Äthiopien: Kühe und Schafe sichern Überleben
Das Schafzucht-Projekt von CISO* hilft Menschen in Äthiopien – Erfahrungsberichte
Foto © CISO, ÄthiopienDie 55jährige Witwe Dararo Wako
wohnt mit ihren zwei Söhnen und drei Töchtern in Shabe Della. Ein halber Hektar Land steht ihnen zur Verfügung. Trotz körperlicher Schwäche ist es Dararo wichtig, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Dafür verkaufte sie ihre Herde, um Schulgebühren, Schuluniformen, Bücher und Schreibutensilien bezahlen zu können. Seit dem sie drei Schafe erhalten hat, ist die Witwe erleichtert:
„Am wichtigsten ist es, die Tiere gesund zu halten“. Denn wenn die Schafe sich vermehren, verbessert sich auch die wirtschaftliche Lage von Dararo und ihren Kindern.
Foto © CISO, ÄthiopienGebre-Senbet ist eine sechjährige Waise
und lebt im Ort Shilicho. Das Mädchen verlor ihre Mutter vor fünf und ihren Vater vor drei Jahren. Sie, ihre drei Schwestern und zwei Brüder sind auf den 18-jährigen Abebayehu, ihren großen Bruder, angewiesen. Einen halben Hektar Land nennen sie ihr Eigen. Mit dem Tod ihrer Eltern musste Abebayehu die Schule verlassen. Auch für die Geschwister konnte niemand die Schulgebühren bezahlen.
Hoffnung geben ihnen nun die drei Schafe: Die Geschwister kümmern sich gut um ihre Tiere und freuen sich über jedes Lamm, das nun geboren wird.
Foto © CISO, ÄthiopienFelekech Roba, 45jährige Witwe aus dem Ort Shilicho
bewirtschaftet ein winziges Stück Land, um ihre neunköpfige Familie über Wasser zu halten. Unter Aufwendung großer Entbehrungen hat sie ihre Kinder zur Schule geschickt. Doch erst nachdem sie die drei Schafe erhielt, verbesserte sich allmählich ihre Lebenssituation. Nun, wo sich die Schafe vermehren, hat die Familie weniger Existenzangst. Felekech hat bereits ein Lamm an Zenebech Teshome, die auch für das Schafprojekt ausgewählt wurde, weitergeben können. Zenebech erhält nun von drei Familien, die Schafe erhalten haben, das erstgeborene Lamm. Felekechs Erfolg mit ihrer Schafzucht wird in ihrer Nachbarschaft hoch anerkannt. „Ich bin froh, dass meine Schafe viele Junge bekommen. So kann ich mir und meiner Familie eine Lebensgrundlage sichern“.
Foto © CISO, ÄthiopienYitina Dukamo ist ein 38jähriger Bauer aus dem Ort Buna Tawaba.
Mit seiner Frau Gete und den drei Kindern lebt er auf einem halben Hektar Land. Früher waren sie sehr arm und wurden deshalb in ihrem Dorf für das Schafprojekt ausgewählt. Yitina hatte keine Erfahrung in Tierhaltung. Jetzt gehört Yitina zu den erfolgreichsten Züchtern des Projektes. „Beim Training zur Schafzucht und Tierhaltung habe ich gelernt, wie ich die Tiere gut versorgen und gesund halten kann.“
Foto © CISO, ÄthiopienNach der Fortbildung erhielt Yitina drei Schafe. „Ich achte sehr darauf, was meine Schafe fressen. Das richtige Futter ist entscheidend für eine erfolgreiche Zucht“, berichtet Yitina. Er hat bereits Jungvieh an Familien im Dorf weitergegeben, die wie er für die Schafzucht ausgewählt wurden. Für Yitina und seine Familie zahlt sich die erfolgreiche Schafzucht bereits aus: Sie haben Schafe verkauft und sich eine Kuh angeschafft. Wenn Yitina und Gete an morgen denken, sagen sie: „Jetzt möchten wir unsere Kuhherde vergrößern, denn dann haben wir auch in Zukunft weniger Sorgen. Wir danken CISO und Oxfam für die Unterstützung“.
Die 50jährige Witwe Lagoye Shabe
lebt im Ort Babe Komolcha. Sechs Kinder brachte sie zur Welt, von denen vier im Kleinkindalter gestorben sind. Früher hatte sie Milchkühe und Ochsen. Ein Teil ihres Viehs starb an Krankheiten. Den anderen Teil musste sie verkaufen, um überleben zu können. Dann wurde sie von ihrem Dorf für die Schafzucht ausgewählt. „Früher war mein Land nicht fruchtbar, weil ihm der Kuhdung fehlte“, berichtet uns Lagoye. „Seitdem ich die Schafe von CISO erhalten habe, blühen sowohl meine Familie als auch mein Land auf, denn durch die Trainings in Viehhaltung bin ich eine bessere Züchterin geworden.“ In wenigen Jahren will Lagoye eine große Schaf- und Kuhherde besitzen. „Dann können wir endlich wieder viel Milch trinken“.
*CISO: Community Initiative Support Organisation
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