22 | Januar | 2013
Schwere Geburt geglückt: Die Finanztransaktionssteuer (FTS) ist beschlossen. Die europäischen Finanzminister haben bei ihrem Treffen in Brüssel über die FTS abgestimmt.
18 | Januar | 2013
43 Seiten füllen die Namen von Tausenden Bürgerinnen und Bürgern, die einen gemeinsamen Brief von Oxfam und den Toten Hosen an die im Bundestag vertretenen Parteien unterschrieben haben. Gemeinsam fordern sie im Wahljahr 2013 eine „Steuer gegen Armut“.
19 | November | 2012
Fast 40 Prozent der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu hygienischen Toiletten. Rund 1,1 Milliarden Menschen haben gar keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen und sind gezwungen, ihre Notdurft in einfachen Löchern oder in Straßengräben zu verrichten.

Entwicklungszusammenarbeit spielt eine wichtige Rolle dabei, die weltweite Armut zu überwinden und die Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu verwirklichen. Die armen Länder stehen dabei vor der Aufgabe, nachhaltige und Erfolg versprechende Armutsbekämpfungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Diese Strategien bedürfen der Unterstützung durch die reichen Länder, den Gebern von Entwicklungshilfe. Denn insbesondere in den ärmsten Entwicklungsländern sind die Herausforderungen zu groß, als dass sie diese allein bewältigt können. Das heißt für die Gebergemeinschaft: Sie muss die Entwicklungshilfe erhöhen und die Gelder zielgenauer und damit besser einsetzen. Dies gilt auch für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.

Mittel für Entwicklungsfinanzierung zu gering

Gemessen an den zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele nötigen Mittel sind die Leistungen Deutschlands, wie die vieler anderer Gebernationen auch, noch immer zu gering: Bereits 1970 haben sich die reichen Länder vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen dazu bereiterklärt, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe aufzubringen. Deutschland hat diesen Wert niemals erreicht, im Jahr 2011 lagen die öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bei 0,4% (Stand: April 2012). Entsprechend des 2005 verabschiedeten EU-Stufenplans zur Erhöhung der Entwicklungshilfe hätten die deutschen Leistungen bis zum Jahr 2010 auf 0,51% angehoben werden müssen und müssten bis spätestens 2015 auf 0,7% anwachsen - wie dies erreicht werden soll, ist derzeit nicht erkennbar.

Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit muss verbessert werden

Zudem ist eine der wesentlichen Aufgaben, die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern. Hierfür gilt es, die Abstimmung und Arbeitsteilung unter den Gebern zu erhöhen und die Eigenverantwortung der Partnerländer für ihre Entwicklung zu stärken, insbesondere in zentralen Bereichen der Armutsbekämpfung wie der Entwicklung des ländlichen Raums und sozialen Grunddienstleistungen wie Gesundheitsfürsorge und Bildung. Denn der Entwicklung tragfähiger Gesundheits- und Bildungssysteme fällt bei der Bekämpfung der Armut eine Schlüsselrolle zu.

Ein wesentliches Hindernis beim Aufbau dieser Systeme ist der in vielen armen Ländern zu beobachtende Fachkräftemangel. Vielfach fehlen Ärztinnen, Ärzte, Krankenpflegekräfte und Lehrer/innen. Um diese Fachkräfte auszubilden und beschäftigen zu können, sollte Entwicklungszusammenarbeit auch verstärkt in Form von Budgethilfe geleistet werden, die von der Empfängerregierung flexibel gemäß den eigenen Prioritäten eingesetzt werden kann. Um den Partnerländern die nötige Planungssicherheit zu geben, sollten die Zuwendungen zudem verlässlich und langfristig erfolgen.