Mehr und bessere Entwicklungshilfe!
Foto: Frauen in Workshop in Sri Lanka
Entwicklungshilfe ermöglicht Frauen in Sri Lanka sich in Workshops weiterzubilden und einen Weg aus der Armut zu finden. © Howard Davies

Mehr und bessere Entwicklungshilfe!

Die Herausforderungen, vor denen Entwicklungsländer stehen, sind groß. Die Regierungen armer wie reicher Länder stehen hier in der Verantwortung: Zum einen gilt es, faire Handelsregeln zu etablieren. Um die Armut zu bekämpfen, ist es darüber hinaus wichtig, dass arme Länder ihre Regierungsstrukturen verbessern sowie nachhaltige Armutsbekämpfungsstrategien entwickeln und umsetzen.

Reiche Länder müssen diese Strategien unterstützen – in Form höherer Entwicklungshilfe und einer wirksameren Zusammenarbeit. Nur so kann es gelingen, in armen Ländern tragfähige Gesundheits- und Bildungssysteme zu schaffen und damit die Voraussetzungen für Entwicklung zu verbessern.

08 | Mai | 2012
Merkel und Hollande geben sich im Zeichen der Finanztransaktionssteuer das Jawort
02 | Mai | 2012
Gute Chancen von Anfang an - frühkindliche Bildung stärken!
13 | April | 2012
Die Sparbemühungen in reichen Ländern sorgen für ein böses Erwachen. Die weltweiten Mittel für Entwicklungszusammenarbeit sind im Jahr 2011 gesunken.
14 | März | 2012
Nachdem sich der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki bereits Anfang des Jahres als erster Spitzenpolitiker der Liberalen für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer im Euro-Raum ausgesprochen hatte, legte er nun vergangenes Wochenende nach und forderte mehr Kompromissbereitschaft von der Berliner Parteispitze der FDP.
09 | März | 2012
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat entschieden, 1,1 Milliarden US-Dollar zusätzlich für arme Länder bereitzustellen. Dafür haben sich Oxfam und viele weitere Organisationen seit knapp einem Jahr eingesetzt. Mit Erfolg!
08 | März | 2012
Neue Berechnungen zeigen, dass die Weltgemeinschaft im Kampf gegen extreme Armut und beim Zugang zu sauberem Trinkwasser auf einem guten Weg ist, ihre selbst gesteckten Millenniumsziele zu erreichen. Doch eine genauere Betrachtung dämpft den Optimismus.
20 | Februar | 2012
In der Reihe „Malen fürs Zahlen“ setzen Karikaturist/innen und Illustrator/innen für das Bündnis „Steuer gegen Armut“ die Kampagnenfigur Robin Hood in Szene. Die Zeichnungen machen deutlich, dass die Einnahmen aus einer Finanztransaktionssteuer für mehr Gerechtigkeit, weltweite Armutsbekämpfung und Klimaschutz eingesetzt werden müssen.
16 | Februar | 2012
Als erstes europäisches Land hat Frankreich eine Finanztransaktionssteuer beschlossen. Die französische Nationalversammlung stimmte einem entsprechenden Gesetzesvorschlag von Präsident Nicolas Sarkozy zu.
01 | Februar | 2012
Nach nur neun Monaten hat die Regierung des westafrikanischen Staates Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) die 2011 abgeschafften Direktzahlungen zur Basisgesundheitsfürsorge wieder eingeführt. Nun müssen Patienten durchschnittlich fast zwei US-Dollar für einen Besuch im Gesundheitszentrum aufbringen.
19 | Januar | 2012
Mehr als die Hälfte der weltweit in Armut lebenden Menschen leben in einem der G20-Staaten, den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern. Das teils beachtliche Wirtschaftswachstum der vergangenen zwanzig Jahre in vielen Ländern hat nicht unbedingt zur Armutsreduzierung geführt, so die Daten in Oxfams aktueller Studie „Left behind by the G20?“.

Entwicklungszusammenarbeit spielt eine wichtige Rolle dabei, die weltweite Armut zu überwinden und die Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu verwirklichen. Die armen Länder stehen dabei vor der Aufgabe, nachhaltige und Erfolg versprechende Armutsbekämpfungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Diese Strategien bedürfen der Unterstützung durch die reichen Länder, den Gebern von Entwicklungshilfe. Denn insbesondere in den ärmsten Entwicklungsländern sind die Herausforderungen zu groß, als dass sie diese allein bewältigt können. Das heißt für die Gebergemeinschaft: Sie muss die Entwicklungshilfe erhöhen und die Gelder zielgenauer und damit besser einsetzen. Dies gilt auch für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.

Mittel für Entwicklungsfinanzierung zu gering

Gemessen an den zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele nötigen Mittel sind die Leistungen Deutschlands, wie die vieler anderer Gebernationen auch, noch immer zu gering: Bereits 1970 haben sich die reichen Länder vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen dazu bereiterklärt, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe aufzubringen. Deutschland hat diesen Wert niemals erreicht, im Jahr 2008 lagen die öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bei 0,38%. Entsprechend des 2005 verabschiedeten EU-Stufenplans zur Erhöhung der Entwicklungshilfe müssten die deutschen Leistungen bis zum Jahr 2010 auf 0,51% und bis spätestens 2015 auf 0,7% angehoben werden - wie dies erreicht werden soll, ist derzeit nicht erkennbar.

Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit muss verbessert werden

Zudem ist eine der wesentlichen Aufgaben, die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern. Hierfür gilt es, die Abstimmung und Arbeitsteilung unter den Gebern zu erhöhen und die Eigenverantwortung der Partnerländer für ihre Entwicklung zu stärken, insbesondere in zentralen Bereichen der Armutsbekämpfung wie der Entwicklung des ländlichen Raums und sozialen Grunddienstleistungen wie Gesundheitsfürsorge und Bildung. Denn der Entwicklung tragfähiger Gesundheits- und Bildungssysteme fällt bei der Bekämpfung der Armut eine Schlüsselrolle zu.

Ein wesentliches Hindernis beim Aufbau dieser Systeme ist der in vielen armen Ländern zu beobachtende Fachkräftemangel. Vielfach fehlen Ärztinnen, Ärzte, Krankenpflegekräfte und Lehrer/innen. Um diese Fachkräfte auszubilden und beschäftigen zu können, sollte Entwicklungszusammenarbeit auch verstärkt in Form von Budgethilfe geleistet werden, die von der Empfängerregierung flexibel gemäß den eigenen Prioritäten eingesetzt werden kann. Um den Partnerländern die nötige Planungssicherheit zu geben, sollten die Zuwendungen zudem verlässlich und langfristig erfolgen.