Burundi: Endlich eine richtige Schule!
Foto: Blick auf die Grundschule in Butega. © Fercus Nzomararumwe/OAP
Die Grundschule in Butega ist nur zu Fuß über das bergige Umland Mubimbis zu erreichen. © Fercus Nzomararumwe/OAP
Foto: Traditionelle Tänze zur feierlichen Einweihung der neuen Schule in Butega.
Traditionelle Tänze untermalen die feierliche Einweihung der neuen Schule in Butega. © Vera Siber/Oxfam
Foto: Jetzt ist die Versorgung mit Trinkwasser gewährleistet.
„Wasser macht Schule“: Jetzt ist in Butega die Versorgung mit Trinkwasser gewährleistet. © Fercus Nzomararumwe/OAP
Foto: Die Latrinen sind für Mädchen und Jungen getrennt. © Vera Siber/Oxfam
Butega: Die Latrinen sind für Mädchen und Jungen getrennt. © Vera Siber/Oxfam
Foto: Direkt neben den Latrinen befindet sich das neue Waschbecken.
Butega: „Hände waschen nicht vergessen“: Direkt neben den Latrinen befindet sich das neue Waschbecken. © Vera Siber/Oxfam
Foto: Die neuen Schulbänke in Butega. © Vera Siber/Oxfam
Jetzt können auch die Mädchen und Jungen in Butega endlich die Schulbänke drücken! © Vera Siber/Oxfam
Foto: Die Kinder in Butega freuen sich über das frische Trinkwasser.
Die Kinder in Butega freuen sich über das frische Trinkwasser. © Fercus Nzomararumwe/OAP
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Burundi: Endlich eine richtige Schule!

Im Dorf Cishinzo in Karama ist der Grundstein für eine neue Grundschule bereits gelegt: Engagierte Eltern hatten sich zusammengeschlossen und an unsere Partnerorganisation OAP (Organisation d’Appui à l’auto Promotion) gewandt, um ihren Kindern den geregelten Schulbesuch zu ermöglichen. Eigeninitiative, die sich nun lohnen soll – meint Oxfam! Im Oktober 2010 begannen die Bauarbeiten.

Abgesehen von OAP sind nur wenige nationale und internationale Nichtregierungsorganisationen in der Provinz Bujumbura Rural aktiv. Hier, im Dorf Cishinzo, Landkreis Nyabiraba, entsteht nun eine neue Schule, mit finanzieller Unterstützung Oxfams und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Diese Grundschule bietet dann bis zu 600 Schüler/innen und ihren Lehrer/innen Platz zum Lernen und Lehren. Die alte, unbefestigte Schule war mehrfach von Unwettern zerstört worden.

In den nächsten Monaten entstehen also sechs Klassenzimmer, ein Raum für die Schulleitung und acht nach Geschlechtern getrennte Latrinen. Mit Hilfe der Eltern, die nicht nur einen Teil des Baumaterials beschaffen, sondern auch tatkräftig mit anpacken, wird der Einschulung schon bald nichts mehr im Wege stehen.

Außerdem: Wasserversorgung

Zusätzlich erhalten insgesamt vier Grundschulen, zwei Gesundheitszentren und über 1.000 Haushalte eine neue Trinkwasserversorgung. Einerseits können so die hygienischen Verhältnisse in den Gemeinden verbessert und Krankheiten reduziert werden, die auf verunreinigtes Wasser zurückgehen. Andererseits stellt dies für die Frauen und Mädchen eine große Arbeitserleichterung und Zeitersparnis dar. Denn der Tradition zufolge sind sie dafür zuständig, das Wasser zu holen.

Planung und Umsetzung der Bauarbeiten erfolgen zusammen mit der Bevölkerung. Ein Eltern- und Wasserkomitee sichert den Ablauf sowie die nachhaltige Instandhaltung der Anlagen. Rund 200 Menschen werden als Handwerker/innen und Arbeiter/innen beschäftigt und erhalten ein Einkommen.

In dieser schwer zugänglichen Bergregion konnte bereits im Frühling letzten Jahres im Dorf Butega, Landkreis Mubimbi, der Schulbetrieb aufgenommen werden.

Nun ist auch in Cishinzo ein erster Baustein für die Zukunft gelegt.

Erfolgreiche Partnerschaft schafft das Fundament

Oxfam Deutschland arbeitet seit 2007 mit OAP zusammen. Im Frühling 2010 wurde, nach  eineinhalbjähriger Planungs- und Bauzeit, eine neue Grundschule im Dorf Butega in der Region Bujumbura Rural eingeweiht. Finanziert wurde dieses Projekt ebenfalls mit Unterstützung des BMZ. Sechs große, helle Klassenräume, Toiletten und eine neue Trinkwasserversorgung sind entstanden in Butega. Die Wasserleitung versorgt auch zwei weitere Schulen, drei Kirchengemeinden und ein Gesundheitszentrum.

Die Provinz Bujumbura Rural liegt im Westen des Landes und grenzt an die Hauptstadt Bujumbura und den Tanganyika-See. Aufgrund der Nähe zur Hauptstadt war die Provinz während der kriegerischen Auseinandersetzungen im Land (1993-2005) stark umkämpft.

Der Lebensstandard der Bevölkerung hatte sich seit Ausbruch des Bürgerkriegs ständig verschlechtert. 92 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Die Produktion ging jedoch aufgrund von ausgelaugten, erodierten Böden und wiederholten Fluchtbewegungen zurück.

Der Handel, der aufgrund der Nähe zur Hauptstadt früher einen wichtigen Wirtschaftszweig darstellte, kam in Folge der schlechten Sicherheitslage fast ganz zum Erliegen und läuft wegen der zerstörten Infrastruktur nur langsam wieder an. Ein Großteil der Einwohner/innen der Landkreise Nyabiraba und Mubimbi lebt von Subsistenz-Landwirtschaft, mit einem geschätzten Durchschnittseinkommen von weniger als einem US-Dollar pro Woche.