Am Dienstag, den 19. März 2013, haben wir an das Bundesfinanzministerium mehr als 240.000 Unterschriften gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln übergeben. Damit fordern wir Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf, für strenge Regulierungen der Finanzmärkte ohne Schlupflöcher einzustehen.
30 Aktivist/innen versammelten sich vor dem Bundesfinanzministerium – genauer gesagt rund um einen Berg von prallgefüllten Getreidesäcken, auf denen zwei Finanz-Spekulanten saßen und um die unter sich befindlichen Lebensmittel zockten. Dagegen protestierten die Aktivist/innen lautstark, indem sie auf Töpfe und Pfannen schlugen.
Die Unterschriften wurden seit Frühjahr 2012 von Attac, Campact, Foodwatch, KAB, Medico international, Misereor, NGG, Oxfam, Südwind, terre des hommes, WEED und der Welthungerhilfe gesammelt.
Wir danken all denjenigen, die unseren Appell gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln unterschrieben haben.
Das haben wir gemeinsam erreicht!
Unsere Kampagne „Mit Essen spielt man nicht!“ kann bereits enorme Erfolge aufzeigen.
- Im Laufe des letzten Jahres sind neun europäische Banken aus der Nahrungsmittelspekulation ausgestiegen.
- Drei Versicherungen haben öffentlich erklärt, auf Investitionen in Nahrungsmittel zu verzichten. Wir begrüßen diese Entwicklung und arbeiten weiter daran, dass noch mehr Finanzdienstleister dem guten Beispiel folgen.
- Mithilfe der EU-Finanzmarktreform sollen strengere Regeln gegen die exzessive Spekulation festgelegt werden. Im Finanzministerium und bei der Abstimmung im Europäischen Parlament wurden Teile von Oxfams Forderungen aufgenommen.
- Tausende von Euch haben auf Konzerten von Coldplay, beim Tollwood-Festival in München, in einem der 43 Oxfam Shops oder über die Oxfam-Website ihren Namen unter unsere Forderungen zur Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation gesetzt.
Unverbesserlich bleiben jedoch die Allianz und die Deutsche Bank. Trotz ihres angekratzten Images haben beide Ende Januar 2013 angekündigt, weiterhin mit Nahrungsmitteln spekulieren zu wollen.
Angesichts der Verzögerung der EU-Verhandlungen auf Ende 2013 besteht die Gefahr, dass die Finanzlobby, insbesondere Hardliner wie Allianz und Deutsche Bank, den Endspurt vor den Verhandlungen nutzen, um die Regulierung zu ihren Gunsten zu verwässern.
Fortführung der Kampagne 2013: Mit Essen spielt man immer noch nicht!
Auf Grund der starken Dynamik in Politik, Wirtschaft und Presse werden wir uns auch weiterhin für eine Regulierung der Finanzmärkte ohne Schlupflöcher für die Finanzinstitute einsetzen. Dabei werden neben der Politik vor allem auch die Allianz und die Deutsche Bank im Fokus der Kampagne stehen, damit das Geschäft mit dem Hungerendgültig gestoppt wird. Wir hoffen, auch in diesem Jahr auf Eure Unterstützung bauen zu können!
Bilder zur Aktion
Fotos von dem Stunt und der Übergabe findet Ihr in unserer Bildergalerie.









