Nach nur neun Monaten hat die Regierung des westafrikanischen Staates Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) die 2011 abgeschafften Direktzahlungen zur Basisgesundheitsfürsorge wieder eingeführt. Nun müssen Patienten durchschnittlich fast zwei US-Dollar für einen Besuch im Gesundheitszentrum aufbringen. Ab sofort sind nur noch Mütter und Kleinkinder von den Gebühren befreit.
Die wichtige Reform, die besonders in Armut lebende Menschen finanziell entlasten und ihnen den Besuch einer Gesundheitsstation ermöglichen sollte, war von Beginn an zum Scheitern verurteilt, denn sie war schlecht geplant, mangelhaft kommuniziert und unterfinanziert. Die Befreiung von der Kostenbeteiligung hatte die Patientenzahlen in die Höhe schnellen lassen, worauf das Gesundheitssystem nicht vorbereitet war. Fehlendes Personal sowie nicht vorhandene Medikamente und Medizintechnik führten zu erheblichen Frustrationen bei Patienten und Fachkräften. Außerdem bedeuteten mehr Patienten auch enorm gestiegene Gesamtkosten.
Die erneute Einführung der Gebühren macht für viele Menschen nun den Zugang zur Gesundheitsfürsorge wieder so gut wie unmöglich. Fast ein Viertel der Bevölkerung lebt in absoluter Armut, 48 Prozent der Menschen haben weniger als zwei US-Dollar pro Tag zur Verfügung, um ihr Überleben zu sichern.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Beiträge zur Gesundheitsfürsorge für in Armut lebende Menschen die größte Hürde, um Zugang zu Gesundheitsfürsorge zu erreichen.
Anstatt die Patientenbeteiligung wieder einzuführen, sollte die Regierung der Elfenbeinküste ihre Versprechen einlösen und die Ausgaben für den Gesundheitssektor erhöhen. Zurzeit liegen sie bei nur fünf Prozent des nationalen Haushalts. Dabei hatte die Regierung bereits 2001 angekündigt, diesen Anteil auf 15 Prozent zu erhöhen.


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