Einmischen statt Abschalten: So viel Engagement wie noch nie

Auch in diesem Jahr haben unsere Konzertaktivist/innen bei Oxfam on tour ihre Leidenschaft für Musik mit dem Einsatz für eine gute Sache verbunden: Auf zahlreichen Konzerten und Festivals informierten sie in ehrenamtlichen Teams über Oxfams Arbeit und sammelten Unterschriften für unsere politischen Appelle. Oxfam-Campaignerin Caroline König lässt die letzten 12 Monate Revue passieren.
Von Caroline König
Das Team von Oxfam on tour auf dem Lollapalooza-Festival
Das Team von Oxfam on tour auf dem Lollapalooza-Festival

Drastisch zunehmende soziale Ungleichheit und politischer Rechtsruck: Das Jahr 2017 hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig gesellschaftliches Engagement ist. Eine tolle Möglichkeit, politisch aktiv zu werden und dabei noch seine Lieblingsmusik zu genießen, ist ein freiwilliger  Einsatz als Konzert-Aktivist/in mit Oxfam on tour. Mich freut besonders, dass sich gerade in diesem Jahr so viele neue Aktivist/innen wie noch nie mit uns für die gute Sache starkgemacht haben.

Gemeinsam über den Tellerrand schauen

Nicht nur, aber vor allem junge Menschen nehmen die Möglichkeit wahr, sich auf den Tourneen ihrer Lieblingsbands als Freiwillige einzubringen. In den Gesprächen zwischen ihnen und den Fans geht es darum, gemeinsam über den Tellerrand zu schauen. Wir zeigen Probleme auf, bieten aber auch Lösungen an. Die Aktivist/innen ermutigen die Konzertbesucher/innen dazu, die Einflussmöglichkeiten, die wir hier in Deutschland haben, wahrzunehmen und sich auf einfache Weise, wie z. B. durch eine Unterschrift, einzumischen. Durch die Unterstützung der Fans bekommen unsere politischen Forderungen mehr Gewicht und werden von Politiker/innen und Unternehmen wahrgenommen, sodass wir Druck auf deren Entscheidungen ausüben können.

Auf Tour mit den Beginnern, Coldplay und den Toten Hosen

Bereits im März 2017 haben über 100 Freiwillige aus allen Ecken Deutschlands sich auf den Konzerten der Band Beginner engagiert und mit den Besucher/innen über Steuervermeidung von Großkonzernen diskutiert. Von 16 bis 70 Jahren waren alle Altersklassen dabei – und der Konzertbesuch zum Abschluss des Einsatzes war für alle ein wunderbares Dankeschön und eine besondere Belohnung.

Bei den Sommer-Konzerten von Coldplay im Juni engagierten wir uns für die Rechte von Menschen auf der Flucht. Hier konnten unsere Freiwilligen erfahren, wie der entspannte Rahmen eines Konzerts und der jahrelange Support einer Band für Oxfam einen Vertrauensvorschuss bieten, der fast jedes Gespräch mit Offenheit beginnen lässt. Die meisten Menschen hören auch deshalb zu, weil sie wissen, dass ihr Gegenüber das ehrenamtlich macht und aus Überzeugung vor ihnen steht.

Veronika Bartram als Konzertaktivistin auf einem Konzert der Toten Hosen
Veronika Bartram als Konzertaktivistin auf einem Konzert der Toten Hosen
Hochsommer und Herbst waren wieder von Festivals geprägt. Splash, Melt und Lollapalooza sind immer besondere Highlights, auch weil die Teams vier Tage am Stück, ob bei Regen oder Hitze, gemeinsam campaignen und campen. Das beschert ein tolles Gruppengefühl und schweißt zusammen. Viele kommen als Einzelkämpfer/innen an, weil sich der eigene Freundeskreis vielleicht nicht so engagiert und gehen mit neuen Freund/innen wieder nach Hause. Außerdem bieten uns Festivals wie das Splash die Chance, mit einem sehr jungen Publikum ins Gespräch zu kommen, das zum Teil noch nie von Oxfams entwicklungspolitischen Kampagnen gehört hat und mit Begeisterung mitmacht.

Seit dem 5. November 2017 sind wir nun auf Einladung von Die Toten Hosen mit der Band auf Tour und stellen unsere „Make Fruit Fair“-Kampagne gegen Ausbeutung und für menschenwürdige Arbeit vor. Das Besondere hier ist, dass Fernsehkoch und Kampagnenbotschafter Ole Plogstedt zugleich der Tour-Caterer der Toten Hosen ist, der sich unermüdlich – ob im Fernsehen, am Infostand oder backstage – engagagiert. Er selbst war schon zweimal bei unserer Partnerorganisation ASTAC in Ecuador zu Besuch und kennt die Arbeitsbedingungen auf den Bananenplantagen aus erster Hand.

Aber auch von unseren Partner/innen aus Costa Rica und Südafrika wissen wir, wie viel es ihnen bedeutet, dass eine deutsche Rockband, ein Fernsehkoch und über 200 Freiwillige hier in Deutschland hinter ihnen stehen und sich für ihr Anliegen stark machen. Mal ganz abgesehen von den Tausenden Toten-Hosen-Fans, die den Appell nach einem Gespräch auf dem Konzert unterschreiben.

Danke für das Engagement

Oxfam on tour kann ein wunderbarer Einstieg in politisches Engagement sein. Dass unser Konzept aufgeht, konnten wir an der Anmeldung der 19-jährigen Saskia aus Dresden ablesen. Sie hatte unseren Info-Stand zwei Jahre hintereinander auf dem Lollapalooza-Festival besucht und nun entschieden, sich als Aktivistin anzumelden. Zu ihrer Motivation, warum sie bei Oxfam on tour mitmachen möchte, schrieb sie: „Die Herangehensweise eurer Organisation hat mir sehr gut gefallen. Jedes Projekt hat ein spezielles Thema, das die Menschen aufklären und ihre Zustimmung gewinnen soll. Die Themen sind außerdem greifbar und mit viel Arbeit realisierbar. Ihr Ziel ist ein guter Zweck und davon möchte ich ein Teil sein. Leider habe ich mich bisher nicht intensiv mit den politischen Missständen beschäftigt, will dies aber ändern und mich bei Oxfam engagieren.“

Bei so viel Engagement bleibt abschließend nur eines noch zu sagen: DANKE an alle Freiwilligen, Bands und Festivals, es war toll mit Euch!

Wer 2018 bei einem Konzert oder Festival als Freiwillige/r dabei sein möchte, kann sich hier registrieren.

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