Sudan
Foto: Flüchtlinge beim Wasserholen
4,5 Millionen Menschen sind auf die Versorgung durch Hilfsorganisationen angewiesen. © Jane Beesley/Oxfam

Sudan

Der Darfur-Konflikt im Westen des Sudans ist eine der schlimmsten humanitären Krisen weltweit. 2,5 Millionen Menschen – ein Drittel der Gesamtbevölkerung von Darfur – leben in Camps in Darfur oder in Gebieten jenseits der Grenze, im benachbarten Tschad. Insgesamt 4,5 Millionen Menschen sind auf die Versorgung durch Hilfsorganisationen angewiesen.

Oxfam leistet Nothilfe für rund 500.000 Menschen in Darfur und im Ost-Tschad. Wir unterstützen lokale Gemeinschaften durch Wasser- und Sanitärversorgung, Bildungsprogramme im Gesundheits- und Hygienebereich und Schaffung von Erwerbsmöglichkeiten.

20 | April | 2012

Hilfsorganisationen warnen vor Vergeltungsangriffen der LRA in Zentralafrika

Die bevorstehende Militäraktion gegen die Lord’s Resistance Army (LRA) könnte Vergeltungsschläge gegen die Zivilbevölkerung zur Folge haben. Davor warnen zehn lokale und internationale Hilfsorganisationen, darunter Oxfam*. Sie fordern einen besseren Schutz der Bevölkerung in der DR Kongo, in der Zentralafrikanischen Republik und im Südsudan.

Im März dieses Jahres hat die Afrikanische Union (AU) eine neue regionale Initiative zur Bekämpfung der LRA ins Leben gerufen (Regional Cooperation Initiative against the LRA). Bei der militärischen Komponente dieser Initiative sollen insgesamt 5.000 Soldaten aus Uganda, der DR Kongo, der Zentralafrikanischen Republik und dem Südsudan zum Einsatz kommen.

Zivilbevölkerung schützen

Eine neue Militäroperation birgt aber erhebliche Risiken, warnen die Hilfsorganisationen. Bislang hat die LRA auf militärischen Druck immer mit brutalen Vergeltungsaktionen an der Bevölkerung und verstärkter Rekrutierung von Kindersoldaten reagiert.

2008 etwa scheiterte eine Koalition aus kongolesischen, ugandischen und südsudanesischen Einheiten schon einmal bei dem Versuch, die LRA zu zerschlagen. Als Vergeltung für den Angriff verübte die LRA damals systematisch Massaker an der Zivilbevölkerung, bei denen insgesamt 865 Menschen ermordet wurden.

Daher muss bei der jetzt von der AU geplanten Aktion der Schutz der Bevölkerung vor Vergeltungsangriffen der LRA an oberster Stelle stehen.

Anreize für Rückkehr ins zivile Leben schaffen

Zudem, so die Hilfsorganisationen, stellt militärischer Druck keine umfassende Lösung für das LRA-Problem dar. Es müssen auch verstärkt Anreize für die überwiegend zwangsrekrutierten und häufig selbst hochtraumatisierten LRA-Kämpfer geschaffen werden, damit diese die Waffen freiwillig niederlegen und ins zivile Leben zurückkehren. Dieser bewährte Ansatz wird insbesondere von den betroffenen Gemeinschaften vor Ort befürwortet.

In Infrastruktur investieren

Schließlich müssen auch die strukturellen Ursachen angegangen werden, die es ermöglichen, dass eine zahlenmäßig kleine Truppe jahrzehntelang eine ganze Region terrorisieren kann. Es ist kein Zufall, dass die Gebiete, in denen die LRA operiert, zu den unzugänglichsten und ärmsten Gebieten in ganz Zentralafrika gehören.

Diese Marginalisierung gilt es zu durchbrechen, zum Beispiel, indem man gezielt in den Ausbau von Straßen und den Aufbau von Mobilfunknetzen im Nordosten der DR Kongo investiert.

Laut Angaben der Vereinten Nationen gab es in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits 33 LRA-Angriffe in der DR Kongo. Dabei kamen drei Menschen ums Leben, 51 Personen wurden verschleppt, darunter 16 Kinder und Minderjährige.

* Commission pour la justice, la paix et la réconciliation en RDC (CDJP-R, DR Kongo), Solidarité et assistance intégrée aux populations vulnérables (SAIPD, DR Kongo), Réseau des organisations de femmes des Uélés (ROFU, DR Kongo), Interchurch Peace Committee (ICC, Südsudan), Uganda Justice and Peace Commission (JPC, Uganda), Acholi Religious Leaders Peace Initiative (ARPLI, Uganda) und die internationalen Organisationen Cafod, Christian Aid, Conciliation Resources sowie Oxfam.

20 | Februar | 2012

Nahrungsversorgung im Sudan und Südsudan gefährdet

Neben der schwelenden Nahrungskrise in der Sahelzone und der noch immer akuten Krise in Somalia ist auch die Nahrungsversorgung im Sudan und Südsudan gefährdet.

