Welternährung
Foto: Drei Viertel der Hungernden und zwei Drittel der Armen leben auf dem Land.
Drei Viertel der Hungernden und zwei Drittel der Armen leben auf dem Land. © Gilvan Barreto/Oxfam
Foto: Ohne Frauen kann der Hunger nicht beseitigt werden. © Jack Picone/Oxfam GB
Ohne Frauen kann der Hunger nicht beseitigt werden. © Jack Picone/Oxfam GB
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Welternährung

Viele Menschen in den armen Ländern leben von der Landwirtschaft. Aber: Drei Viertel der Hungernden und zwei Drittel der Armen leben auf dem Land, mehrheitlich Frauen. Bauern und Bäuerinnen in unzugänglichen Gebieten mit unfruchtbaren Böden werden bei der staatlichen Förderung häufig vergessen. Häufig sind sie den (subventionierten) Billigimporten aus den reichen Ländern schutzlos ausgesetzt.

Um ihnen eine Chance zu geben, dauerhaft für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, setzt Oxfam sich für öffentliche Investitionen in die einheimische Lebensmittelproduktion und in agrar-ökologische Anbauverfahren sowie für gute Rahmenbedingungen im Handel ein.

09 | Mai | 2012
Hilfsorganisation protestiert bei Allianz-Hauptversammlung
18 | April | 2012
Die Deka-Bank wird bis Ende 2012 aus dem Geschäft mit Nahrungsmitteln aussteigen. Ein erster Erfolg der Kampagne gegen Nahrungsmittelspekulation.
15 | März | 2012
Die internationalen Verhandlungen der freiwilligen Leitlinien zur Landnutzung wurden letzte Woche erfolgreich abgeschlossen. Sie fordern Regierungen zu einem verantwortlichen Umgang mit Landbesitz, Wäldern und Fischereiressourcen auf.
15 | März | 2012
Oxfam kritisiert den Vorschlag der Bundesregierung zur Regulierung der Rohstoffmärkte. Der Antrag greift nicht weit genug, um die durch Spekulation verursachten Preisschwankungen zukünftig einzudämmen.
07 | März | 2012
Seit Ende letzten Jahres untersucht eine unabhängige Kommission die Landgrabbing-Vorwürfe gegen die New Forest Company.
05 | März | 2012
Die EU-Politik zu Biosprit untergräbt die Ernährungssicherheit, stellte Olivier De Schutter, UN-Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung, Ende Februar auf einer Konferenz in Brüssel fest.
07 | Februar | 2012
Der Handel mit Rohstofffonds an den Börsen treibt die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe. Eine Recherche von Oxfam, Misereor und WEED hat ergeben, dass die Deutsche Bank massiv am Handel mit Nahrungsmitteln an den Börsen beteiligt ist. Die Deutsche Bank verwaltet den größten Fonds für börsengehandelte Agrarrohstoffe weltweit, der fast 5 Milliarden US-Dollar umfasst.
14 | Oktober | 2011
Maiskolben, Kartoffeln und Äpfel fliegen vor der Frankfurter Börse durch die Luft. Als Zirkusdirektor gibt Finanzminister Schäuble im EssensZirkus den Ton an: Mit einer Peitsche treibt er die Artisten an und lässt sie munter weiter an der Börse mit Essen jonglieren

In den armen Ländern wurde der landwirtschaftliche Sektor jahrzehntelang vernachlässigt. Nahrungsmittel konnten billig auf dem Weltmarkt beschafft werden. Milliardenschwere Agrarsubventionen in den reichen Ländern führten zu einem Überangebot an Agrarprodukten, das die Preise auf dem Weltmarkt drückte. Es fehlten dadurch die notwendigen Anreize in den armen Ländern, die einheimische, mehrheitlich kleinbäuerliche Nahrungsmittelproduktion zu fördern. Gleichzeitig wurden viele arme Länder durch die Liberalisierungs- und Deregulierungspolitik vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank zu Nahrungsmittelimporteuren. Heute sind insgesamt zwei Drittel der Entwicklungsländer Netto-Nahrungsmittelimporteure (105 von 148).

Für Kleinbauern ist in erster Linie der Zugang zu einheimischen Nahrungsmittelmärkten entscheidend. Auf diesen kommt es nach und nach zu tiefgreifenden Veränderungen - in der Produktion, der Verarbeitung und im Handel. Der Grund: Die Supermarktketten sind auf dem Vormarsch. Ihr Einkauf wird zunehmend neu ausgerichtet. Das heißt, der Einkauf wird gebündelt, zentralisierte Verteilungszentren werden eingerichtet, Verträge werden zunehmend direkt mit den Erzeugern beziehungsweise den Importeuren abgeschlossen, hohe Qualitätsanforderungen werden vorgegeben und strikt kontrolliert. Kleinbäuerinnen und -bauern bleiben häufig außen vor.

Die Erhaltung der natürlichen Ressourcen wird für die Nahrungsmittelproduktion der Kleinbauern und -bäuerinnen immer wichtiger. Der Klimawandel mit Dürren und Überschwemmungen, Wasserknappheiten, der Verlust der pflanzlichen und tiergenetischen Ressourcen sowie die fortschreitende Bodendegradation gefährden Ernten und damit die Lebensgrundlagen. Bereits heute sind 384 Millionen Hektar vom Sinken der Bodenfruchtbarkeit betroffen. Die fruchtbare Humusschicht wird immer dünner. In Afrika trifft dies für 65 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu. Gleichzeitig werden die Konkurrenz in der Landnutzung - Nahrungsmittel, Futtermittel, Agrartreibstoffe - und damit Landkonflikte zunehmen. Die Landwirtschaft steht in Zukunft also vor enormen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.