Mahlzeit

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Darum geht es bei Mahlzeit!
Aufbruch in ein neues Ernährungszeitalter. Anders produzieren, weniger verschwenden, anders konsumieren!
Für eine gerechte Welt. Ohne Hunger. Innerhalb der ökologischen Grenzen.

Die Themen:

Spekulation mit Nahrungsmitteln

Die Gesetzmäßigkeiten der Finanz­märkte und die Motive der Finanzakteure bestimmen und treiben immer mehr die Preise von Nahrungsmitteln wie Weizen, Mais, Soja, Zucker, Kaffee und Kakao.

Klimawandel

Arme Länder sind besonders von den negativen Folgen des Klimawandels betroffen.

Biosprit / Agrarkraftstoff

Immer mehr Nahrungsmittel landen im Tank statt auf dem Teller.

Kleinbäuerliche Landwirtschaft

In der Stärkung der kleinbäuerlichen, ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft liegt enormes Potenzial für eine nach­haltig sichere Nahrungsmittelversorgung.

Landgrabbing

Durch den großflächigen Erwerb von Land und Wasserrechten durch Agrarkonzerne werden Kleinbauern ihrer Ressourcen beraubt.


Aufbruch in ein neues Ernährungszeitalter

Oxfams Kampagne „Mahlzeit!“ fordert einen grundlegenden Wandel – hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft, einer neuen ökologischen Zukunft und mehr Verteilungsgerechtigkeit. Es gibt genug Nahrung für alle, aber 868 Millionen Menschen hungern. Land und Wasser reichen, um alle zu versorgen, doch immer mehr Menschen verlieren diese Existenzgrundlagen an Konzerne. Nahrungsmittelkrisen häufen sich. Ein „Weiter so“ ist keine Option!

Warum?

Steigende Zahlen von Hungernden auf der einen Seite und andererseits massive Nahrungsmittelverschwendung, steigende Nahrungsmittelpreise, Umweltzerstörung und die Nutzung von Landflächen in armen Ländern für die Biospritproduktion sind Zeichen eines aus dem Ruder laufenden Ernährungssystems. Der Streit um Land und Wasser nimmt zu, und klimabedingte Wetterextreme zerstören die Ernten.

Regierungen versagen

Unsere Regierungen lassen zu, dass wir auf eine Erderwärmung von 3-4 Grad zusteuern, dass die Nahrungsmittelmärkte außer Kontrolle geraten, dass Konzerne an der Armut verdienen und Spekulanten mit Nahrungsmitteln zocken.

Lesen Sie die Kurzfassung unserer Studie "Aufbruch in ein neues Zeitalter" [PDF]

Jetzt handeln!

Wir brauchen einen grundlegenden Wandel, um die Welt zu ernähren und zugleich die ökologischen Grenzen unseres Planeten nicht zu überschreiten. Wir brauchen ein Regelwerk, um die Aktivitäten der Agrar- und Lebensmittelindustrie, Energiekonzerne und Spekulanten zu kontrollieren.

Die Politik muss dafür die Verantwortung übernehmen: Erinnern wir sie daran!

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Schwankende Nahrungsmittelpreise haben fatale Auswirkungen auf Menschen in ärmeren Ländern. © Abbie Trayler-Smith
05 | Juni | 2013

EU-Richtlinie zur Nahrungsmittelspekulation: Regeln ohne Wirkung!

Die exzessive Spekulation mit Nahrungsmitteln ist besorgniserregend. An einigen Warenterminmärkten haben Finanzspekulanten gegenüber realen Rohstoffhändlern die Überhand gewonnen. Als Folge kann es zu spekulativen Preisblasen kommen, die sich in starken Preisexplosionen von Grundnahrungsmitteln niederschlagen, mit der Konsequenz, dass Menschen sich nicht mehr ausreichend ernähren können und hungern.

Es ist Aufgabe der Politik, dies mittels wirkungsvoller Gesetze zu verhindern und die Märkte wieder unter Kontrolle zu bringen. Auf EU-Ebene werden gegenwärtig im Rahmen der Verhandlungen über die Finanzmarktrichtlinie (MiFID) auch die Regeln für die Rohstoffbörsen neu gefasst. Das bietet die Chance zur Einführung verbindlicher und wirksamer Positionslimits. Sie können verhindern, dass Händler Märkte dominieren und die Entwicklung der Preise verzerren.

