Das ist hochgefährlich, denn die bisherigen Klimaschutzzusagen vor allem der Industrieländer sind so schwach, dass die Zunahme der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre langfristig eine Erhöhung der weltweiten Durchschnittstemperatur um vier Grad Celsius oder mehr wahrscheinlich macht. Dabei gelten maximal zwei Grad als gerade noch beherrschbar. Die Klimakonferenz in Durban hat das Problem zwar anerkannt, aber keine wirksamen Schritte beschlossen, die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu schließen. In dieser Frage ist das Ergebnis von Durban extrem enttäuschend, übrigens auch dank der Verweigerungshaltung der USA oder Kanadas.
Verheerende Folgen drohen. In einigen Teilen Afrikas könnten die Ernten in den nächsten Jahrzehnten um 50 Prozent oder mehr zurückgehen. Weltmarktpreise für Grundnahrungsmittel könnten sich in den nächsten zwanzig Jahren verdoppeln – die Hälfte dieses Anstiegs dürfte dabei auf den Klimawandel zurückgehen. Für die Menschen in den armen Ländern bedeuten die Ergebnisse von Durban: schlimme Aussichten.
Bei dem anderen wichtigen Thema von Durban, der finanziellen Unterstützung der armen Länder zur Bewältigung und Abmilderung der zunehmenden Schäden, die der Klimawandel in diesen Ländern jetzt schon anrichtet, wurde zwar der langersehnte Green Climate Fund endlich ins Leben gerufen – gleichzeitig gab es aber kaum Fortschritte in der Frage, woher das Geld für den Fonds stammen soll. In einem Arbeitsprogramm für 2012 soll über mögliche Finanzierungsinstrumente gesprochen werden, es bleibt aber völlig unklar, auf welche Ergebnisse hingearbeitet werden soll. Das erweckt wenig Vertrauen, dass die Regierungen ernsthaft darin weiterkommen werden, den Green Climate Fund auch langfristig mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten.