Dies geht aus Bedarfseinschätzungen für 2012 hervor, die im Februar veröffentlicht wurden. Im Südsudan sind demzufolge bis zu fünf Millionen Menschen von Nahrungsengpässen bedroht. Ursachen sind Ernteausfälle, hohe Nahrungsmittelpreise, bewaffnete Konflikte und ein insgesamt steigender Bedarf an Nahrung aufgrund der Flüchtlinge und Aussiedler aus dem Sudan.

Für den Sudan wird erwartet, dass die Ernte in diesem Jahr deutlich schlechter ausfällt als im Vorjahr, wie die UN-Welternährungsorganisation FAO gemeinsam mit dem sudanesischen Ministerium für Landwirtschaft und Bewässerung mitteilte. In einem weiteren Bericht wies die FAO speziell auf den Rückgang bei der Hirseproduktion hin. In vielen Regionen des Sudans reichen die Nahrungsvorräte dieses Jahr möglicherweise nur bis März, statt wie üblich bis Mai oder Juni.

21 | November | 2011

Kämpfe im Grenzgebiet zwischen Sudan und Südsudan: Oxfam verlagert Personal

Oxfam reduziert vorübergehend seine Präsenz im südsudanesischen Bundestaat Upper Nile. Grund ist die akute Verschlechterung der Sicherheitslage im Grenzgebiet zwischen Sudan und Südsudan. Bis auf weiteres wurden 22 Mitarbeiter/innen – überwiegend technische Fachkräfte und Gesundheitspersonal – aus den Büros in Jamam und Renk nach Malakal versetzt.

Dieser Schritt wurde erforderlich aufgrund der Eskalation von Auseinandersetzungen im Grenzgebiet der beiden Staaten.

Anfang November 2011 griffen die Kämpfe, die sich bislang auf der sudanesischen Seite der Grenze abgespielt hatten, auf den Südsudan über: Nach Bombenangriffen auf das Flüchtlingslager Yida kam es am 11. November 2011 auch zu Angriffen in Upper Nile, wo Oxfam rund 64.000 Menschen mit Trinkwasser und Hygienemaßnahmen versorgt. 

Die Kämpfe stellen eine massive Beeinträchtigung der humanitären Hilfe dar. Oxfam ruft die Konfliktparteien auf, die Kampfhandlungen umgehend einzustellen, um die humanitäre Versorgung der Bevölkerung zu ermöglichen.

27 | Juni | 2011

Sudan: Humanitäre Hilfe für Bevölkerung im umkämpften Grenzgebiet sicherstellen

Die Kämpfe im Grenzgebiet zwischen dem Nord- und Südsudan halten weiter an. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind in Südkordofan über 70.000 Menschen auf der Flucht. Oxfam ruft alle Konfliktparteien auf, die Kämpfe zu beenden und die humanitäre Versorgung der Not leidenden Bevölkerung im Krisengebiet zu ermöglichen.

Oxfam fordert Waffenstillstand in Südkordofan

Auch mehrere Wochen nach Ausbruch der Kämpfe in der Grenzregion zwischen dem Nord- und Südsudan bleibt es für Hilfsorganisationen extrem schwierig, die Bevölkerung bestimmter Gebiete zu erreichen, um sie mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen, etwa mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln.

„Die Kampfhandlungen müssen unverzüglich eingestellt werden“, so Michael Delaney, Nothilfe-Direktor bei Oxfam. „Zehntausende von Menschen sind in entlegene Dörfer in den Nuba-Bergen geflohen, und es ist entscheidend, dass Hilfsorganisationen diese Gebiete erreichen können, um den Menschen dort zu helfen.“ Zurzeit beeinträchtigen Straßenblockaden, Bombenangriffe auf Flughäfen und die anhaltenden Kämpfe den Transport von Hilfsgütern massiv. Darüber hinaus berichten Organisationen vor Ort, darunter auch Partner von Oxfam, von Plünderungen ihrer Büros in der Provinzhauptstadt Kadugli. Hilfsaktivitäten mussten unterbrochen und Personal vorübergehend evakuiert werden.

Die jüngsten Vereinbarungen über eine Entmilitarisierung und die vorübergehende Stationierung einer Friedenstruppe im umstrittenen Gebiet von Abiyei lassen auf eine friedliche Lösung hoffen. „Wir wissen seit dem Friedensabkommen von 2005, wie viel Diplomatie und Verhandlungen erreichen können, wenn es darum geht, Konflikte im Sudan beizulegen. Heute sollten sich die Politiker im Sudan daran erinnern, dass es auf Dauer keine Alternativen zu einer friedlichen Koexistenz zwischen Nord- und Südsudan gibt. Dies gilt auch für die zwei künftig unabhängigen Staaten. Frieden in der Grenzregion ist entscheidend für die Zukunft aller Menschen im Sudan, “ so Delaney.