Doch die Finanz- und Wirtschaftslobbys haben den Gesetzgebungsprozess torpediert. Der Richtlinienentwurf enthält Schlupflöcher, die die Maßnahmen, die exzessive Spekulation verhindern sollen, zur Makulatur machen. Spekulanten können u.a. einfach auf den außerbörslichen Handel ausweichen oder großzügige Ausnahmeregelungen nutzen, um gefährliche Geschäfte ungehindert fortzusetzen.

In einem neuen Hintergrundpapier zeigen Oxfam und foodwatch die kritischsten Schlupflöcher auf, erklären, welche Gefahr von ihnen ausgeht und was dagegen getan werden muss.

Noch ist die MiFID-Reform nicht endgültig beschlossen. Werden sich die europäischen Institutionen am Ende den Interessen der Finanzlobbys beugen, oder werden die europäischen Warenterminbörsen endlich einer Kontrolle unterstellt, die schädliche Formen der Spekulation mit Agrarrohstoffen wirkungsvoll eindämmt?

Mehr lesen: Hintergrundpapier: Regeln ohne Wirkung! [PDF | 209KB]

Mitmachen: Wir weisen Spekulanten in die Schranken!

Kein Essen im Tank!
30 | Mai | 2013

Kein Essen im Tank!

Biosprit-Boom untergräbt Ernährungssicherheit

Die Folgen von Biosprit für die weltweite Ernährungslage sind gravierend: Getreidepreise steigen wegen der Konkurrenz zwischen Nahrungsmitteln und Biosprit. Oft werden Bauernfamilien vertrieben, um Plantagen für den Anbau von Energiepflanzen zu schaffen. Viele von ihnen erhalten keine oder nur unzureichende Entschädigung.

Für den Klimaschutz taugen Agrokraftstoffe in vielen Fällen nicht: Der erhöhte Flächenbedarf führt über Verdrängungseffekte an anderen Orten zur Zerstörung von Regenwäldern und anderen Ökosystemen. Internationale Organisationen wie die FAO und OECD, aber auch deutsche Einrichtungen (Thünen-Institut, Leopoldina und Umweltbundesamt) sehen den massiven Ausbau von Biosprit deswegen sehr kritisch.

Kurs korrigieren: EU-Biosprit-Politik

2013 wird über eine Reform der EU-Biosprit-Politik verhandelt. Es geht um die Entscheidung über die zukünftige Förderung von Agrarkraftstoffen. Im Herbst 2012 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Begrenzung von Nahrungsmitteln im Biosprit gemacht, der momentan im Europäischen Parlament diskutiert wird.

Die Europa-Parlamentarier haben bei den anstehenden Abstimmungen die Chance, die bisherigen Fehler der EU-Politik zu korrigieren:

  • Das Parlament muss beschließen, die Förderung von Agrokraftstoffen, die in direkter Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen, zu beenden.
  • Außerdem gilt es sicherzustellen, dass die Klimabilanz von Agrokraftstoffen umfassend und verbindlich bewertet wird, einschließlich indirekter Verdrängungseffekte.

Die Abgeordneten sollten sich für eine kostengünstige Verkehrswende ohne Agrosprit einsetzen. Diese könnte zum Beispiel den öffentlichen Nahverkehr stärken, Fahradwege ausbauen, effizientere Fahrzeuge fördern und Verkehrsmittel unterstützen, die mit erneuerbaren Energien angetrieben werden.

Momentan besteht die Gefahr, dass die Reform der EU-Biospritpolitik durch den Einfluss der Industrielobby aufgeweicht wird. Insbesondere wichtige Ausschüsse des Europäischen Parlaments drohen auf Industrielinie einzuschwenken. Der Industrieausschuss wird am 20. Juni, der Umweltausschuss am 10. Juli über die Kommissionsvorschläge beraten. Deshalb müssen wir jetzt handeln.

Schreiben Sie Ihren EU-Abgeordneten!

Beteiligen Sie sich an der E-Mail-Aktion von BUND, Misereor und Oxfam. Teilen Sie den Abgeordneten aus Industrie- und Umweltausschuss mit, dass Sie als EU-Bürger/in Ihren Tank nicht mit Nahrungsmitteln füllen und auf diese Weise zu Hunger und Armut beitragen möchten. Die fehlgeleitete EU-Agrosprit-Politik muss endlich korrigiert werden.

