Haiti nach dem Erdbeben
Foto: Marceline und ihre Familie leben im neuen Corail Resettlement Camp
Marceline und ihre Familie leben im neuen Corail Resettlement Camp – viel besser als die erste Notunterkunft auf dem Petionville Golf Club. © Kateryna Perus
Foto: Wasserblase in Haiti
Damit Oxfam in Haiti sauberes Wasser verteilen kann, werden Wasserblasen installiert. © Justine Lesage/Oxfam Quebec
Foto: Hygiene-Sets
Anstatt fertige Hygiene-Sets zu verteilen, lässt Oxfam die Sets vor Ort zusammenstellen. Der Tageslohn liegt mit 12,25 US-Dollar pro Tag deutlich über dem örtlichen Mindestlohn. © Caroline Gluck/Oxfam
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Haiti nach dem Erdbeben

Am 12. Januar 2010 wurde Haiti von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert – das schwerste Beben seit über 200 Jahren. Mehr als 220.000 Menschen kamen ums Leben, mehr als 300.000 wurden verletzt und 1,5 Millionen obdachlos. Große Teile der Hauptstadt Port-au-Prince wurden buchstäblich in ein Trümmerfeld verwandelt. Im Oktober 2010 brach zudem die Cholera aus, an der über 6.700 Menschen starben.

Oxfam unterstützte 2011 in Haiti mehr als eine halbe Million Menschen mit Trinkwasser, Hygienemaßnahmen und Programmen zur Generierung von Einkommen.

10 | Januar | 2012

Oxfam-Bericht: Haiti zwei Jahre nach dem Erdbeben

Zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben kommt der Wiederaufbau in Haiti nur schleppend voran.

In einigen Bereichen sind durchaus Fortschritte zu erkennen, etwa bei der Trümmerbeseitigung oder beim Straßenbau. Diesen stehen jedoch gravierende Probleme gegenüber: Über eine halbe Million Menschen leben seit dem Beben immer noch in behelfsmäßigen Notunterkünften. Ein Großteil der Bevölkerung hat weder fließendes Wasser, Toiletten noch Zugang zu medizinischer Versorgung. Über 70 Prozent der Erwerbsbevölkerung sind arbeitslos oder unterbeschäftigt. Seuchen wie die Cholera stellen ein großes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar.

Um Ungerechtigkeit und chronische Armut zu überwinden, die Haiti seit vielen Jahrzehnten prägen, sind verstärkte Anstrengungen nötig: Die haitianische Regierung muss den Wiederaufbau forcieren und Wohnraum, Einkommensmöglichkeiten und soziale Grunddienstleistungen bereitstellen. Bei der Umsetzung der entsprechenden Planungen sollten die Perspektiven und Bedürfnisse  der Zivilgesellschaft stärker als bisher Berücksichtigung finden. Eine wichtige Aufgabe der internationalen Gemeinschaft besteht darin, die Handlungsfähigkeit der haitianischen Regierung zu stärken, damit diese den Wiederaufbauprozess wirksam koordinieren kann.

Oxfam-Bericht: Haiti: The Slow Road to Reconstruction [PDF | 403 KB]

2011 verlagerte Oxfam den Schwerpunkt der Zusammenarbeit in Haiti von der direkten Nothilfe hin zum Wiederaufbau in enger Kooperation mit haitianischen Partnern.
Oxfam stellt in vom Erdbeben betroffenen Gebieten Haitis sauberes Wasser und Hygieneeinrichtungen zur Verfügung, um schwere Krankheitsausbrüche zu verhindern (englisch; 2 Minuten).
Oxfam America hat ein Haus entwickelt, das komplett aus mit Trümmern gefüllten Drahtkörben besteht.
Gemeinsam mit lokalen Partnern und Psychologen betreibt Oxfam Quebec ein Theaterprojekt, bei dem junge Leute durch Improvisationstheater ihre Gefühle ausdrücken und so ihre Katastrophen-Erfahrung besser verarbeiten können. Das Video zeigt, wie das Projekt den jungen Schauspieler/innen Mut macht, nicht aufzugeben.
Gemeinsam mit lokalen Partnern hat Oxfam eine Reihe von Kantinen eingerichtet in denen vom Erdbeben Betroffene arbeiten – ein einfaches und zugleich innovatives Modell, um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen und gleichzeitig den Menschen Einkommensmöglichkeiten zu eröffnen. Die Kantinen werden inzwischen von 15.000 Menschen genutzt.
Oxfam versorgt Camps in der Umgebung von Port-au-Prince mit frischem Wasser – pro Tag mehr als acht Millionen Liter. Dieses Video begleitet den Fahrer eines Wasser-Transporters, der von seiner Arbeit berichtet und darüber, wie das Erdbeben sein Leben verändert hat.
Viele Menschen, die nach dem Erdbeben obdachlos wurden, leben inzwischen in Camps in der Umgebung der Hauptstadt Port-au-Prince. Oxfam unterstützt sie mit Trinkwasser, baut Latrinen und Duschen und führt Hygienemaßnahmen durch.