Das Recht auf Bildung
Gesine Schwan überreicht Entwicklungsminister Niebel symbolisch 18 Millionen Unt
Gesine Schwan überreicht Entwicklungsminister Niebel symbolisch 18 Millionen Unterschriften für das Ziel "Bildung für alle!" © Mike Auerbach
Diese Kinder in Mapambano/Tansania haben Glück: sie können zur Schule gehen. © G
Diese Kinder in Mapambano/Tansania haben Glück: Sie können zur Schule gehen. © Glenn Edwards, Oxfam GB
Mädchen wird der Zugang zu Bildung öfter verwehrt als Jungen; sie müssen gezielt
Mädchen wird der Zugang zu Bildung öfter verwehrt als Jungen; sie müssen gezielt unterstützt werden - wie diese Mädchen in Sri Lanka. © Howard Davies, Oxfam
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Das Recht auf Bildung

Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung. Dies wurde bereits in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 festgehalten. Aber Bildung ist nicht nur ein Recht, das auch Menschen in armen Ländern zusteht, sondern zugleich ein wichtiger Motor für Entwicklung. Dennoch wird vielen Millionen Menschen dieses Recht vorenthalten.

Oft sind die Bildungssysteme in armen Ländern unzureichend, es fehlen Schulen, ausgebildetes Lehrpersonal und Unterrichtsmaterialien. Bildungschancen sind ungleich verteilt: Geschlecht, Einkommen, Herkunft, Sprache, ethnisch-kulturelle Zugehörigkeit, Behinderung oder Wohnort spielen oft eine entscheidende Rolle. Die reichen Länder stehen in der Pflicht, die armen Länder beim Ausbau der Bildungssysteme zu unterstützen und mehr und wirksame Hilfe zu leisten.

18 | Juli | 2011

Millionen Mädchen in armen Ländern wird Bildung verwehrt

Armut, fehlende Sicherheit, frühe Verheiratung: Mädchen und Frauen haben beim Zugang zu Bildung noch immer das Nachsehen. Dies geht aus dem jüngst veröffentlichten Bericht “Make it right: Ending the crisis in girls‘ education“ der Global Campaign for Education (GCE) hervor.

Demnach sind zwar weltweit die Einschulungsraten bei Mädchen in den vergangenen Jahren angestiegen. Armut, die Gefahr sexualisierter Gewalt, frühe Verheiratung und mangelhafte Bildungsangebote führen jedoch dazu, dass noch immer Millionen Mädchen die Schule vorzeitig abbrechen.

Der Bericht der GCE untersucht in 80 armen Ländern, ob das Recht auf Bildung für Mädchen umgesetzt wird. Die Lage in vielen Regionen ist demnach weiterhin kritisch. In den Ländern Afrikas südlich der Sahara beenden nur etwa die Hälfte aller Mädchen die Grundschule. In den weiterführenden Schulen sind die Chancen der Mädchen noch geringer.

Auch in Ländern wie Indien oder Pakistan haben es Mädchen besonders schwer. Laut der Untersuchung erreichen nur 41% der Mädchen in Pakistan und 30% in Indien den Abschluss der Grundschule. Die Gründe für die Benachteiligung von Mädchen sind vielfältig. Armut ist nach wie vor das größte Bildungshemmnis. Selbst wenn gebührenfreie Schulangebote vorhanden sind, können sich arme Familien den Schulbesuch der Mädchen oft nicht leisten, da die Eltern die Kosten für Schuluniformen und Lernmaterialien nicht aufbringen können. Mädchen armer Familien müssen zudem oft im Haushalt oder in der Landwirtschaft mitarbeiten, um das Überleben der Familie zu sichern. Auch frühe Verheiratung raubt Mädchen Bildungsmöglichkeiten, da sie häufig gezwungen sind, die Schule vorzeitig zu verlassen. Die Bildungssysteme sind auch häufig den Bedürfnissen von Mädchen nicht angepasst; so fehlt es oft an angemessenen Hygieneeinrichtungen. Besonders negativ wirkt sich zudem der Mangel an weiblichen Lehrkräften auf den Schulbesuch von Mädchen aus.

Die GCE fordert die Regierungen armer und reicher Länder auf, das Recht auf Bildung für alle umzusetzen. Dafür müssen mit der Unterstützung der reichen Geberländer stabile Bildungssysteme in armen Ländern aufgebaut werden.

02 | März | 2011

Übergabe an Niebel: 18 Millionen Stimmen für „Bildung für alle“

Gesine Schwan überreicht Entwicklungsminister Niebel symbolisch 18 Millionen Unterschriften für das Ziel „Bildung für alle!“

Vor der internationalen Konferenz „Mehr Bildung. Mehr Wachstum. Mehr Gerechtigkeit“ am 1. März, übergab Gesine Schwan, Schirmherrin der Globalen Bildungskampagne, Entwicklungsminister Niebel eine große Schiefertafel, auf der symbolisch die Stimmen von 18 Millionen Menschen aus aller Welt festgehalten sind.