E-Mail versenden: Kein Essen im Tank

Foto: DZ Bank
27 | Mai | 2013

Zeichen der Zeit erkannt: Volksbanken beenden Spekulation mit Nahrungsmitteln

Die DZ Bank – das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken – und ihre Tochter Union Investment haben öffentlich ihren vollständigen Ausstieg aus der Nahrungsmittelspekulation erklärt.

Oxfam begrüßt die Entscheidung des viertgrößten deutschen Finanzinstituts, sich aus den risikoreichen Anlagen in Agrarrohstoffen zurückzuziehen. Der Ausstieg der DZ Bank zeigt, dass sie das Vorsorgeprinzip anwendet und Risiken für in Armut lebende Menschen durch Anlageprodukte, die starke Preisschwankungen und damit das Hungerrisiko für die Armen verschärfen, ernst nimmt.

Der Vorstand Lars Hille plädierte in einem Brief an Foodwatch für die strengere Regulierung der Finanz- und Rohstoffmärkte, beispielweise durch „die Einführung wirksamer Positionslimits an den Börsen“. Darüber hinaus befürwortet das Institut die wissenschaftliche Erforschung der Investitionen in Agrarrohstoffe. Union Investment unterstützt diese Forschung durch eine strategische Kooperation mit Professor Joachim von Braun.

Öffentliche Kritik zeigt Wirkung

Mit ihrem Ausstieg folgen die Volks- und Raiffeisenbanken einer Reihe von europäischen Banken und Finanzinstituten, die sich in den vergangenen anderthalb Jahren aus dem Geschäft mit dem Hunger zurückgezogen haben. Neben Deka, Commerzbank, der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und einigen französischen Banken hatte im August 2012 bereits die österreichische Volksbanken-AG (ÖVAG) alle Anlageprodukte vom Markt genommen, die auf Agrarrohstoffen basieren.

Die Hardliner Allianz und Deutsche Bank geraten unter Druck

Die beiden größten deutschen Nahrungsmittelspekulanten – Allianz und Deutsche Bank – halten jedoch trotz öffentlicher Kritik und zahlreicher Belege für die Risiken bestimmter Finanzprodukte an dem Geschäft mit dem Hunger fest. 2012 legte die Allianz 6,7 Milliarden Euro und die Deutsche Bank 3,7 Milliarden Euro in Agrarrohstoffen an. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen ist diese Haltung kaum mehr nachzuvollziehen. „Beide Konzerne kennen die Risiken, doch der Profit geht anscheinend vor. Allianz und Deutsche Bank handeln in höchstem Maße unverantwortlich“, sagte Oxfams Experte David Hachfeld.

Auch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz (BMELV) findet klare Worte zum Ausstieg der DZ Bank und kritisiert die unverbesserlichen Hardliner: „Die Entscheidung ist zu begrüßen und setzt ein klares Signal. Es ist  wichtig, dass ein klarer Trennstrich gezogen wird zwischen verantwortungsvollen Investitionen, die hilfreich sind im Kampf gegen den Hunger, und Transaktionen, die Preisschwankungen verstärken können. Solche Transaktionen haben auf den Agrarrohstoffmärkten nichts zu suchen. Wer als großes Geldinstitut angesichts von fast 900 Millionen hungernden Menschen auf der Welt hier keinen Unterschied macht, handelt verantwortungslos.“

Gemeinsam wollen wir Allianz, Deutsche Bank und Co. dazu bewegen, endlich aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln auszusteigen.

Jetzt mitmachen: Spekulanten in die Schranken!

© Mike Auerbach/Oxfam Deutschland
© Mike Auerbach/Oxfam Deutschland
21 | Mai | 2013

Deutsche Bank: Zusagen gebrochen, Nahrungsmittelspekulation geht weiter

Anlässlich der Hauptversammlung der Deutschen Bank am 23. Mai 2013 erklärt Oxfam Deutschland:

Auch unter den neuen Vorständen Fitschen und Jain ist die Deutsche Bank beim Geschäft mit der Nahrungsmittelspekulation weiterhin vorn dabei. 3,79 Mrd. Euro investierten die Investmentfonds der Bank 2012 in Wetten auf die Preise von Nahrungsmitteln wie Weizen und Mais. Nahrungsmittelspekulation erhöht das Risiko von Preisschwankungen und Hunger. Menschen in armen Ländern können sich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten, wenn die Preise explodieren. Die Deutsche Bank kennt die Risiken, doch der Profit geht vor.

