Sri Lanka: Grüner Tee zu fairen Arbeitsbedingungen
Blick auf die Kataboola Teeplantage im Nuwara Eliya Dristrikt Sri Lankas.
Blick auf die Kataboola Teeplantage im Nuwara Eliya Dristrikt Sri Lankas. © Ram / Kahawatta Plantations PLC
Die Teepflückerinnen kehren nach der Arbeit in ihre Unterkünfte auf der Katabool
Die Teepflückerinnen kehren nach der Arbeit in ihre Unterkünfte auf der Kataboola Plantage zurück. © Ram / Kahawatta Plantations PLC
Eine Gruppe von Plantagenarbeiterinnen der Kataboola Plantage wartet, um ihre ge
Eine Gruppe von Plantagenarbeiterinnen der Kataboola Plantage wartet, um ihre gepflückten Teeblätter wiegen zu lassen. © Ram / Kahawatta Plantations PLC
Die Plantagenarbeiterinnen überprüfen, ob ihre gepflückten Teeblätter richtig ge
Die Plantagenarbeiterinnen überprüfen, ob ihre gepflückten Teeblätter richtig gewogen werden. © Ram / Kahawatta Plantations PLC
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Sri Lanka: Grüner Tee zu fairen Arbeitsbedingungen

In Sri Lanka ist Tee grünes Gold, für das sich weltweit Abnehmer finden. Doch die Arbeitsbedingungen auf den Teeplantagen lassen immer noch zu wünschen übrig. Gerade Frauen sind die Leidtragenden der Branche, denn sie müssen für wenig Geld schwer arbeiten und sind dabei oft auch noch sexuellen Übergriffen ausgesetzt.

22 Prozent des Tees auf dem Weltmarkt kommt aus Sri Lanka. Der Teesektor ist mit rund einer Million Beschäftigter der größte Arbeitgeber im Land. Das körperlich sehr anstrengende Teepflücken auf den Plantagen übernehmen Frauen, die dort 70 Prozent der Arbeiterschaft ausmachen. Dennoch sind Frauen in den verschiedenen Gewerkschaften und in den Zusammenschlüssen der Kleinbauern nur ungenügend vertreten. All diese Interessenvertretungen sind stark männerdominiert und bekämpfen sich oft eher untereinander, als dass sie sich für die Rechte der Plantagenarbeiter/innen einsetzten.

Doch die Branche kommt der Nachfrage an grünen Blättern kaum nach. Immer mehr Arbeiter/innen verlassen die Plantagen aufgrund der unattraktiven Beschäftigungsbedingungen. Also setzen die Teefabriken auf die kleinbäuerliche Produktion. Auch hier sind insbesondere Frauen der Kräfte zehrenden Doppelbelastung als Teepflückerinnen und Hausfrauen ausgesetzt.

Fairer Handel und faire Arbeitsbedingungen

Oxfam arbeitet schon seit einigen Jahren im Plantagensektor mit privaten Fair-Trade-Plantagen zusammen und versucht, neue Wege zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter/innen und zur gerechten Vermarktung der kleinbäuerlichen Produktion aufzuzeigen.

In dem jetzt beginnenden Projekt will Oxfam Plantagenarbeiter/innen, Kleinbäuer/innen, aufgeschlossene private Plantagenbesitzer von zwei Teeplantagen und staatliche Akteure zusammenbringen. Insbesondere gilt es dabei, die Situation der Frauen auf den Plantagen und kleinbäuerlichen Höfen zu verbessern.

Dazu nehmen die Kleinbäuer/innen und Plantagenarbeiterinnen zunächst an einer Reihe von Fortbildungen zu Kommunikation, Führungsqualitäten, Verhandlungsführung, Frauen- und Arbeitsrechten, fairem Handel und Organisationsentwicklung teil, aber auch zu Themen, die eher das familiäre Umfeld betreffen, wie häusliche Gewalt, Prävention von Alkoholismus oder Umgang mit Haushaltsgeld. Die Kleinbäuer/innen werden dabei unterstützt, sich zusammenzuschließen und die Produktivität ihrer Farmen durch verbesserte Anbautechniken und besseren Zugang zu Beratung und Krediten zu steigern. Durch aktuelle Informationen über den Markt und gemeinsame Vermarktung können sie fairere Preise erzielen. Eine Gruppe von Plantagenarbeiterinnen erhält als Pilotprojekt Land von den Plantagenbesitzern, um auszuprobieren, ob sich durch eine selbständige Bewirtschaftung höhere Erträge und Einkommen und mehr Arbeitszufriedenheit erreichen lassen. Treffen und Dialogforen zwischen Arbeitern/innen, Kleinbäuer/innen, Plantagenbesitzern und staatlichen Akteuren auf lokaler und regionaler Ebene ermöglichen einen Austausch zwischen allen Beteiligten und tragen dazu bei, den Teesektor in Sri Lanka in einen gerechteren und zukunftsfähigen Wirtschaftszweig zu verwandeln, in dem die Stimme der Frauen zunehmend Gewicht erhält.