Wenig bleibt beim Alten wenn es ums Geldverteilen geht beim „Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose“ (GFATM). Nach der Auswechslung fast der gesamten Führungsmannschaft und der Stärkung von Finanzabläufen und Risikomanagement, hatte der Fonds jüngst seine weitreichendste Reform getestet: Das sogenannte New Funding Model (NFM). Bei der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrats in Colombo (Sri Lanka) stand das Vergabeverfahren auf der Tagesordnung.

Die Institution mit dem sperrigen Namen ist eine Erfolgsgeschichte. Seit seiner Gründung vor elf Jahren hat der Global Fund to Fight Aids, Tuberculosis and Malaria  Programme in über 150 Ländern finanziert. 4,2 Millionen HIV-Infizierte haben dank des Fonds lebenswichtige Aids-Medikamente erhalten. 9,7 Millionen Menschen mit Tuberkulose konnten behandelt werden und 310 Millionen Moskitonetze zur Malaria-Prävention finanziert werden.

Seine Mittel erhält der Fonds aus Beiträgen von  Staaten, internationale Institutionen, Stiftungen oder der Privatwirtschaft. Deutschland hat zuletzt jährlich 200 Millionen Euro beigesteuert. Welche Staaten und Programme mit diesen Mitteln finanziert werden entscheidet der Vorstand des Globalen Fonds. In diesem Gremium sitzen Vertreter/innen der Geberstaaten, Empfängerländer, von Stiftungen der Zivilgesellschaft und Vertreter/innen aus den von den genannten Krankheiten betroffenen Menschen.
Das neue Vergabeverfahren des Global Fonds (Link here http://www.theglobalfund.org/en/activities/fundingmodel/)
Die wesentlichste Änderung ist die Tatsache, dass Empfängerländer ab sofort bereits vor der Antragsstellung ihre Höchstförderbeiträge mitgeteilt bekommen. Diese werden durch eine komplizierte Formel unter Einbeziehung der jeweiligen Krankheitslast und des Bruttonationaleinkommens (BNE) errechnet. Die letztendlich einem Land maximal zur Verfügung stehenden Mittel werden dann relativ zu den, dem Globalen Fonds insgesamt zur Verfügung stehenden Mitteln festgelegt. Daraufhin reichen die Länder ihre Antragsskizzen ein, die gemeinsam mit dem Fonds zu zuteilungsfähigen Programmen ausgearbeitet werden. 
Ziel ist es, jede Antragsskizze bis zum positiv beschiedenen finalen Antrag eng zu begleiten. Dies soll zu mehr Vorhersehbarkeit für die Länder führen und die Mittelverteilung des Fonds besser an den globalen Bedürfnissen orientieren. Länder, die zwar ein niedriges BNE, also eine schwache Wirtschaftsleistung , aber eine hohe Krankheitslast haben, sollen so besseren Zugang zu Mitteln des Globalen Fonds haben als Länder mittleren Einkommens und relativer geringer Krankheitslast. Letztere werden in der Zukunft wohl weniger Fördermittel durch den Global Fonds erhalten als bisher . Diese Änderungen sind die Kernbestandteile des als „Indicative Funding Stream“ bezeichneten Hauptfördertopfes. 
Fortschritt und offen Fragen
Das neue Vergabeverfahren verspricht große Verbesserungen gegenüber dem bisherigen. Bisher gabe es keine Allokationsberechnungen und nur wenig Unterstützung seitens des Global Funds für die Antragssteller. Jedoch stellen sich eine Reihe von Fragen, die der Verwaltungsrat nun klären muss.
Viele Fragezeichen gibt es zum so genannten „Incentive Funding Stream”, der zusätzlich zu dem eben beschriebenen “Indicative Funding Stream“ aufgesetzt worden ist. Durch diesen zweiten Fördertopf sollen „gut funktionierende Programme mit dem Potential zu gesteigerter und quantifizierbarer Wirkung belohnt werden und die Einreichung ambitiöser Anträge ermutigt werden“ wie der Globale Fonds erklärt. In der Pilotphase wurden hierfür 20 Prozent der insgesamt verfügbaren Ressourcen zur Verfügung gestellt und die Länder eingeladen, sich um diese kompetitiv zu bewerben. Jedoch wurde in der Testphase wie auch beim Verwaltungsratstreffen in Colombo deutlich: Derzeit gibt es weder ein gemeinsames Verständnis was man mit dem „Incentive Funding Stream“ genau erreichen möchte oder kann, noch wie man ihn am besten umsetzt. Bis dato ist damit der zweite Fördertopf vor allem ein komplexes Mysterium wie Vertreter aus Zimbabwe berichteten. 
Die Diskussionen über die neuen Vergabeverfahren des Globalen Fonds führten in Colombo zu teilweise hitzigen Debatten. Doch damit das neue Vergabeverfahren ein Erfolg wird und die Erfolgsgeschichte des Fonds weitergeführt werden kann müssen diese Fragen geklärt werden. (Link hier: http://www.aidspan.org/gfo_article/nfm-allocation-methodology-explained)
Welche Auswirkungen wird der „Incentive Funding Stream“ auf marginalisierte Bevölkerungsgruppen in Ländern wie Sri Lanka, das in den letzten Jahren in die Gruppe der Länder mit mittlerem Einkommen aufgestiegen worden ist, haben? Dazu bald mehr an dieser Stelle. 