Die Bank hat im letzten Jahr sogar ihre Zusage gebrochen, die Auflage neuer Fonds so lange auszusetzen, bis sie eine Untersuchung zum Hungerrisiko durchgeführt hat. Oxfams Recherchen zufolge gründete die Deutsche Bank allein im letzten Jahr fünf neue Investmentfonds, die auf die Preise von Agrarrohstoffen wetten. In der Öffentlichkeit möchte die Bank seriös und verantwortungsvoll erscheinen, in Wirklichkeit nimmt sie Hungerrisiken in Kauf und wartet einfach ab, bis Gras über die Vorwürfe wächst.

Gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen hat Oxfam heute eine kritische Bilanz des Geschäftsjahres 2012-2013 gezogen und der neuen Führung der Deutschen Bank ein Armutszeugnis ausgestellt. Neben Nahrungsmittelspekulation trugen u.a. die Unterstützung von Bergbauprojekten, die Gewinn vor Mensch und Umwelt stellen sowie von Rüstungskonzernen, die Waffen in Krisengebieten liefern und Streumunition herstellen, zur schlechten Bewertung bei.

Oxfam-Studie: Hungerroulette: Wie viel deutsche Finanzinstitute durch Nahrungsmittelspekulation einnehmen

Oxfam-Protestaktion vor der Allianz-Hauptversammlung. © argum/Oxfam Deutschland
08 | Mai | 2013

Hungerroulette: Oxfam protestiert auf Allianz-Hauptversammlung

Deutsche Finanzinstitute haben durch die Verwaltung von Nahrungsmittel-Spekulationsfonds 2012 mindestens 116 Millionen Euro eingenommen – allen voran die Allianz. Das zeigt Oxfams Bericht „Hungerroulette“. Bei der Allianz-Hauptversammlung in München protestierten wir gestern gegen Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln.

Laut Oxfams Recherchen ist die Allianz der größte deutsche Anbieter von Agrarrohstofffonds und damit mitverantwortlich für Preisschwankungen und ein verstärktes Hungerrisiko für Menschen in armen Ländern. Insgesamt legten Kunden deutscher Geldhäuser über 11,6 Milliarden in riskanten Wetten auf die Preise von Agrarrohstoffen wie Mais und Weizen an.

Bericht: Hungerroulette – Wie viel deutsche Finanzinstitute durch Nahrungsmittelspekulation einnehmen

Debatte vor versammelten Aktionären

In seinem Jahresbericht an die Aktionäre ging Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Allianz, auf das Thema ein – er bekräftigte jedoch, dass das Unternehmen die Vorwürfe für unbegründet hält. David Hachfeld und Frank Braßel nutzen die Gelegenheit der Hauptversammlung, um den Aktionären die Gründe für Oxfams Vorgehen zu erläutern und für einen Kurswechsel zu werben.

Mehr lesen: Allianz und Nahrungsmittelspekulation

Protestaktion gegen „Casino Allianz“

Vor dem Haupteingang protestierten 15 Oxfam-Aktivisten und empfingen die Aktionäre, um sie über die Verwicklung der Allianz in die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu informieren.  Dabei wurde vor der Olympiahalle ein großes „Hungerroulette“ (drei x zwei Meter) aufgebaut über dem der Schriftzug „Casino Allianz“ prangte.

Bilder von der Protestaktion

Wir weisen Spekulanten in die Schranken!

Gemeinsam wollen wir Allianz, Deutsche Bank und Co. dazu bewegen, endlich aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln auszusteigen. Andere Institute, darunter Commerzbank, DekaBank und Landesbank Baden-Württemberg, haben vorgemacht, dass es geht.

Jetzt mitmachen: Spekulanten in die Schranken!

