Die Kaffeekrise hatte 2001 ihren Höhepunkt erreicht und die Existenz von ca. 25 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern gefährdet. Der Rohstoffpreis für Kaffee lag weit unter den Produktionskosten, der Kaffeemarkt funktionierte nicht mehr. In seinem Kaffeerettungsplan hatte Oxfam die globalen Kaffeekonzerne mit ihren hohen Profiten, Regierungen in Nord und Süd, die Internationale Kaffeeorganisation und Verbraucher/-innen aufgefordert, zur Lösung der Kaffeekrise beizutragen und den Kleinbauern in Entwicklungsländern ein Einkommen zu verschaffen, das die Produktionskosten deckt, als Lebensgrundlage für ihre Familien und einige Ersparnisse ausreicht.
Oxfams Kampagne hat dazu geführt, dass Kleinbauern ihre Stellung in der Lieferkette stärken konnten. Mit Oxfams Hilfe wurde beispielsweise die Globale Allianz zu Rohstoffen und Kaffee (Global Alliance on Commodities and Coffee) gegründet. Außerdem konnten Kaffeebauern in Entwicklungsländern ihre Exporte von fair gehandeltem Kaffee um ein Vielfaches steigern.
Viele der großen Röster sind mit Oxfam in Dialog getreten und haben begonnen, in geringen Mengen fair gehandelten Kaffee anzubieten.
Oxfams Kampagne hat auch dazu beitragen, dass Regierungen, Kaffeebauern und Zivilgesellschaft zusammen mit den großen Kaffeeröstern (Nestlé, Kraft Foods, Tchibo und Sara Lee) den Common Code for the Coffee Community (den sogenannten 4C-Verhaltenskodex für einen nachhaltigen Kaffeesektor) entwickelt haben. Bei den internationalen Verhandlungen zu einem neuen Kaffeeabkommen hat Oxfam sich erfolgreich für ein Abkommen eingesetzt, das die Interessen von Kleinbauern und Arbeiter/-innen besser berücksichtigt.
Die Rohstoff- und Verbraucherpreise für Kaffee sind seit 2001 gestiegen. Eine langfristige Lösung der Kaffeekrise ist aber nicht in Sicht. Das hängt damit zusammen, dass der Weltmarktpreis zyklischen Marktschwankungen unterliegt und die Gewinne innerhalb der Kaffeelieferkette zuungunsten der Kleinbäuerinnen und -bauern verteilt sind.
Oxfam setzt sich für eine gerechte Verteilung der Gewinne innerhalb der Kaffeelieferkette und für faire Preise für Kleinbauern sowie bessere soziale und ökologische Bedingungen im Kaffeeanbau ein.



