Indien: Starke Zivilgesellschaft sichert Recht auf Bildung und Gesundheit
Dorfbewohnerinnen tauschen sich aus © Oxfam Indien
Dorfbewohnerinnen tauschen sich aus © Oxfam Indien
Workshop des Dorfkomitees für Bildung im Ort Silodar
Workshop des Dorfkomitees für Bildung im Ort Silodar © Oxfam India
Versammlung des Schulkomitees auf dem Schulgelände in Manoharpur
Versammlung des Schulkomitees auf dem Schulgelände in Manoharpur © Oxfam India Bild
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung © Oxfam India
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Indien: Starke Zivilgesellschaft sichert Recht auf Bildung und Gesundheit

Ergebnisse nach Abschluss des Projekts

Indien erlebte im vergangenen Jahrzehnt ein beachtliches Wirtschaftswachstum. Aber der Boom der letzten Jahre  kommt längst nicht allen zugute: Der Prozentsatz der Menschen, die in extremer Armut leben, lag 2013 bei 32,7 Prozent. Der nordöstliche Bundesstaat Jharkhand gehört zu den ärmsten Regionen des Landes. Trotz anderslautender Gesetze haben die Menschen kaum Zugang zu Grundbildung und Gesundheitsfürsorge. In einem dreijährigen Projekt hat Oxfam die Bevölkerung in drei Distrikten Jharkhands beim Aufbau einer starken Zivilgesellschaft unterstützt, um im Dialog mit Politik und Verwaltung ihre Rechte einzufordern.

Weitere Informationen zum Projekt

 

Gruppen:
Padmini Devi, engagiert im Gesundheits- und im Schulkomitee in ihrem Heimatdorf
Padmini Devi engagiert sich im Gesundheits- und im Schulkomitee in ihrem Heimatdorf Kurlavera in Jharkhand. Die 39-Jährige erzählt, wie sie von einer gebildeten aber unsicheren Frau zur Aktivistin für das Recht auf Bildung und Gesundheit wurde.
Sonoram Manjhi, Dorfvorsteher im Dorf Badakendwa © SPAR
Sonoram Manjhi ist Dorfvorsteher im Dorf Badakendwa in Jharkhand. Der 47-Jährige erzählt über seine Begeisterung für Bildungs- und Netzwerkarbeit.
Mariam Ekka, Mitglied im Gesundheitskomitee © CINI
Mariam Ekka ist Mitglied im Gesundheitskomitee im Dorf Jhadgaon. Die 38-Jährige berichtet wie ihr Engagement geholfen hat, einer Frau das Leben zu retten.
Kuldeep Nagesiya, Mitglied im Schul- und im Gesundheitskomitee © CINI
Kuldeep Nagesiya wohnt im Dorf Bokama in Jharkhand. Hier ist er aktives Mitglied im Schul- und im Gesundheitskomitee. Der 43-Jährige berichtet, was ihn antreibt, sich für einen besseren Zugang zu Bildung und Gesundheit in seinem Dorf einzusetzen.
Poonam Devi, Gemeindefürsprecherin im Dorf Bedhna Bara © NBJK
Poonam Devi ist Gemeindefürsprecherin im Dorf Bedhna Bara in Jharkhand. Die 26-Jährige erzählt von ihrer Arbeit mit den Dorfkomitees und ihren Erfolgen im Kampf um besseren Zugang zu Bildung und Gesundheit.
Urmila Devi ist Präsidentin des Gesundheitskomitees im Dorf Bedhna Bara in Jharkhand. Sie berichtet über den Einfluss, den die Arbeit ihres Komitees auf die Situation der Frauen vor Ort und auf ihr eigenes Leben hat.

Während Indien seit einiger Zeit als aufstrebende Wirtschaftsmacht gilt, lebt ein Großteil der Menschen in der Region Jharkhand im Nordosten des Landes noch immer in Armut. Der Zugang zu Grundbildung und Gesundheitsfürsorge ist ein zentrales Problem.

Laut Gesetz hat in Indien jedes Kind ein Anrecht auf kostenlose Schulbildung. Auch im Bereich der Gesundheitsfürsorge hat die indische Regierung Pläne verabschiedet, die einen verbesserten Zugang zu Gesundheitseinrichtungen besonders für Familien in ländlichen Gebieten vorsehen. An der Umsetzung dieser rechtlichen Rahmenbedingungen hapert es jedoch noch.

Bestehende Rechte einfordern

Um sicherzustellen, dass es nicht bei dürren Gesetzestexten bleibt, sondern sich die Gesundheits- und Bildungssituation in Jharkhand tatsächlich verbessert, haben die Menschen in den Dörfern Schul- und Gesundheitskomitees gegründet. Die Komitees sollen als Schnittstelle zwischen der lokalen Bevölkerung und den staatlichen Behörden dienen. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, die Umsetzung der vom Staat formulierten Zielvorstellungen zu überwachen. Darüber hinaus entwickeln sie auf Dorfebene Pläne, wie sich der Bedarf an Bildungs- und Gesundheitsangeboten in ihrem direkten Umfeld am besten decken lassen könnte.

Fortbildung und Vernetzung für eigenverantwortliches Handeln

Mit diesen Aufgaben stehen die Dorfgemeinschaften in Jharkand vor einer großen Herausforderung. Oxfam unterstützt sie dabei, sich optimal auf ihre Aufgaben in den Schul- und Gesundheitskomitees vorzubereiten. Die Mitglieder der Komitees erhalten Fortbildungen, in denen sie sich über ihre Rolle gegenüber den staatlichen Behörden informieren und Techniken erlernen, wie sie die Umsetzung der Gesundheits- und Bildungspläne überwachen können.

Außerdem organisiert Oxfam Treffen von Schul- und Gesundheitskomitees aus verschiedenen Dörfern. So können sich die Mitglieder über ihre Arbeit austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Auch bei der Kontaktaufnahme mit den Schul- und Gesundheitsbehörden ist Oxfam behilflich, um den Komitees ihre Aufgabe als Schnittstelle zwischen den Dorfgemeinschaften und den staatlichen Einrichtungen zu erleichtern.

So ausgebildet, können die Menschen in Jharkand sich selbst für ihr Recht auf Bildung und Gesundheit einsetzen und die Verbesserung ihrer Lebenssituation in die Hand nehmen.