Truck mit der Aufschrift: „Stand and deliver“
25 | April | 2013

„Mahlzeit!“-Kampagne zu Landgrabbing zeigt Wirkung

Oxfam hat sich im Rahmen seiner „Mahlzeit!“-Kampagne dafür eingesetzt, dass die Weltbank etwas gegen Landgrabbing unternimmt. Dank vielfältiger Aktionen und Lobbygespräche ist in der Weltbank vor und während ihrer Frühjahrstagung am 18./19. April einiges in Bewegung gekommen:

  • Weltbank-Präsident Jim Yong-Kim hat sich ausführlich zu Landrechten geäußert und die Risiken von großflächigen Landgeschäften („Landgrabbing“) anerkannt.
  • Die Oxfam-Kampagne hat eine breite, ernsthafte Debatte in der Weltbank angestoßen. Am Rande des Frühjahrstreffens wurde viel über Land diskutiert, u.a. wurde bekannt, dass bei der Streitschlichtungsstelle der Weltbank-Tochter IFC wöchentlich zwei Beschwerden über Probleme in den geförderten Projekten eingingen, von denen sich 60 Prozent auf Landkonflikte beziehen.
  • Die Weltbank hat sich öffentlich verpflichtet, die neuen freiwilligen UN-Leitlinien für Landrechte umzusetzen. Das ist eine gute Nachricht! Denn so können die Landrechte von marginalisierten Menschen besser geschützt werden.
  • Eine unabhängige Evaluierungskommission der Weltbank wird prüfen, inwieweit die eigenen Weltbank-Programme der letzten Jahre die Landrechte von Menschen gestärkt haben.
  • Die Weltbank hat zugestimmt, dass Landrechte ein zentraler Bestandteil bei der Überprüfung ihrer eigenen Regeln in diesem Jahr sein sollen.

Mehr als 50.000 Menschen haben den Aufruf an den Weltbank-Präsidenten unterschrieben. Vielen Dank an alle Unterstützer/innen!

Da Kim die Unterschriften nicht selbst entgegennehmen wollte, hat Oxfam kurzerhand einen Truck gemietet, der während der Frühjahrstagung um das Weltbank-Gebäude gefahren ist. Die Aufschrift lautete: „Landgrabbing kostet Leben. Mehr als 50.000 Menschen haben bereits Stellung bezogen. Es wird Zeit, dass die Weltbank strengere Regeln gegen Landgrabbing einführt.“ Wir wissen von Mitarbeiter/innen der Weltbank, dass dies viel Aufmerksamkeit erregt hat.

Die Arbeit geht weiter. Versprechen sind natürlich erst mal nur Versprechen. Oxfam wird sich dafür einsetzen, dass die Weltbank Wort hält.

18 | April | 2013

Weltbank zeigt erste Reaktion

Der Unterschriftenaktion ist beendet. Danke an alle, die mitgemacht haben!

Beim Frühjahrstreffen der Weltbank wird diese Woche über die weltweiten Rahmenbedingungen für Landkäufe und -verkäufe diskutiert. Bisher werden die Landrechte der armen Bevölkerungsschichten dabei außer Acht gelassen.

Tausende Menschen haben Oxfams Aufruf an den Weltbank-Präsidenten Jim Yong Kim unterschrieben. Darin fordern wir alle Vertreter/innen der Weltbank auf, sich bei diesem entscheidenden Treffen einzusetzen:

  • für eine nachhaltige Existenzsicherung für Menschen in armen Ländern!
  • für die Einstellung aller Landgeschäfte, die zu Landgrabbing führen!
  • für international verbindliche Regeln für Landgeschäfte, bei denen die Rechte und Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung geachtet werden!

Bislang hat die Weltbank sich verweigert, unseren Aufruf entgegenzunehmen. Deshalb werden wir am 18. und 19. April das Gebäude der Weltbank in Washington mit einem auffälligen LKW umkreisen. Darauf prangen unsere Forderungen: Die Weltbank soll sich für wirkungsvolle Regeln für die bislang unkontrollierte Landnahme einsetzen und den Landraub weltweit stoppen. Die Kongressteilnehmer/innen sollen sehen, dass sich mehr als 50.000 Menschen weltweit gegen Landgrabbing stark machen, und beim Weltbank-Frühjahrstreffen entsprechend handeln.

Am 17. April zeigte die Weltbank immerhin eine erste Reaktion, indem sie auf eine Twitter-Nachricht von Coldplay reagierte. Coldplay hatte das exklusive neue Video „In my place“ den von Landraub betroffenen Menschen gewidmet und tausende Coldplay-Fans aufgerufen, Oxfams Aufruf gegen Landgrabbing zu unterstützen.

