Elfenbeinküste: Trinkwasser und Nahrung für Vertriebene
Zurückgekehrte Flüchtlinge in Duekoué beginnen die Spuren der gewaltsamen Aussch
Zurückgekehrte Flüchtlinge in Duekoué beginnen die Spuren der gewaltsamen Ausschreitungen zu beseitigen. © Caroline Gluck/Oxfam
Trauer um den Vater, der bei den gewalttätigen Ausschreitungen in der Elfenb
Die vierzehnjährige Cristelle Semao und ihr zwanzigjähriger Bruder Cyril trauern um ihren Vater, der bei den gewalttätigen Ausschreitungen in der Elfenbeinküste ums Leben kam. © Caroline Gluck/Oxfam
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Elfenbeinküste: Trinkwasser und Nahrung für Vertriebene

In Folge der Präsidentschaftswahlen im November 2010 kam es in der Elfenbeinküste zu einer von Gewalt und Vertreibung begleiteten politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Ausschreitungen führten zur Vertreibung von nahezu einer Millionen Menschen. Oxfam stellt die Versorgung von Vertriebenen im stark betroffenen Westen des Landes mit Trinkwasser, sanitärer Infrastruktur und Lebensmitteln sicher.

Äußerst angespannt ist die Situation im nord-westlichen Teil der Region Moyen Cavally. Alleine hier sind mehr als 50.000 Vertriebene offiziell registriert – die Zahl dürfte in der Realität allerdings wesentlich höher liegen: Viele Menschen fanden Zuflucht in privaten Haushalten, wodurch sich die Erfassung schwierig gestaltet.

Die bei Gastfamilien oder in hastig errichteten Camps untergebrachten Vertriebenen haben häufig nur beschränkten Zugang zu sauberem Wasser, sanitärer Infrastruktur und Nahrungsmittel. Die Gefahr des Ausbruchs und der epidemischen Verbreitung übertragbarer Krankheiten ist aus diesem Grund imminent.

Oxfam ist seit April 2011 in der Region tätig. Durch die Bohrung neuer Brunnen und die regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität sollen bis zu 100.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Um die hygienischen Verhältnisse weiter zu verbessern, errichtet Oxfam darüberhinaus Latrinen und verteilt Seife sowie andere grundlegende Hygieneartikel. Gleichzeitig gibt Oxfam Nahrungsmittelgutscheine aus, um zur Ernährungssicherung der in den meisten Fällen völlig mittellosen Vertriebenen beizutragen.

Auch bei der Rückkehr in ihre Heimat wird Oxfam die Menschen in Zukunft begleiten. Neben der Instandsetzung der Wasserversorgung und der sanitären Infrastruktur wird der Fokus auf der Verteilung ladwirtschaftlicher Produktionsmittel liegen.

01 | Februar | 2012

Elfenbeinküste: Gebühren für Gesundheitsfürsorge wieder eingeführt

Nach nur neun Monaten hat die Regierung des westafrikanischen Staates Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) die 2011 abgeschafften Direktzahlungen zur Basisgesundheitsfürsorge wieder eingeführt. Nun müssen Patienten durchschnittlich fast zwei US-Dollar für einen Besuch im Gesundheitszentrum aufbringen. Ab sofort sind nur noch Mütter und Kleinkinder von den Gebühren befreit.

Die wichtige Reform, die besonders in Armut lebende Menschen finanziell entlasten und ihnen den Besuch einer Gesundheitsstation ermöglichen sollte, war von Beginn an zum Scheitern verurteilt, denn sie war schlecht geplant, mangelhaft kommuniziert und unterfinanziert. Die Befreiung von der Kostenbeteiligung hatte die Patientenzahlen in die Höhe schnellen lassen, worauf das Gesundheitssystem nicht vorbereitet war. Fehlendes Personal sowie nicht vorhandene Medikamente und Medizintechnik führten zu erheblichen Frustrationen bei Patienten und Fachkräften. Außerdem bedeuteten mehr Patienten auch enorm gestiegene Gesamtkosten.

Die erneute Einführung der Gebühren macht für viele Menschen nun den Zugang zur Gesundheitsfürsorge wieder so gut wie unmöglich. Fast ein Viertel der Bevölkerung lebt in absoluter Armut, 48 Prozent der Menschen haben weniger als zwei US-Dollar pro Tag zur Verfügung, um ihr Überleben zu sichern.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Beiträge zur Gesundheitsfürsorge für in Armut lebende Menschen die größte Hürde, um Zugang zu Gesundheitsfürsorge zu erreichen.

Anstatt die Patientenbeteiligung wieder einzuführen, sollte die Regierung der Elfenbeinküste ihre Versprechen einlösen und die Ausgaben für den Gesundheitssektor erhöhen. Zurzeit liegen sie bei nur fünf Prozent des nationalen Haushalts. Dabei hatte die Regierung bereits 2001 angekündigt, diesen Anteil auf 15 Prozent zu erhöhen.