Stell dir vor, Du  bekommst die Nachricht, dass Dein Haus zwangsgeräumt wird. Man sagt Dir, Du hast kein Recht mehr dort zu wohnen, wo Du jahrelang zu Hause warst. Und wenn Du Dich weigerst zu gehen, wirst Du gewaltsam von einem Schlägertrupp vertrieben. Zum Glück werden die meisten von uns niemals in so eine Situation geraten. Doch für viele Menschen in Entwicklungsländern gehören solche Vorfälle zu ihrem Alltag.

Als Landgrabbing bezeichnet man allgemein einen unrechtmäßigen Handel mit großen Landflächen. Das bedeutet, dass im Zuge des Landgeschäfts die Rechte der Bewohner/innen übergangen werden und es zu Zwangsumsiedlungen, Zerstörung von Eigentum oder gewaltvollen Auseinandersetzungen kommt. Jeden Tag werden riesige Flächen in Entwicklungsländern verpachtet oder verkauft, die als „ungenutzt“ oder „unerschlossen“ gelten. Sie sollen mit Hilfe von Investoren industriell brauchbar gemacht werden. Das Land, das verkauft oder verpachtet wird, sichert jedoch vielen armen Familien ihren Lebensunterhalt, etwa durch den Anbau von Nahrungsmitteln, das Sammeln von Feuerholz oder durch Zugang zu Trinkwasser.

Durch Landgrabbing werden Bauern und ihre Familien jeden Tag in die Armut gedrängt. Dörfer werden platt gewalzt – Bulldozer und Bagger zerstören Wohnhäuser, Straßen und Ackerflächen. Danach besteht für die Menschen keine Hoffnung mehr, jemals in ihre Häuser zurückzukehren. Entschädigungen werden nicht gezahlt oder erst gar nicht vereinbart. Nach der Zwangsumsiedlung stehen die Menschen ohne Heim und Einkommensquelle da.

Es ist nicht grundsätzlich schlecht, wenn Firmen in armen Ländern kommerziell in Land investieren. Doch es wird zu einem ernsthaften Problem, wenn Familien von Landflächen, von denen sie abhängig sind, vertrieben werden. Es ist unzulässig, dass die Bewohner/innen vorher nicht angehört werden und dass ihnen keine alternativen Landflächen und angemessene Entschädigungen zur Verfügung gestellt werden.

Wir brauchen dringend mehr Transparenz und klare Regeln für Landgeschäfte in den Entwicklungsländern, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Auch wir im Westen sind verantwortlich. Auf den Flächen werden zumeist für den Export bestimmte Güter angebaut. Unsere Nachfrage heizt den Ausverkauf von Landflächen an. Deshalb müssen wir verantwortungsvolles Handeln von Firmen und Regierungen einfordern und das Thema in die Öffentlichkeit tragen.

Mehr Infos zum Thema Langgrabbing findet Ihr hier.

Video: "Die Gier nach Land"

Verlorene Heimat – Wir brauchen Regeln für Landdeals

 

Stell dir vor, Du  bekommst die Nachricht, dass Dein Haus zwangsgeräumt wird. Man sagt Dir, Du hast kein Recht mehr dort zu wohnen, wo Du jahrelang zu Hause warst. Und wenn Du Dich weigerst zu gehen, wirst Du gewaltsam von einem Schlägertrupp vertrieben.

 

Zum Glück werden die meisten von uns niemals in so eine Situation geraten. Doch für viele Menschen in Entwicklungsländern gehören solche Skandale zum ihrem Alltag. 

 

Wenn die Bulldozer kommen

 

Als Landgrab oder Landnahme bezeichnet man allgemein einen unrechtmäßigen Handel mit großen Landflächen. Das bedeutet, dass im Zuge des Landgeschäfts die Rechte der Bewohner/innen übergangen werden und es zu Zwangsumsiedlungen, Zerstörung von Eigentum oder gewaltvollen Auseinandersetzungen kommt. Jeden Tag werden riesige Flächen in Entwicklungsländern verpachtet oder verkauft, die als „ungenutzt“ oder „unerschlossen“ gelten. Sie sollen mit Hilfe von Investoren industriell brauchbar gemacht werden. Das Land, das verkauft oder verpachtet wird, sichert jedoch vielen armen Familien ihren Lebensunterhalt, etwa durch den Anbau von Nahrungsmitteln, das Sammeln von Feuerholz oder durch Zugang zu Trinkwasser.

 

Durch Landgrabs werden Bauern und ihre Familien jeden Tag in die Armut gedrängt. Dörfer werden platt gewalzt – Bulldozer und Bagger zerstören Wohnhäuser, Straßen und Ackerflächen . Danach besteht für die Menschen keine Hoffnung mehr, jemals in ihre Häuser zurückzukehren. Entschädigungen werden nicht gezahlt oder erst gar nicht vereinbart. Nach der Zwangsumsiedlung stehen die Menschen ohne Heim und Einkommensquelle da.

 

Das Thema geht uns alle an

 

Es ist nicht grundsätzlich schlecht, wenn Firmen in armen Ländern kommerziell in Land investieren. Doch es wird zu einem ernsthaften Problem, wenn Familien von Landflächen, von denen sie abhängig sind, vertrieben werden. Es ist unzulässig, dass die Bewohner/innen vorher nicht angehört werden und dass ihnen keine alternativen Landflächen und angemessene Entschädigungen zur Verfügung gestellt werden.

 

Wir brauchen dringend mehr Transparenz und klare Regeln für Landgeschäfte in den Entwicklungsländern, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Auch wir im Westen sind verantwortlich. Auf den Flächen werden zumeist für den Export bestimmte Güter angebaut. Unsere Nachfrage heizt den Ausverkauf von Landflächen an. Deshalb müssen wir verantwortungsvolles Handeln von Firmen und Regierungen einfordern und das Thema in die Öffentlichkeit tragen.

 

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