Nach dem Ende des internationalen Frühjahrstreffens der Weltbank werden wir an dieser Stelle von der Reaktion der Weltbank und den Ergebnissen des Treffens berichten.

© Mike Auerbach
18 | März | 2013

Mehr als 240 000 Unterschriften gegen Nahrungsmittelspekulation übergeben

Am Dienstag, den 19. März 2013, haben wir an das Bundesfinanzministerium mehr als 240.000 Unterschriften gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln übergeben. Damit fordern wir Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf, für strenge Regulierungen der Finanzmärkte ohne Schlupflöcher einzustehen.

30 Aktivist/innen versammelten sich vor dem Bundesfinanzministerium – genauer gesagt rund um einen Berg von prallgefüllten Getreidesäcken, auf denen zwei Finanz-Spekulanten saßen und um die unter sich befindlichen Lebensmittel zockten. Dagegen protestierten die Aktivist/innen lautstark, indem sie auf Töpfe und Pfannen schlugen.

Die Unterschriften wurden seit Frühjahr 2012 von Attac, Campact, Foodwatch, KAB, Medico international, Misereor, NGG, Oxfam, Südwind, terre des hommes, WEED und der Welthungerhilfe gesammelt.

Wir danken all denjenigen, die unseren Appell gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln unterschrieben haben.

Das haben wir gemeinsam erreicht!

Unsere Kampagne „Mit Essen spielt man nicht!“ kann bereits enorme Erfolge aufzeigen.

  • Im Laufe des letzten Jahres sind  neun europäische Banken aus der Nahrungsmittelspekulation ausgestiegen.
  • Drei Versicherungen haben öffentlich erklärt, auf Investitionen in Nahrungsmittel zu verzichten. Wir begrüßen diese Entwicklung und arbeiten weiter daran, dass noch mehr Finanzdienstleister dem guten Beispiel folgen.
  • Mithilfe der EU-Finanzmarktreform  sollen strengere Regeln gegen die exzessive Spekulation festgelegt werden. Im Finanzministerium und bei der Abstimmung im Europäischen Parlament wurden Teile von Oxfams Forderungen aufgenommen.
  • Tausende von Euch haben auf Konzerten von Coldplay, beim Tollwood-Festival in München, in einem der 43 Oxfam Shops oder über die Oxfam-Website ihren Namen unter unsere Forderungen zur Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation gesetzt.

Unverbesserlich bleiben jedoch die Allianz und die Deutsche Bank. Trotz ihres angekratzten Images haben beide Ende Januar 2013 angekündigt, weiterhin mit Nahrungsmitteln spekulieren zu wollen.

Angesichts der Verzögerung der EU-Verhandlungen auf Ende 2013 besteht die Gefahr, dass die Finanzlobby, insbesondere Hardliner wie Allianz und Deutsche Bank, den Endspurt vor den Verhandlungen nutzen, um die Regulierung zu ihren Gunsten zu verwässern.

Fortführung der Kampagne 2013: Mit Essen spielt man immer noch nicht!

Auf Grund der starken Dynamik in Politik, Wirtschaft und Presse werden wir uns auch weiterhin für eine Regulierung der Finanzmärkte ohne Schlupflöcher für die Finanzinstitute einsetzen. Dabei werden neben der Politik vor allem auch die Allianz und die Deutsche Bank im Fokus der Kampagne stehen, damit das Geschäft mit dem Hungerendgültig gestoppt wird. Wir hoffen, auch in diesem Jahr auf Eure Unterstützung bauen zu können!

Bilder zur Aktion

Fotos von dem Stunt und der Übergabe findet Ihr in unserer Bildergalerie.

Auch in Frankreich wird über die preistreibende Wirkung der Nahrungsmittelspekulation diskutiert. © Abbie Trayler-Smith/Oxfam
08 | März | 2013

Die Kugel rollt: Amundi zieht sich aus der Nahrungsmittelspekulation zurück

Erneuter Erfolg in Frankreich: Der französische Anlagenverwalter Amundi will drei Fonds schließen, mit denen Kunden der Bank auf die Preisentwicklung von Nahrungsmitteln wetten können.

