Bildung für alle!
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Weltklasse! Die Schulaktionswochen der Globalen Bildunskampagne
Weltklasse! - das neue Aktionskonzept für die Schulaktionswochen der Globalen Bildungskampagne in Deutschland gibt es seit 2012. Jedes Jahr steht eines der Bildung für alle-Ziele im Vordergrund.
Foto: 1GOAL-Botschafter Jérôme Boateng
Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng unterstützte die Aktion "1GOAL – Bildung für alle" der Globalen Bildungskampagne zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. © Globale Bildungskampagne
Foto: Heike Makatsch
Heike Makatsch liest aus dem „Großen Lesebuch“ – die Texte für dieses Buch lieferten unter anderem Nelson Mandela, Günther Grass und Cornelia Funke. © Jörg Peters/Oxfam Deutschland
Foto: Johanna Christine Gehlen
Johanna Christine Gehlen schreibt eine Botschaft an die Bundesregierung in das "Große Lesebuch". © Dirk Eisermann/Oxfam Deutschland
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Bildung für alle!

Wussten Sie, dass 61 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule gehen können und 775 Millionen Erwachsene Analphabeten sind – zwei Drittel davon Frauen? Und das, obwohl Bildung ein grundlegendes Menschenrecht ist.

Diese Bildungsungerechtigkeit muss ein Ende haben! Deswegen macht die Globale Bildungskampagne/Global Campaign for Education mit öffentlichen Aktionen und Lobbyarbeit Druck auf Regierungen weltweit.

Sie fordert von den Politikerinnen und Politikern vor allem, dass sie die Bildung für alle-Ziele umsetzen, die im Jahr 2000 auf dem Weltbildungsforum in Dakar von 164 Staaten – darunter Deutschland – beschlossen wurden.

Die sechs Bildung für alle! - Ziele

 

Globale Bildungskampagne

Die Globale Bildungskampagne

Gegründet wurde die Global Campaign for Education 1999 von drei Organisationen: Oxfam, Action Aid und Education International. Heute gehören der Kampagne Entwicklungsorganisationen, Bildungsgewerkschaften und zivilgesellschaftliche Netzwerke in über 80 Ländern an.

Jedes Frühjahr veranstaltet die Globale Bildungskampagne weltweite Schulaktionswochen mit dem Ziel, Schüler/innen über Bildungsungerechtigkeit zu informieren und öffentlichen Druck zu erzeugen. Dazu stellt sie jährlich Unterrichtsmaterialien bereit, die kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden können. In Deutschland finden die Aktionswochen seit 2012 unter dem Titel Weltklasse! statt.

Gruppen:
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Aktionswochen für Schulen
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Weltklasse Lehrer gesucht!
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05 | Oktober | 2012

Bundesregierung vernachlässigt Grundbildung in armen Ländern

Unterricht in der Grundschule Mhunze Primary School im Distrikt Kishapu in Tansania. © Sandra Dworack/Oxfam Deutschland

Die aktuelle Studie von Oxfam zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bildungssektor zieht eine Zwischenbilanz: Die Bundesregierung engagiert sich zu wenig für Grund- und Sekundarbildung in armen Ländern.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat zwar 2012, verglichen mit den Leistungen in 2010, insgesamt höhere Zusagen für Bildung gemacht – die geplanten Zusagen für Grundbildung sind aber deutlich geringer: Wurden in 2010 noch 113 Millionen Euro für Grundbildung zugesagt, so sind die geplanten Zusagen inzwischen auf 81 Millionen geschrumpft. Für die Sekundarbildung sind nur 5 Millionen Euro vorgesehen – magere 1,9 % der Zusagen für Bildung. Stattdessen profitieren von den 267 Millionen Euro jetzt hauptsächlich die Berufs- und Hochschulbildung.

Besonders alarmierend sind diese Trends vor dem Hintergrund der Bildungssituation weltweit:

  • 31 Millionen Kinder in Afrika südlich der Sahara sind 2010 nicht zur Schule gegangen – 2 Millionen mehr als 2008.
  • Weltweit können 132 Millionen Kinder keine Grund- und Sekundarschule besuchen.
  • Es fehlen 1,7 Millionen neue Lehrerinnen und Lehrer, um gute Bildung für alle Realität werden zu lassen.
Niebel muss jetzt umsteuern

Die Bundesregierung und die Leitung des BMZ hatten seit dem Regierungswechsel 2009 wiederholt betont, dass die Entwicklungszusammenarbeit im Bildungssektor gestärkt werden soll. Anfang des Jahres stellte das BMZ eine neue Strategie zur Förderung der Bildung in armen Ländern vor. Das Ministerium formulierte darin zehn Ziele, an deren Erreichung bis Ende 2013 es sich messen lassen will. Ein wesentliches Ziel laut BMZ: Qualität und Zugang zu Grund- und Sekundarbildung verbessern.