Die Stimmen wurden von der Global Campaign for Education, an der sich auch Oxfam beteiligt, in der weltweiten Aktion  „1GOAL – Bildung für alle!“ zur Fußballweltmeisterschaft 2010 gesammelt.

Mit der Aktion wurden die Staats- und Regierungschefs aufgefordert, ihre Millenniums-Versprechen zu halten und jedem Kind auf der Welt eine gebührenfreie und gute Grundbildung zu ermöglichen. Auch Minister Niebel wurde mit der Petition in die Pflicht genommen. Noch immer können fast 70 Millionen Kinder weltweit keine Schule besuchen.

In diesem Jahr widmet sich die Globale Bildungskampagne dem Thema Mädchen- und Frauenbildung. Unter dem Motto „Erzähle uns eine Geschichte“ finden vom 2. bis 31. Mai 2011 Aktionswochen statt. Schulen, Vereine und alle Interessierten sind aufgerufen, Geschichten über Mädchen und Frauen zu erzählen, deren Leben sich durch Bildung verändert hat.

  1. Bildung: Menschenrecht und Motor für Entwicklung Schließen

    Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht. Bildung schafft Perspektiven und ist ein entscheidender Faktor bei der Bekämpfung von Armut und sozialer Ungerechtigkeit, bei der Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern sowie bei der Verankerung von Demokratie. Vielen Menschen wird dieses Recht jedoch vorenthalten, und damit die Chance, der Armut zu entkommen.

  2. Bildungschancen sind ungleich verteilt Mehr

    Weltweit können 72 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule gehen, 55% davon sind Mädchen. Bildungschancen sind ungleich verteilt. Für Kinder aus armen Familien, ländlichen Gegenden oder Slums ist es besonders schwer, Zugang zu guter Bildung zu erhalten. Die weltweit 776 Millionen Analphabeten haben kaum eine Chance, eine Ausbildung und eine gutbezahlte Arbeit zu finden. Das Ziel "Bildung für alle" ist noch lange nicht erreicht. Besonders in Subsahara-Afrika sind die Herausforderungen groß.

    Doch warum haben so viele Menschen keinen Zugang zu Bildung? Weil die Bildungssysteme in armen Ländern häufig absolut unzureichend sind. Es fehlen Gelder für den Bau von Schulen, ausgebildete Lehrer und Unterrichtsmaterialien. Weltweit werden bis zum Jahr 2015 mindestens 18 Millionen zusätzliche Lehrer gebraucht, um allen Menschen eine grundlegende Bildung zu ermöglichen. Und gerade gut ausgebildete Lehrer sind wichtig, um auch die Qualität der Bildung zu verbessern.

  3. Arme Länder brauchen Unterstützung Mehr

    Die Regierungen vieler armer Länder bemühen sich, die Situation zu verbessern. Sie haben in den vergangenen Jahren viel in den Aufbau ihrer Bildungssysteme investiert. Es gab auch bemerkenswerte Fortschritte beim Zugang zu Bildung. Dank gemeinsamer Anstrengungen armer und reicher Länder können weltweit 40 Millionen Kinder mehr zur Schule gehen. Aber die Herausforderungen sind groß.

    Arme Länder brauchen Unterstützung, um die Probleme zu bewältigen. Sie benötigen mehr und bessere Entwicklungshilfe, um allen ihren Bürger/innen Bildung garantieren zu können. Die reichen Länder haben sich in internationalen Vereinbarungen wie der Erklärung über die Millenniumsziele verpflichtet, die armen Länder bei der Umsetzung des Ziels "Bildung für alle" zu unterstützen. Die Versprechen müssen gehalten werden!

  4. Die Bildungsziele Mehr

    Auf dem Weltbildungsforum in Dakar/Senegal im April 2000 kamen Vertreter/innen aus 164 Staaten zusammen. Sie einigten sich auf den Aktionsplan "Bildung für alle" (Education for all, EFA), dessen Ziele bis 2015 erreicht werden sollen. Zwei der Ziele sind auch in die Millennium-Entwicklungsziele eingegangen. Die sechs EFA-Ziele im Überblick:

    Ziel 1: Frühkindliche Förderung und Erziehung sollen ausgebaut und verbessert werden, insbesondere für benachteiligte Kinder.

    Ziel 2: Bis 2015 sollen alle Kinder - insbesondere Mädchen, Kinder in schwierigen Lebensumständen und Kinder, die zu ethnischen Minderheiten gehören - Zugang zu unentgeltlicher, obligatorischer und qualitativ hochwertiger Grundschulbildung erhalten und diese auch abschließen.