Amundi ist eine Tochterfirma der Crédit Agricole sowie der Schweizer Bank Credit Suisse. Bereits vor zwei Wochen haben wir gefeiert, dass Crédit Agricole drei ihrer Fonds geschlossen hat, die mit Nahrungsmittelspekulation in Verbindung stehen.

Oxfam Frankreich hatte kürzlich kritisiert, dass Amundis Agrarrohstoff-Fonds die Preisschwankungen von Nahrungsmitteln verstärken. Laut Crédit Agricole hat die Schließung der Fonds allerdings nichts mit dieser Kritik zu tun – die Entscheidung sei schon vor Monaten gefallen.

Trendsetter in der französischen Finanzbranche?

Der Ausstieg französischer Banken zeigt, dass auch in Frankreich Bewegung in die Debatte um die preistreibende Wirkung der Nahrungsmittelspekulation gekommen ist. Wir freuen uns über diese Entwicklung und werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die internationale Spekulation mit Nahrungsmitteln endgültig beendet wird.

2013 besteht die Chance, auf EU-Ebene ein klares Regelwerk für die Finanz- und Rohstoffmärkte zu verabschieden.

Wir fordern die Bundesregierung auf, sich dabei für eine wirksame Regulierung stark zu machen und bestehende Schlupflöcher zu schließen.

Unterzeichnen sie den Appell gegen Nahrungsmittelspekulation!

© Mark Chilvers
07 | März | 2013

Der kurze Weg zur Hungerbewältigung: Frauen stärken

Eine bessere Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen würde den beschwerlichen Weg aus dem Hunger und der Mangelernährung deutlich abkürzen. Deshalb ist es notwendig, den Handlungsspielraum der Frauen zu erweitern.

Das schreibt der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung Olivier de Schutter in seinem neuesten Bericht „Gender and the right to food“, den er am 4. März 2013 dem UN-Menschenrechtsrat in Genf vorstellte.

Die familiäre und kleinbäuerliche Landwirtschaft wird heutzutage vor allem von Frauen getragen, erklärt de Schutter. Männer ziehen auf der Suche nach Arbeit meist in die Städte und überlassen es den Frauen, sich um die Familie und das Haus zu kümmern. Leider ist das für die Frauen in den meisten Fällen schwer umsetzbar.

„Doch die Mittel für eine Verbesserung ihrer Situation wird den Frauen zu oft verwehrt – sowohl auf als auch außerhalb ihrer Höfe“, betont de Schutter.

Was muss getan werden, um Frauen zu stärken?

  • Alle diskriminierenden Gesetze und Praktiken, die Frauen den Zugang zu landwirtschaftlichen Ressourcen erschweren, müssen abgeschafft werden.
  • Frauen müssen Unterstützung bei der Kinderbetreuung und bei der Versorgung der Familie erhalten.
  • Mädchen muss ein besserer Zugang zu Schulbildung verschafft werden.

Was würde sich ändern?

Wenn Frauen die gleichen Rechte wie die Männer besäßen, würde der Hunger zurückgehen. Frauen hätten mehr Zeit und Möglichkeiten, sich um die gesunde Ernährung ihrer Familie zu kümmern.

Die Befähigung der Frauen sollte auch dazu führen, dass sie sich für eine Neuentwicklung der bestehenden sozialen Systeme einsetzen, um ihre Stellung langfristig zu verbessern.

Der UN-Experte rief alle Mitgliedsstaaten dazu auf, mehrjährige und transformative Strategien zur Nahrungsmittelsicherheit einzuführen, die die Gleichstellung von Frauen und Männern sicherstellt und traditionelle Geschlechterrollen und Verantwortlichkeiten neu verteilt.

Mehr lesen

Olivier de Schutter: Gender and the right to food (PDF)

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Vom Flyer zur Studie – umfassende Infomaterialien zur Mahlzeit! Kampagne.

Erfahren Sie mehr über die Kampagne Mahlzeit! Hier können Sie alle Druckerzeugnisse rund um die Kampagne herunterladen und ansehen.

Allianz-Flyer [PDF | 3,9 MB]

Die Allianz ist die Nummer eins in Deutschland bei der Spekulation mit Nahrungsmitteln. Fordern Sie die Allianz auf das Geschäft mit dem Hunger zu beenden


Allgemeiner Flyer [PDF | 716 KB]

Zeigt verschiedene Gründe und Lösungen zum weltweiten Hungerskandal.

