Klimawandel ist schlecht für unsere Gesundheit
Foto: Gesundheitsfürsorge im Krankenhaus in Malawi.
Gesundheitsfürsorge im Krankenhaus in Malawi. © Eva-Lotta Jansson/Oxfam

Klimawandel ist schlecht für unsere Gesundheit

Je stärker die Temperaturen ansteigen, und je weniger die Gesellschaften auf wetterbedingte Naturkatastrophen und veränderte Niederschlagsmuster vorbereitet sind, desto stärker wird sich der Klimawandel auf die Gesundheit der Menschen auswirken. Und auch hier gilt: gerade die Menschen in armen Ländern, die kaum Zugang zu Gesundheitsfürsorge haben und schon jetzt unter schwierigsten Bedingungen leben, werden die Folgen des Klimawandels am eigenen Körper am stärksten zu spüren bekommen.

Wird es wärmer, entstehen für Überträger von Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber bessere Lebensbedingungen. Stechmücken breiten sich in Gebieten aus, die vormals als zu kalt dafür galten, wie die Anden oder die Hochplateaus im Osten Afrikas.

Höhere Temperaturen führen auch zu einer Ausbreitung von Durchfallerkrankungen. In der peruanischen Hauptstadt Lima erkranken in warmen Monaten mehr Menschen als in kühleren. Mit jedem Grad Celsius mehr steigt die Zahl der Durchfallerkrankungen um acht Prozent. Durchfallerkrankungen, die bei uns kein Problem darstellen, treten in armen Ländern nicht nur weitaus häufiger auf, sondern sind für Menschen, die unterernährt sind, oder kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, lebensgefährlich.

Infolge des Klimawandels (z.B. durch Dürren oder Überschwemmungen) wird sich in vielen Regionen für die Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser noch verschlechtern. Verunreinigtes Wasser ist eine Hauptinfektionsquelle für viele Krankheiten und stellt ein großes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar.


Video: Malaria breitet sich aus

Esther Kinyua lebt im Hochland von Kenia, einer Region, in der Malaria bis vor Kurzem nicht vorkam. Jetzt füllen sich die örtlichen Krankenhäuser mit Malariapatient/innen. Durch die steigenden Temperaturen breitet sich die Anopheles-Mücke, die die Krankheit überträgt, auch in Gebiete aus, die vorher als zu kalt dafür galten.

© IRIN/UNEP


Klimazeug/innen erzählen


„Armut und HIV gehören hier zusammen“

Caroline Malema, Vorsitzende des Frauenforums in Karonga © Nicole Johnston/Oxfam„Unser Fluss war früher tief, aber jetzt ist er ganz flach. Damals brauchte man einen sehr langen Bambusstab, um das Kanu vorwärts zu treiben, heute reicht ein kurzes Paddel. Wir befürchten, dass er während der Dürrezeit ganz austrocknen könnte. Nichtsdestotrotz haben wir seit 2002 jedes Jahr Hochwasser. Dann steigt das Wasser über die Ufer, und es kommen sogar Krokodile auf unsere Felder, sodass wir uns nicht mehr frei bewegen können“, berichtet Caroline Malema, Kleinbäuerin und HIV-Aktivistin in Karonga, im Norden von Malawi.

Der Klimawandel schadet besonders Frauen in ländlichen Gebieten in Afrika. Sie sind diejenigen, die mit der Landwirtschaft den Lebensunterhalt für ihre Familien bestreiten. Wenn Unwetterkatastrophen zunehmen und ihre Felder zerstören, können sie ihre Familien nicht mehr ernähren und das Schulgeld für ihre Kinder nicht mehr zahlen.

