Das Recht auf Gesundheitsfürsorge
Eine Krankenschwester misst den Blutdruck einer Patientin
Krankenschwester Margaret Ganga arbeitet seit 38 Jahren im Gesundheitswesen. © Abbie Trayler-Smith
Infografik zur Finanztransaktionssteuer.
Infografik – mit der Finanztransaktionssteuer die Welt verändern und Menschen in den ärmsten Ländern der Welt Zugang zu Gesundheitsfürsorge ermöglichen. © Oxfam Deutschland/ Marischka Lutz
Foto: Ärztin in Yemen behandelt krankes Kind
Eine Ärztin in Yemen behandelt ein krankes Kind. © Abbie Trayler-Smith/Oxfam
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Das Recht auf Gesundheitsfürsorge

Weltweit wird Millionen von Menschen das Recht auf Gesundheitsfürsorge verwehrt. Ein wesentlicher Grund: Die Gesundheitssysteme in armen Ländern sind häufig völlig unzureichend, um allen Bürger/innen den Zugang zu einer grundlegenden Gesundheitsfürsorge zu ermöglichen. Die Regierungen der Entwicklungsländer sowie der reichen Geberländer stehen in der Pflicht, mehr Mittel für den Gesundheitsbereich aufzubringen und diese effektiver einzusetzen.

Bericht: „Your Money or Your Life“

Der Bericht „Your Money or Your Life“ ruft Regierungen ärmerer Länder dazu auf, direkte Zuzahlungen für öffentliche Gesundheitsdienste abzuschaffen. Gesundheit und Überleben dürfen keine Frage des Geldes sein, sondern müssen als grundlegende Menschenrechte verwirklicht werden.

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Gruppen:
26 | Oktober | 2012

Schluss mit riskantem Malaria-Programm!

Ein effektiverer Ansatz wären gezielte Investitionen in basisnahe Gesundheitsfachkräfte, wie hier in Uganda. © Geoff Sayer/Oxfam

Scheinbar sinnvoll: Ein Programm, um bezahlbare Malaria-Medikamente in armen Ländern zugänglich zu machen. Über das Leben von Menschen sollte aber nicht von Straßenhändlern entschieden werden.

Das Programm „Affordable Medicines Facility – malaria“ (AMFm) vertreibt subventionierte Malaria-Medikamente über den freien Markt. Lebensrettende Wirkungen für die ärmsten Bevölkerungsgruppen oder einen positiven Einfluss auf die Bildung von Resistenzen kann es aber nicht belegen. Vielmehr birgt der Medikamentenvertrieb durch nicht medizinisch geschulte Händler hohe Risiken von Fehldiagnosen.

Außerdem besteht das Gefahr, dass dieses Programm knappe öffentliche Gelder aus effektiveren Ansätzen abzieht. Ein solcher Ansatz wären gezielte Investitionen in basisnahe Gesundheitsfachkräfte, mit denen die Zahl der Malariatoten beispielsweise in Äthiopien halbiert werden konnte.

Das AMFm-Programm ist in den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria eingebunden. Das Modell wird zurzeit in acht Ländern Afrikas und Asiens erprobt.

Wir fordern, das AMFm-Programm einzustellen und appellieren an den Verwaltungsrat des Globalen Fonds, diese Entscheidung auf seiner nächsten Sitzung am 14./15. November in Genf zu treffen.

Mehr lesen:

Oxfam-Bericht „Salt, Sugar and Malaria Pills“

01 | Februar | 2012

Elfenbeinküste: Gebühren für Gesundheitsfürsorge wieder eingeführt

Nach nur neun Monaten hat die Regierung des westafrikanischen Staates Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) die 2011 abgeschafften Direktzahlungen zur Basisgesundheitsfürsorge wieder eingeführt. Nun müssen Patienten durchschnittlich fast zwei US-Dollar für einen Besuch im Gesundheitszentrum aufbringen. Ab sofort sind nur noch Mütter und Kleinkinder von den Gebühren befreit.

Die wichtige Reform, die besonders in Armut lebende Menschen finanziell entlasten und ihnen den Besuch einer Gesundheitsstation ermöglichen sollte, war von Beginn an zum Scheitern verurteilt, denn sie war schlecht geplant, mangelhaft kommuniziert und unterfinanziert. Die Befreiung von der Kostenbeteiligung hatte die Patientenzahlen in die Höhe schnellen lassen, worauf das Gesundheitssystem nicht vorbereitet war. Fehlendes Personal sowie nicht vorhandene Medikamente und Medizintechnik führten zu erheblichen Frustrationen bei Patienten und Fachkräften. Außerdem bedeuteten mehr Patienten auch enorm gestiegene Gesamtkosten.

Die erneute Einführung der Gebühren macht für viele Menschen nun den Zugang zur Gesundheitsfürsorge wieder so gut wie unmöglich. Fast ein Viertel der Bevölkerung lebt in absoluter Armut, 48 Prozent der Menschen haben weniger als zwei US-Dollar pro Tag zur Verfügung, um ihr Überleben zu sichern.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Beiträge zur Gesundheitsfürsorge für in Armut lebende Menschen die größte Hürde, um Zugang zu Gesundheitsfürsorge zu erreichen.

Anstatt die Patientenbeteiligung wieder einzuführen, sollte die Regierung der Elfenbeinküste ihre Versprechen einlösen und die Ausgaben für den Gesundheitssektor erhöhen. Zurzeit liegen sie bei nur fünf Prozent des nationalen Haushalts. Dabei hatte die Regierung bereits 2001 angekündigt, diesen Anteil auf 15 Prozent zu erhöhen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Zugang zu Gesundheitsfürsorge. In den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern sind viele Menschen jedoch weit von der Realisierung dieses Rechts entfernt.

  • Nur vier Millionen der mehr als zehn Millionen Menschen, die derzeit mit HIV/Aids leben und Zugang zu lebensrettenden Aidsmedikamenten benötigen, erhalten diese Medikamente.
  • Jedes Jahr sterben in ärmeren Ländern mehr als eine halbe Million (536 000) Million Mütter während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihrer Kinder. Fast vier Millionen (3,7 Mio.) Neugeborene erleben ihren ersten Geburtstag nicht.
  • Mehr als vier Millionen Ärztinnen, Ärzte, Krankenpflegekräfte und Hebammen fehlen in ärmeren Ländern. Pro 100 000 Einwohner stehen beispielweise in Malawi statistisch gesehen sechs Pflegekräfte und noch nicht einmal ein Arzt zur Verfügung. In Deutschland sind des 80 Pflegekräfte und 43 Ärztinnen und Ärzte.

Das Recht auf Gesundheitsfürsorge muss für jeden Menschen auf der Welt durchgesetzt werden. Dazu müssen die Gesundheitssysteme der Länder des Südens umfassend und langfristig gestärkt werden. Hier stehen die Regierungen der reichen und armen Länder in der Pflicht ihre finanziellen Mittel massiv zu erhöhen und diese effektiver einzusetzen. Nur so kann Gesundheitsfürsorge für alle Menschen gewährleistet werden.

Nirgendwo gibt es mehr HIV-Infizierte als in Südafrika. Dieser traurige Rekord birgt unzählige persönliche Tragödien und stellt das Land vor schier unlösbare Herausforderungen.
Foto: Frau präsentiert ihre Handareit
Die wirtschaftliche Lage in Simbabwe ist katastrophal. Deshalb unterstützen wir HIV-infizierte Menschen nicht nur durch Pflege und Beratung, sondern auch bei der Schaffung von Lebensgrundlagen.
Foto: Aufklärungslehrer
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