 


Spekulationsflyer [PDF | 3,3 MB]

Spekulation steht 2012 im Fokus der Kampagne. Oxfam fordert ein Ende der preistreibenden Spekulation mit Nahrungsmitteln.


Studie [PDF | 2,37 MB]

Was sind die Ursachen der aktuellen Nahrungsmittelkrise, was bedeutet sie für Menschen weltweit? Die Studie „Aufbruch in ein neues Zeitalter“ gibt Antworten.


Unterschriftenliste [PDF | 5,87 MB]

Aufruf gegen Nahrungsmittelspekulation. Unterschreiben Sie unsere Forderung an die Bundesregierung!

 

 

Allianz bleibt Spitzenreiter beim Geschäft mit dem Hunger

Oxfam protestiert auf der Allianz-Hauptversammlung gegen diese Anlagen, weil sie das weltweite Hungerrisiko verstärken. Gemeinsam mit den Kritischen Aktionären hat die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation einen Antrag auf Nicht-Entlastung des Allianz-Vorstands eingereicht.

Nahrungsmittelspekulation stoppen: Spekulanten in die Schranken!

Etwa eine Milliarde Menschen auf der Erde hungern. Ein Grund dafür: Sie können gestiegene Preise für Nahrungsmittel nicht mehr zahlen. Nahrungsmittelspekulation ist maßgeblich mitverantwortlich für extreme Preisschwankungen.

Arbeit auf den Kakaoplantagen - ein harter Alltag für Frauen

Die meisten Frauen auf Kakaoplantagen in westafrikanischen Ländern wie der Elfenbeinküste oder Nigeria sind schlecht bezahlte Saisonarbeiterinnen. Sie verdienen deutlich weniger als Männer und besitzen zudem seltener Land. Dabei hätte eine Unterstützung der Frauen direkten Nutzen für die Ernährungslage und die Kindergesundheit. Oxfam hat mit Frauen auf Kakaoplantagen in Nigeria und in der Elfenbeinküste gesprochen.

Landgrabbing-Protest: Aktivist/innen verkaufen Sehenswürdigkeiten

Was haben das Opernhaus von Sydney, das Washington Monument und die Sagrada Familia in Barcelona gemeinsam?

Nahrung für eine Woche: Familien zeigen, was auf ihrem Speiseplan steht

Wie viel Essen hat eine Familie für eine Woche? Menschen aus verschiedenen Regionen der Welt zeigen ihre wöchentliche Menge und Auswahl an Nahrungsmitteln.

Oxfam auf der Agrar-Demo in Berlin

Am 19. Januar zeigte Oxfam bei der goßen Agrardemo in Berlin Flagge: Unter dem Motto "Mit Essen spielt man nicht!" protestierten wir gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln, die eine Ursache dafür ist, dass wieder mehr Menschen auf der Welt Hunger leiden müssen.

Allianz: Protest gegen Spekulation mit Nahrungsmitteln

In blauen Anzügen, mit weißen Handschuhen und Masken haben Aktivist/innen von Oxfam und Attac vor den Treptowern der Allianz SE in Berlin demonstriert. Mit großen Schildern mit der Aufschrift „Nahrungsmittelspekulation stoppen!“ forderten sie anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen des Unternehmens das Ende der Zockerei mit Essen an den Warenterminmärkten.

Topfdemo gegen Nahrungsmittelspekulation

Leere Töpfe – leere Mägen: 400 Menschen schlugen Alarm gegen den Hunger.

Demonstration gegen Nahrungsmittelspekulation

Ein Protestorchester mit hunderten von Töpfen und Schlägeln zog am Sonntag vom Brandenburger Tor vor das Kanzleramt. Die Forderung der Demonstrantinnen und Demonstranten an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: „Nahrung ist ein Menschenrecht – Mit dem Essen spielt man nicht – stoppen Sie die Spekulation mit Nahrungsmitteln!“

Eindrücke von der „Mahlzeit!“-Tour

Vom 18. bis zum 27. Juni tourte die „Mahlzeit!“-Outdoor-Ausstellung durch Süddeutschland.

Mitmachen:

Schreiben Sie der Allianz!

Fordern Sie die Allianz auf, aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln auszusteigen!

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