Welternährung
Flomena Aslkon,14, hält eine Tagesration an Essen in ihren Händen. © Rankin/Oxfam
Foto: Drei Viertel der Hungernden und zwei Drittel der Armen leben auf dem Land.
Drei Viertel der Hungernden und zwei Drittel der Armen leben auf dem Land. © Gilvan Barreto/Oxfam
Foto: Ohne Frauen kann der Hunger nicht beseitigt werden. © Jack Picone/Oxfam GB
Ohne Frauen kann der Hunger nicht beseitigt werden. © Jack Picone/Oxfam GB
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Welternährung

Viele Menschen in den armen Ländern leben von der Landwirtschaft. Aber: Drei Viertel der Hungernden und zwei Drittel der Armen leben auf dem Land, mehrheitlich Frauen. Bauern und Bäuerinnen in unzugänglichen Gebieten mit unfruchtbaren Böden werden bei der staatlichen Förderung häufig vergessen. Häufig sind sie den (subventionierten) Billigimporten aus den reichen Ländern schutzlos ausgesetzt.

Um ihnen eine Chance zu geben, dauerhaft für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, setzt Oxfam sich für öffentliche Investitionen in die einheimische Lebensmittelproduktion und in agrar-ökologische Anbauverfahren sowie für gute Rahmenbedingungen im Handel ein.

Gruppen:
21 | Mai | 2013
Auch unter den neuen Vorständen Fitschen und Jain ist die Deutsche Bank beim Geschäft mit der Nahrungsmittelspekulation weiterhin vorn dabei. Die Bank hat im letzten Jahr sogar ihre Zusage gebrochen, die Auflage neuer Fonds so lange auszusetzen, bis sie eine Untersuchung zum Hungerrisiko durchgeführt hat.
08 | Mai | 2013
Deutsche Finanzinstitute haben durch die Verwaltung von Nahrungsmittel-Spekulationsfonds 2012 mindestens 116 Millionen Euro eingenommen – allen voran die Allianz. Das zeigt Oxfams neuer Bericht.
25 | April | 2013
Oxfam hat sich im Rahmen seiner „Mahlzeit!“-Kampagne dafür eingesetzt, dass die Weltbank etwas gegen Landgrabbing unternimmt. Dank vielfältiger Aktionen und Lobbygespräche ist in der Weltbank vor und während ihrer Frühjahrstagung am 18./19. April einiges in Bewegung gekommen.
18 | April | 2013
Beim Frühjahrstreffen der Weltbank wird diese Woche über die weltweiten Rahmenbedingungen für Landkäufe und -verkäufe diskutiert. Bisher werden die Landrechte der armen Bevölkerungsschichten dabei außer Acht gelassen.
25 | Februar | 2013
Entgegen anderslautenden öffentlichen Stellungnahmen räumten Allianz und Deutsche Bank in internen Forschungspapieren ein, dass Spekulationen mit Agrarrohstoffen sehr wohl Einfluss auf die Preise und somit auch auf den Hunger haben können.
15 | Februar | 2013
Die britische Bank steigt aus der Nahrungsmittelspekulation aus. Das bringt Allianz und Deutsche Bank in Zugzwang, die bisher am Geschäft mit dem Hunger festhalten. Jetzt ist die Politik gefordert.
25 | Januar | 2013
Zahlreiche Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen Investitionen an Agrarterminbörsen und dem weltweiten Hunger. Doch Deutsche Bank und Allianz halten trotzdem an ihren Geschäften fest.
18 | Dezember | 2012
Oxfams Kampagne gegen Nahrungsmittelspekulation hat prominente Unterstützung bekommen.
04 | Oktober | 2012
Der weltweite Ausverkauf von Land führt zu Hunger, Gewalt und zu einem Leben in Armut. Wir fordern die Weltbank auf, ihre Landprojekte „einzufrieren“.
17 | September | 2012
Voller Tank schafft leere Teller – EU sollte Biokraftstoffvorgaben abschaffen

In den armen Ländern wurde der landwirtschaftliche Sektor jahrzehntelang vernachlässigt. Nahrungsmittel konnten billig auf dem Weltmarkt beschafft werden. Milliardenschwere Agrarsubventionen in den reichen Ländern führten zu einem Überangebot an Agrarprodukten, das die Preise auf dem Weltmarkt drückte. Es fehlten dadurch die notwendigen Anreize in den armen Ländern, die einheimische, mehrheitlich kleinbäuerliche Nahrungsmittelproduktion zu fördern. Gleichzeitig wurden viele arme Länder durch die Liberalisierungs- und Deregulierungspolitik vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank zu Nahrungsmittelimporteuren. Heute sind insgesamt zwei Drittel der Entwicklungsländer Netto-Nahrungsmittelimporteure (105 von 148).

Für Kleinbauern ist in erster Linie der Zugang zu einheimischen Nahrungsmittelmärkten entscheidend. Auf diesen kommt es nach und nach zu tiefgreifenden Veränderungen - in der Produktion, der Verarbeitung und im Handel. Der Grund: Die Supermarktketten sind auf dem Vormarsch. Ihr Einkauf wird zunehmend neu ausgerichtet. Das heißt, der Einkauf wird gebündelt, zentralisierte Verteilungszentren werden eingerichtet, Verträge werden zunehmend direkt mit den Erzeugern beziehungsweise den Importeuren abgeschlossen, hohe Qualitätsanforderungen werden vorgegeben und strikt kontrolliert. Kleinbäuerinnen und -bauern bleiben häufig außen vor.

Die Erhaltung der natürlichen Ressourcen wird für die Nahrungsmittelproduktion der Kleinbauern und -bäuerinnen immer wichtiger. Der Klimawandel mit Dürren und Überschwemmungen, Wasserknappheiten, der Verlust der pflanzlichen und tiergenetischen Ressourcen sowie die fortschreitende Bodendegradation gefährden Ernten und damit die Lebensgrundlagen. Bereits heute sind 384 Millionen Hektar vom Sinken der Bodenfruchtbarkeit betroffen. Die fruchtbare Humusschicht wird immer dünner. In Afrika trifft dies für 65 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu. Gleichzeitig werden die Konkurrenz in der Landnutzung - Nahrungsmittel, Futtermittel, Agrartreibstoffe - und damit Landkonflikte zunehmen. Die Landwirtschaft steht in Zukunft also vor enormen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.