Die Herausforderungen im Grund- und Sekundarschulbereich sind enorm. Wir fordern Entwicklungsminister Dirk Niebel dazu auf, für 2013 umfangreiche finanzielle Zusagen für Grund- und Sekundarbildung zu machen, um dem dramatischen Abwärtstrend entgegenzuwirken.

Mehr lesen:

Studie: Zehn Ziele für mehr Bildung? Eine Untersuchung der Zusagen des BMZ im Bildungsbereich

Oxfams Twitter-Streitgespräch mit dem BMZ

28 | August | 2012

Raten, staunen, informieren: Die Bildungskampagne beim Tag der offenen Tür im BMZ

Foto: Gudrun Kopp nimmt Weltklasse!-Botschaft entgegen
Gudrun Kopp nimmt Weltklasse!-Botschaft entgegen © Globale Bildungskampagne

Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ, erhält Botschaft der Weltklasse!-Aktionswochen 2012

Trotz schwül-heißer Temperaturen kamen am Sonntag, den 19. August 2012, zahlreiche Interessierte zum Tag der offenen Tür ins Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Neben verschiedenen Botschaften und mehr als 60 NGOs stellte auch die Globale Bildungskampagne ihre Arbeit vor.

Besucher/innen konnten die Ausstellung der Aktionsbeiträge 2012 im Foyer des Ministeriums bestaunen, ihr Wissen zur weltweiten Bildungssituation in einem Quiz überprüfen und die Vertreter/innen der Kampagne am Stand mit Fragen löchern.

Am frühen Nachmittag besuchte die Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp die Globale Bildungskampagne und nahm mit dem Aktionsposter die Botschaft der über 150 Einsendungen zu den Weltklasse!-Aktionswochen 2012 entgegen: Die Bundesregierung muss mehr dafür tun, damit jedes Kind weltweit angemessen gefördert und betreut wird.

06 | Juli | 2012

Unterricht in Tansania: Bildungsprogramme noch weit davon entfernt, Schule zu machen

Trotz Bildungsoffensive verlassen viele Kinder die Schule, ohne lesen und schrei
Trotz Bildungsoffensive verlassen viele Kinder die Schule, ohne lesen und schreiben zu können. © Oxfam Deutschland

Tansania gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Wie in vielen Ländern Ostafrikas ist der Zugang zu Bildung auch hier noch immer unzureichend. Oxfams Bildungsexpertin Sandra Dworack besuchte im Februar den Nordwesten des Landes und hat die Schulsituation vor Ort erlebt. Sie sprach auch mit Eltern und Lehrerinnen in der Region Shinyanga im Norden Tansanias.

Auf den ersten Blick eine Erfolgsgeschichte: Bereits 2002 schaffte die Regierung die Schulgebühren ab und startete ein umfangreiches Bildungsprogramm. Laut offiziellen Angaben liegt die Einschulungsrate für die Grundschule bei über 96 Prozent, und mehr als 60 Prozent der Kinder schaffen nach sieben Jahren Grundschule die Abschlussprüfung.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass Tansania noch weit davon entfernt ist, das Millenniumsziel 2 „Grundbildung für alle“ zu erreichen: Denn bei der Unterrichtsqualität gibt es sehr großen Nachholbedarf. In den vergangenen Jahren wurden u.a. mit internationaler Unterstützung Schulen gebaut, mehr Klassenzimmer und sanitäre Einrichtungen errichtet. Demgegenüber steht jedoch ein großer Mangel an ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern sowie an Lehrmaterial. In ländlichen Gebieten kommen auf einen Lehrer 80 Schüler. Die Lernerfolge sind entsprechend gering. Trotz der offiziellen Erfolgsmeldungen verlässt ein Großteil der Kinder die Schule, ohne richtig lesen oder schreiben zu können. Mädchen haben in den letzen Jahren beim Schulbesuch zwar aufgeholt, gehen aber immer noch seltener als Jungen zur Schule.