Seine Mittel erhält der Fonds aus Beiträgen von Staaten, internationale Institutionen, Stiftungen oder der Privatwirtschaft. Deutschland hat zuletzt jährlich 200 Millionen Euro beigesteuert. Welche Staaten und Programme mit diesen Mitteln finanziert werden entscheidet der Vorstand des Globalen Fonds. In diesem Gremium sitzen Vertreter/innen der Geberstaaten, Empfängerländer, von Stiftungen, der Zivilgesellschaft und Vertreter/innen der von den genannten Krankheiten betroffenen Menschen.

Das neue Vergabeverfahren des Global Fonds

Die wesentlichste Änderung im Vergabeverfahren ist die Tatsache, dass Empfängerländer ab sofort bereits vor der Antragsstellung ihre Höchstförderbeiträge mitgeteilt bekommen. Diese werden durch eine komplizierte Formel unter Einbeziehung der jeweiligen Krankheitslast und des Bruttonationaleinkommens (BNE) errechnet. Die letztlich einem Land maximal zur Verfügung stehenden Mittel werden dann relativ zu den dem Globalen Fonds insgesamt zur Verfügung stehenden Mitteln festgelegt. Daraufhin reichen die Länder ihre Antragsskizzen ein, die gemeinsam mit dem Fonds zu zuteilungsfähigen Programmen ausgearbeitet werden. 

Ziel ist es, jede Antragsskizze bis zum positiv beschiedenen finalen Antrag eng zu begleiten. Dies soll zu mehr Vorhersehbarkeit für die Länder führen und die Mittelverteilung des Fonds besser an den globalen Bedürfnissen orientieren. Länder, die zwar ein niedriges BNE, also eine schwache Wirtschaftsleistung, aber eine hohe Krankheitslast haben, sollen so besseren Zugang zu Geldern haben als Länder mittleren Einkommens und relativer geringer Krankheitslast. Letztere werden in der Zukunft wohl weniger Fördermittel durch den Global Fonds erhalten als bisher. Diese Änderungen sind die Kernbestandteile des als „Indicative Funding Stream“ bezeichneten Hauptfördertopfes.

Indicative oder Incentive? Fortschritt und offene Fragen

Das neue Vergabeverfahren verspricht große Verbesserungen gegenüber dem bisherigen. Bisher gab es keine Allokationsberechnungen und nur wenig Unterstützung seitens des Global Funds für die Antragssteller. Jedoch stellen sich eine Reihe von Fragen, die der Verwaltungsrat nun klären muss. Viele Fragezeichen gibt es zum so genannten „Incentive Funding Stream”, der zusätzlich zu dem eben beschriebenen “Indicative Funding Stream“ aufgesetzt worden ist. Durch diesen zweiten Fördertopf sollen „gut funktionierende Programme mit dem Potential zu gesteigerter und quantifizierbarer Wirkung belohnt werden und die Einreichung ambitiöser Anträge ermutigt werden“ wie der Globale Fonds erklärt. In der Pilotphase wurden hierfür 20 Prozent der insgesamt verfügbaren Ressourcen zur Verfügung gestellt und die Länder eingeladen, sich um diese kompetitiv zu bewerben.

Jedoch wurde in der Testphase wie auch beim Verwaltungsratstreffen in Colombo deutlich: Derzeit gibt es weder ein gemeinsames Verständnis was man mit dem „Incentive Funding Stream“ genau erreichen möchte oder kann, noch wie man ihn am besten umsetzt. Bis dato ist damit der zweite Fördertopf vor allem ein komplexes Mysterium wie Vertreter aus Zimbabwe berichteten. 

Die Diskussionen über die neuen Vergabeverfahren des Globalen Fonds führten in Colombo zu teilweise hitzigen Debatten. Doch damit das neue Vergabeverfahren ein Erfolg wird und die Erfolgsgeschichte des Fonds weitergeführt werden kann müssen diese Fragen geklärt werden. Welche Auswirkungen wird der „Incentive Funding Stream“ auf marginalisierte Bevölkerungsgruppen in Ländern wie Sri Lanka, das in den letzten Jahren in die Gruppe der Länder mit mittlerem Einkommen aufgestiegen worden ist, haben? Dazu bald mehr an dieser Stelle.

Kommentieren