Für manche bleibt als einzige Möglichkeit die Flucht in die Prostitution. „Bakala liegt an einer großen Ferntransport-Route zwischen Beira und Zomba“, erklärt Caroline Malema, Vorsitzende des Frauenforums Karonga. „Viele Frauen werden durch Hunger dazu getrieben, den Truckfahrern sexuelle Dienste anzubieten. Armut und HIV gehören hier zusammen. Die meisten Frauen haben nichts anderes zu verkaufen, also verkaufen sie ihren Körper. Im Frauenforum ermutigen wir uns gegenseitig, hart zu arbeiten, um über die Runden zu kommen. Denn keine von uns soll auf Prostitution angewiesen sein.“

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Malaria breitet sich aus

Sen Sles hat sich mit Malaria infiziert. © Nicky Wimble/OxfamVom Fieber geschüttelt sitzt Sen Sles auf dem Holzfußboden seines Hauses. Geschwächt berichtet er von seiner Malaria-Erkrankung: "Ich fühle mich sehr schlecht und habe hohes Fieber, aber kein Geld mehr, um mir weiter Medizin zu kaufen." Sen Sles infizierte sich mit Malaria, als er im Wald Feuerholz zum Verkaufen sammelte. "Ich habe ein sehr kleines Stück Land, das schon unter normalen Umständen nicht für die Ernährung meiner Familie ausreicht. Aber dieses Jahr hat eine Überschwemmung meine gesamte Ernte zerstört. Die einzige Möglichkeit zu überleben war das Feuerholzsammeln im Wald, doch das hat mich jetzt krank gemacht", erzählt er.

Seit dem letzten Jahr ist die Zahl der Malariapatienten in der kambodschanischen Provinz Kratie, wo Sen Sles' Dorf Lovethom liegt, dramatisch angestiegen. Stechmücken, die Krankheiten wie Malaria oder Denguefieber übertragen, reagieren schon auf kleinste Klimaveränderungen. Bei erhöhten Temperaturen entwickeln sich die Moskitos schneller, auch zusätzliche Regenfälle außerhalb der Regenzeit begünstigen ihre Vermehrung und ihr Überleben.

Dr. Cheam Saem © Jack Picone/OxfamDr. Cheam Saem, Direktor des Gesundheitsamtes der Provinz Kratie, erklärt, dass Moskitonetze verteilt würden. Außerdem würden die Bewohner entlegener Regionen darüber aufgeklärt, wie sie sich vor Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber schützen können. "Allerdings", fügt er hinzu, "hat das Amt nur begrenzt Gelder zur Verfügung." Angesichts der Vorhersagen, dass der Klimawandel die Regen- und Temperaturmuster in den kommenden Jahrzehnten noch mehr durcheinander bringen wird, sind die Probleme der Menschen in Lovethom nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird.

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Dengue-Fieber wird ernste Bedrohung in Indonesien

Laila liegt mit Dengue-Fieber im Krankenhaus. © Oxfam International„Letzten Monat hatte meine jüngste Tochter Dengue-Fieber“, klagt Iha. „Nun ist auch meine Drittälteste sehr krank. Ich kann einfach nicht mehr!“ Ihas 12-jährige Tochter Laila ist mit dem Dengue-Virus infiziert und wurde vor neun Tagen mit hohem Fieber ins Krankenhaus in Jakarta eingeliefert. Auch nach 30 Infusionen ist ihr Zustand kritisch, und sie muss weiterhin im Krankenhaus bleiben. Das belastet die Familie sehr, denn Ihas Mann arbeitet weit außerhalb der Stadt und schafft es nicht, Laila zu besuchen. Iha hat noch mehr Töchter, und wenn sie ins Krankenhaus geht, muss sich die älteste, Mila, um ihre kleine fünfjährige Schwester kümmern, die nicht alleine zu Hause blieben kann. Das hat aber zur Folge, dass Mila in den diesen Tagen nicht zur Arbeit gehen kann. Die Krankheit der Tochter zehrt an der Familie, nicht zuletzt wegen der hohen Kosten für Medikamente.

Die Zahl der Dengue-Fälle in Jakarta steigt. Oft sind Kinder und Neugeborene betroffen. © Oxfam InternationalLily Sulistyowati vom Nationalen Gesundheitsministerium berichtet, dass die Durchschnittstemperatur in Jakarta in den letzten zehn Jahren um ein Grad gestiegen sei. „Mit dem Klimawandel steigen die Temperaturen, und Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber treten häufiger auf“, erklärt sie.

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