Ich wollte unbedingt, dass auch meine Tochter zur Schule gehen kann. Sie ist selbstbewusst und kann nun für sich selber sorgen.Ruth Lamaik

„Alle meine Kinder können zur Schule gehen. Das ist wichtig, denn nur mit ausreichender Bildung können sie eine gute Arbeit finden und ihren Lebensunterhalt verdienen“, sagt Ruth Lamaik. Die 49-Jährige ist verwitwet und hat dennoch all ihren vier Kindern den Schulbesuch ermöglicht. Darauf ist sie stolz. Ihre Söhne gehen noch zur Schule, ihre Tochter, das älteste Kind, hat die Schule bereits absolviert und arbeitet. „Ich bin selber in die Grundschule gegangen, ich weiß, wie wichtig Bildung gerade für Mädchen ist. Ich wollte unbedingt, dass auch meine Tochter zur Schule gehen kann. Sie ist selbstbewusst und kann nun für sich selber sorgen.“ Deshalb engagiert sich Ruth auch im Schulkomitee der Ng’wihando-Grundschule. „Nicht alle Familien schicken ihre Töchter in die Schule. Sie denken nicht, dass es wichtig sei. Dabei ist Bildung doch der Start in ein besseres Leben! Gerade für junge Frauen!“

Amani Marabi ist Lehrerin aus Überzeugung.

Amani Marabi, Lehrerin in Tansania„Als ich zur Schule ging, gab es nur eine Lehrerin an der Schule. Sie wurde mein großes Vorbild.“ Marabi leitet die Grundschule Ng’wihando in der Region Shinyanga und ist mit großem Engagement bei der Sache, auch wenn sie mit vielen Problemen zu kämpfen hat. „Wir haben zwar genug Klassenzimmer, aber nicht genügend Lehrerinnen und Lehrer. In einer Klasse sitzen mehr als 60 Kinder. Auch fehlen uns Bücher. Oft müssen sich 30 Kinder ein Buch teilen.“ Von dem von Oxfam Irland finanzierten Lehrer-Weiterbildungsprogramm haben auch Marabi und ihre Kolleginnen profitiert.

„Wir haben neue Methoden erprobt, beziehen die Kinder aktiv in den Unterricht ein, lassen sie in Gruppenarbeit selbst Lösungen erarbeiten. Die Qualität des Unterrichts ist nun besser, die Kinder lernen mehr. Wir sind bessere Lehrer geworden.“ Sorgen bereitet ihr die mangelnde Unterstützung durch den Staat: „Wir brauchen viel mehr Lehrer und Bücher! Die Klassen sind einfach zu groß. So können wir die Kinder nicht ausreichend fördern. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, damit alle Kinder nicht nur für die Schule angemeldet sind, sondern auch gut lernen können.

14 | Juni | 2012

Viele Wege, ein Ziel: Kinder und Jugendliche im kreativen Bildungseinsatz

YOUtebeutel-Aktion YOU 2012
Big Picture YOUtebeutel © Globale Bildungskampagne
Tausende Kinder und Jugendliche setzen sich deutschlandweit für mehr und bessere Bildung ein

Mehr als 260 Schulen, Kitas und weitere Bildungseinrichtungen haben sich vom 22. April bis zum 10. Juni an den Aktionswochen 2012 Weltklasse! An die Stifte, fertig, los! beteiligt. In individuell gestalteten Unterrichtsstunden entdeckten Kinder und Jugendliche das Jahresthema „frühkindliche Bildung weltweit“. Sie organisierten zudem Veranstaltungen mit Politikerinnen und Politikern, verfassten Briefe an Bundestagsabgeordnete, malten Bilder mit Erinnerungen an ihre eigene Kindergartenzeit oder brachten ihre Wünsche für die Kinder weltweit zu Papier.

Einen krönenden Abschluss fanden die Weltklasse!-Aktionswochen auf der Jugendmesse YOU in Berlin: Kinder und Jugendliche waren vom 8. bis 10. Juni gefragt, ihre Ideen und Forderungen für mehr und bessere Bildung weltweit auf Jutebeutel zu bringen. Am Samstag fand im Sommergarten des Messegeländes ein professionell angeleiteter Graffiti-Workshop statt. Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 18 Jahren erinnerten sich gemeinsam an ihre Kindergartenzeit und sprühten Symbole einer wünschenswerten Kindheit an die Wände.

Alle eingesandten Aktionsbeiträge

 

Die Themen der Aktionswochen 2009 waren Alphabetisierung und lebenslanges Lernen. Hier sehen Sie die Highlights des "Großen Lesens" 2009, u.a. mit Heike Makatsch und Tim-Thilo Fellmer.