Oxfams Partnerorganisation Dastak gründete 1990 in Lahore das erste unabhängige Frauenhaus Pakistans. Hier finden unterdrückte und misshandelte Frauen Schutz, Betreuung und Unterstützung beim Aufbau eines neuen Lebens.
Rund 300 Frauen und deren Kinder finden pro Jahr Zuflucht im Frauenhaus der pakistanischen Frauenrechtsorganisation Dastak. Neben körperlichem Schutz erhalten die Frauen hier auch medizinische und psychologische Betreuung. Gemeinsam mit einer Anwaltskanzlei vertritt Dastak misshandelte Frauen vor Gericht und setzt sich für eine konsequente Strafverfolgung der Täter ein. Um die wirtschaftliche und psychische Unabhängigkeit der Frauen zu stärken, werden Fortbildungsangebote durchgeführt. In Kooperation mit pakistanischen Frauenrechtsorganisationen leistet Dastak zudem breite Öffentlichkeitsarbeit und fordert die Regierung auf, sich verstärkt für Frauenrechte einzusetzen.
Frauen- und Menschenrechte stärken
Oxfam Deutschland unterstützt die Arbeit von Dastak seit 2008. In der letzten Projektphase entwickelte Dastak ein Handbuch mit Standards für die Arbeit von Frauenhäusern, das sich an Frauen- und Menschenrechten orientiert. Dastak bildet Mitarbeiterinnen anderer Frauenhäuser aus und wirbt dafür, dass die erarbeiteten Standards und Arbeitsweisen auch in anderen staatlichen und privaten Frauenhäusern eingehalten werden. Oft genug nämlich ähneln diese Häuser Gefängnissen, die die Bewohnerinnen nicht verlassen dürfen und in denen sie nur verwahrt werden.
Zukunftsperspektiven schaffen
Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass nach einem Aufenthalt im Frauenhaus nicht alle Frauen in ihre Familien und Dörfer zurückkehren können oder möchten. In rund einem Viertel der Fälle kann keine Lösung mit dem Ehemann oder der Herkunftsfamilie gefunden werden. Diese Frauen brauchen nach dem Aufenthalt im Frauenhaus eine neue Lebensperspektive. Genau hier setzt das laufende Projekt an. Es geht darum, die Konzepte, die Praxis und das Umfeld für die gesellschaftliche Reintegration der Frauen zu verbessern. Dazu müssen die Frauen einerseits ihre Existenzgrundlage selbst erwirtschaften können. Andererseits muss auch eng mit den Aufnahmegemeinschaften gearbeitet werden, da ansonsten die Gefahr der Stigmatisierung und Diskriminierung alleinstehender Frauen sehr groß ist. Nur durch eine sensible und vorsichtige Herangehensweise kann sichergestellt werden, dass die Frauen nicht erneut in eine Gewaltspirale geraten und dass sie ein neues Leben für sich und ihre Kinder aufbauen können.