Der Verzicht auf die Kostenbeteiligung der Patienten hatte die Kosten durch steigende Patientenzahlen in die Höhe schnellen lassen. Vermehrt auftretende strukturelle Mängel im Gesundheitssystem, wie fehlendes Personal, Medikamente und Medizintechnik, führten zusätzlich zu erheblichen Frustrationen bei Patienten und Fachkräften. Die wichtige Reform, die besonders in Armut lebende Menschen finanziell entlastete und ihnen den Besuch einer Gesundheitsstation ermöglichte, war von Beginn an zum Scheitern verurteilt: schlecht geplant, mangelhaft kommuniziert und unterfinanziert. Daher hat sich die Regierung der Elfenbeinküste entschlossen, ab sofort nur noch Mütter und Kleinkinder von den Gebühren zu befreien.
Für die Menschen in dem krisengeschüttelten Land bedeutet dies einen Rückschritt. Für viele ist der Zugang zur Gesundheitsfürsorge damit wieder so gut wie unmöglich geworden. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut, 23 Prozent der Menschen haben weniger als zwei US-Dollar pro Tag zur Verfügung, um ihr Überleben zu sichern.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Beiträge zur Gesundheitsfürsorge, wie sie in dem afrikanischen Land wieder eingeführt werden, für in Armut lebende Menschen die größte Hürde um Zugang zu Gesundheitsfürsorge zu erreichen.
Anstatt die Patientenbeteiligung wieder einzuführen, sollte die Regierung der Elfenbeinküste sich vielmehr um faire und nachhaltige Lösungen bemühen. Als erstes könnten die Ausgaben für den Gesundheitssektor erhöht werden. Zurzeit liegen sie bei nur fünf Prozent des nationalen Haushalts. Dabei hatte die Regierung bereits 2001 angekündigt, diesen Anteil auf 15 Prozent zu erhöhen.






