Vor der recampaign noch ein kurzer Rückblick auf das eCampaigning Forum (ECF), das Ende März in Oxford stattfand. Duane Raymond, Initiator des ECF, hat mit seinem Session-Vorschlag ‚Aus Fehlern lernen‘ den Nerv der Zeit getroffen. Das Thema war so beliebt, dass daraus gleich zwei parallel-laufende Sessions wurden.

Bei der Frage, wie NGOs mit Fehlern umgehen sollten, waren sich die NGO-Teilnehmer/innen über folgende vier Punkten einig:

1) Im Social Media Zeitalter gelten im Umgang mit Fehlern vor allem Transparenz und Humor. Fehler machen ist ja bekanntlich menschlich. Die eigenen Unterstützer/innen verzeihen Fehler eher, wenn man sie zugibt, als wenn man sie verschweigt. Offene Kommunikation ist hier also die halbe Miete und schafft Vertrauen!

2) Gute Erfahrungen haben einige der Teilnehmer/innen damit gemacht, Tools, Ideen und Aktionen etc. vorher in einem kleinen Rahmen zu testen, um mögliche Fehlerquellen schnell zu erkennen.

3) Betont haben die Teilnehmer/innen auch, dass es wichtig ist, auf einen sogenannten ‚Shitstorm‘ vorbereitet zu sein. Die lessons learnt von WWF Deutschland aus ihrem Shitstorm sind hier zu empfehlen.

4) Alle Teilnehmer/innen wünschen sich für ihren Arbeitsalltag und den NGO-Sektor allgemein einen Kulturwandel hin zu einem konstruktiven Umgang mit Fehlern. Vor allem in Nordamerika gehen NGOs bereits seit einiger Zeit in diese Richtung. Die kanadische NGO Engineers without borders beispielsweise ist davon überzeugt, dass erfolgreiche Umsetzung von Projekten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit nicht möglich sind, ohne dass man Risiken eingeht und innovative Wege einschlägt. Dabei kommt es auch vor, dass Projekte fehlschlagen. Aus diesen Fehlschlägen wollen Engineers without borders lernen. Deshalb gibt die Organisation jährlich einen Failure Report heraus.

Kennt ihr deutsche Plattformen, die offen mit Fehlern umgehen? Brauchen wir einen Kulturwandel?

1 Kommentar

Hallo Judith!

<p> Super Idee, dass im deutschen NGO-Bereich stärker zu verankern. Mich hat der TED-Talk von David Damberger (Ingenieure ohne Grenzen) sehr überzeugt

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<p> http://www.ted.com/talks/david_damberger_what_happens_when_an_ngo_admits_failure.html </p>
<p>und sehe da großes Lern- und Innovationspotential für NGOs. Bei den Klimapiraten haben wir auf Vorträgen sehr stark probiert unsere Fehler und Erfahrungen offen zu kommunizieren - damit erreicht man aber fast nur einen kleinen Teil der Interessenten.</p>

<p> Soweit ich weiss wagt sich langsam auch die GIZ und das BMZ an das Thema ran, deren M&E-Aktivitäten lassen aber trotz jahrelanger Weiterentwicklung noch sehr zu wünschen übrig. Gerade in deren Kontext fürchten sich die Fachkräfte bei der Projektevaluation viel zu sehr um Ihren Job und den nächsten Einsatz - strukturell wohl das schwierigste Hindernis für "Failure Reports". </p>
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Freu mich auf weitere Diskussionen,</p>
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Matthias

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