Die Entwicklung des Agrarsektors nimmt eine Schlüsselrolle bei der Förderung der Entwicklung und der Bekämpfung der Armut ein. Höhere und bessere öffentliche Hilfen für ländliche Entwicklung und Forschung aber auch Bildung, Infrastruktur, Gesundheit und Umwelt sind dafür dringend notwendig. Wenn man Armutsbekämpfung und nicht Rentabilität zum Maßstab von Investitionen macht, zeigt sich: Investitionen in arme Menschen – Frauen und Männer gleichermaßen – zahlen sich aus.
Weil die Voraussetzungen in jedem Land anders sind, kann es kein allgemeingültiges Patentrezept für die landwirtschaftliche Entwicklung geben. Entscheidend ist vor allem, wohin und an wen die Hilfe fließt. Landwirtschaftliche Investitionen müssen insbesondere diejenigen erreichen, die jahrzehntelang vernachlässigt wurden: Geschätzte zwei Drittel der Bauern in Entwicklungsländern, die in unzugänglichen Gebieten mit unfruchtbaren Böden leben. Diese Bauern produzieren für die lokalen Märkte.
Die Erfahrung zeigt: Öffentliche Investitionen in die einheimische Lebensmittelproduktion zahlen sich aus. Beispiel Ruanda: Eine Steigerung der ruandischen Wirtschaftsleistung im Bereich der Grundnahrungsmittelproduktion um ein Prozent bekämpft Armut besonders wirksam. Der gleiche Anstieg des Bruttoinlandprodukts, der auf dem Export von Agrarprodukten oder einem Wachstum in nicht-landwirtschaftlichen Sektoren beruht, verbessert die Situation der Menschen dagegen nur geringfügig.



