Die aktuelle Studie von Oxfam zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bildungssektor zieht eine Zwischenbilanz: Die Bundesregierung engagiert sich zu wenig für Grund- und Sekundarbildung in armen Ländern.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat zwar 2012, verglichen mit den Leistungen in 2010, insgesamt höhere Zusagen für Bildung gemacht – die geplanten Zusagen für Grundbildung sind aber deutlich geringer: Wurden in 2010 noch 113 Millionen Euro für Grundbildung zugesagt, so sind die geplanten Zusagen inzwischen auf 81 Millionen geschrumpft. Für die Sekundarbildung sind nur 5 Millionen Euro vorgesehen – magere 1,9 % der Zusagen für Bildung. Stattdessen profitieren von den 267 Millionen Euro jetzt hauptsächlich die Berufs- und Hochschulbildung.
Besonders alarmierend sind diese Trends vor dem Hintergrund der Bildungssituation weltweit:
- 31 Millionen Kinder in Afrika südlich der Sahara sind 2010 nicht zur Schule gegangen – 2 Millionen mehr als 2008.
- Weltweit können 132 Millionen Kinder keine Grund- und Sekundarschule besuchen.
- Es fehlen 1,7 Millionen neue Lehrerinnen und Lehrer, um gute Bildung für alle Realität werden zu lassen.
Niebel muss jetzt umsteuern
Die Bundesregierung und die Leitung des BMZ hatten seit dem Regierungswechsel 2009 wiederholt betont, dass die Entwicklungszusammenarbeit im Bildungssektor gestärkt werden soll. Anfang des Jahres stellte das BMZ eine neue Strategie zur Förderung der Bildung in armen Ländern vor. Das Ministerium formulierte darin zehn Ziele, an deren Erreichung bis Ende 2013 es sich messen lassen will. Ein wesentliches Ziel laut BMZ: Qualität und Zugang zu Grund- und Sekundarbildung verbessern.
Die Herausforderungen im Grund- und Sekundarschulbereich sind enorm. Wir fordern Entwicklungsminister Dirk Niebel dazu auf, für 2013 umfangreiche finanzielle Zusagen für Grund- und Sekundarbildung zu machen, um dem dramatischen Abwärtstrend entgegenzuwirken.
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