Südafrika – „Ein sicherer Ort“
Einkommen für misshandelte Frauen durch Herstellung von Perlenschmuck.
Einkommen für misshandelte Frauen durch Herstellung und Vermarktung von Perlenschmuck. © Reinhild Schumacher/Oxfam Deutschland
Einkommen für misshandelte Frauen durch Herstellung und Vermarktung von Perlensc
Einkommen für misshandelte Frauen durch Herstellung und Vermarktung von Perlenschmuck. © Reinhild Schumacher/Oxfam Deutschland
Einkommen für misshandelte Frauen durch Herstellung und Vermarktung von Perlensc
Einkommen für misshandelte Frauen durch Herstellung und Vermarktung von Perlenschmuck. © Reinhild Schumacher/Oxfam Deutschland
Einkommen für misshandelte Frauen durch Herstellung und Vermarktung von Perlensc
Einkommen für misshandelte Frauen durch Herstellung und Vermarktung von Perlenschmuck. © Reinhild Schumacher/Oxfam Deutschland
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Südafrika – „Ein sicherer Ort“

Unsere Partnerorganisation Nisaa nennt ihr Frauenhaus „Tshireletsong“, das bedeutet „sicherer Ort“. Das Frauenhaus befindet sich in Lenasia, unweit von Johannesburg und Soweto. Gewalt gegen Frauen in Südafrika hat in der Presse weltweit für Aufmerksamkeit und Bestürzung gesorgt. Mit ihrer Arbeit engagiert sich Nisaa für eine Welt ohne Gewalt.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist das von Nisaa betriebene Frauenhaus. Hierhin wenden sich Frauen, viele von ihnen mit Kindern, die vor der Gewalt in ihren Familien fliehen. Die meisten Frauen und Kinder sind traumatisiert und benötigen zunächst intensive psychosoziale Betreuung, um zurück in den Alltag zu finden. Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen im Frauenhaus helfen ihnen dabei. Auch Rechtsberatung, Kinderbetreuung und Begleitung bei Behördengängen sind im Angebot von Nisaa.

Die Finanzierung durch den Staat reicht nur für eine Grundversorgung – wie das Dach über dem Kopf, einige wenige Mitarbeiterinnen und ein paar Lebensmittel. Doch die Frauen und Kinder, die Gewalt erlebt haben, brauchen mehr. Oxfam Deutschland unterstützt das Frauenhaus unter anderem durch zusätzliche Kursangebote für die Frauen. Denn viele haben keine Ausbildung und dadurch keine Möglichkeit, für sich und ihre Kinder ein eigenständiges Leben aufzubauen. Im Frauenhaus können sie Nähkurse belegen und kunsthandwerkliche Fähigkeiten erwerben, die den Zugang zu einem Broterwerb erleichtern. Mittels therapeutischer Begleitung und Gruppenangeboten reflektieren traumatisierte Frauen ihre Gewalterfahrungen, um diese zu überwinden und gestärkt ihren Alltag zu bewältigen.

Für die schulpflichtigen Kinder, die mit ihren Müttern im Frauenhaus leben, ist der Schulbesuch wichtig, um wieder zurück ins Leben zu finden.

Geschulte Mitarbeiterinnen helfen den Kindern zudem durch Spieltherapie, Bewegungsübungen und Körperarbeit, sowie Aufenthalt in der Natur und Ausflüge, ihre Gewalterfahrungen zu verarbeiten.
Diese Arbeit ist auch für die Mitarbeiterinnen von Nisaa sehr anstrengend, da sie im Frauenhaus mit viel Leid und Gewalt konfrontiert werden. Deshalb gibt es regelmäßig Angebote, um das Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen zu unterstützen und ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten.

08 | März | 2012

Mehr als Schmuckproduktion

Eine Werkstatt mit bunten Perlen, die in Gläsern nach Farbe, Größe und Material sortiert sind, und einem Arbeitstisch mit Zangen, Drähten und Ösen: Hier treffen sich Frauen aus Lenasia, Soweto und Orange Farm bei Johannesburg. Sie alle haben häusliche Gewalt erfahren, einige von ihnen haben Zuflucht im Frauenhaus "Tshireletsong" gesucht.

An vier Wochentagen arbeiten die Frauen in der Werkstatt und stellen Schmuck her. Ketten, Schlüsselanhänger, Armbänder und Ohrringe gehören zum Standardprogramm. Sie erlernen neue Techniken der Schmuckproduktion, die sie modisch mit den traditionellen Techniken kombinieren. Gleichzeitig stellen sie Verkaufsmuster für Firmen her und erschließen neue Absatzmärkte.

Für die Frauen bedeutet die gemeinsame Arbeit an neuen Kollektionen mehr, als die Schaffung einer Existenzgrundlage. In der Gruppe erfahren sie, dass sie nicht allein sind mit ihren traumatisierenden Gewalterfahrungen: Sie stützen sich gegenseitig, geben sich Kraft und erfahren durch ihre Geschäftstüchtigkeit Anerkennung.