Lebensmittel sind schon heute knapp, jeder achte Mensch erleidet Hunger. Wie soll es erst werden, wenn wir 10 Milliarden Menschen auf unserem kleinen Planeten zählen? 

Dieser Frage geht Valentin Thurn in seinem neuen Film „10 Milliarden – wir werden wir alle satt“ nach. Scheinbar unvoreingenommen recherchiert er die Lösungen zweier Lager:  das der industriellen Landwirtschaft und das der traditionellen kleinbäuerlichen Landwirtschaft.  Diejenigen, die Valentin Thurn von seiner früheren Filmen, Büchern und Beiträgen her kennen, wissen von vornherein, wie diese Gegenüberstellung wahrscheinlich ausgehen wird:  Punktsieg für die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die in der Breite Jobs und Einkommen schafft, weitgehende Unabhängigkeit von den Preisschwankungen des Weltmarkts gewährt, keine Urwälder rodet, Kreisläufe intakt hält und die vor allem Mensch und Tier achtet.  

Den meisten Lesern des Oxfam-Blogs ist das zwar nicht neu, und doch ist der Film auch für die Überzeugten und Willigen sehenswert. Dies wegen der wunderbaren Menschen, die Valentin Thurn porträtiert. Menschen, die mit Hirn und Herz Lösungen für sich und andere aufzeigen. So zum Beispiel Kusum Misra, die in Balasore (Indien) eine Saatgutbank aufgezogen hat, deren vielfältige Samen sich den Extremen wie Überschwemmungen, Versalzung und auch Trockenheit gewachsen zeigen. Oder Fanny Nanjiwa Likalawe, eine Bäuerin in Malawi, die den breit gefächerten Gemüseanbau entdeckt hat. Und auch viele engagierte Menschen im globalen Norden werden uns vorgestellt, die sich etwas einfallen lassen, um dem industriellen Stil der Produktion und des Konsums von Nahrung etwas entgegenzusetzen. 

So zeigt der Film sehr schön: Es sind immer wieder einzelne Menschen, „who make the difference“. Wo auch immer sie am Werk sind. Sie stecken uns an mit ihrer Vision, ihrer Unbeirrbarkeit und ihrer Phantasie.

 

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