Die EU will in diesem Monat darüber diskutieren, ob Steuerzahlungen großer Unternehmen veröffentlicht werden sollen – allerdings soll dies nur innerhalb der Europäischen Union gelten. Damit bleiben Steueroasen außerhalb Europas weiterhin unkontrolliert. Dies betrifft auch Panama, wo die „Rechtsberatungsfirma“ Mossack Fonseca sitzt.

Das Journalistenkonsortium ICIJ hat Tausende Daten dazu veröffentlicht, wer weltweit mit Hilfe von Mossack Fonseca Firmen gegründet hat, die mit hoher Wahrscheinlichkeit der Steuervermeidung dienen. Wie eng die Verbindungen zur etablierten Politik sind, zeigen die dahinter stehenden Firmeninhaber. Ramón Fonseca Mora war bis vor kurzem noch persönlicher Berater des Präsidenten von Panama. Der Bruder von Firmengründer Jürgen Mossack, Peter Mossack, arbeitet gegenwärtig als Honorarkonsul für Panama in Deutschland.

Dadurch, dass die EU-Kommission großen Konzernen weiterhin erlauben will, ihre Steuerzahlungen außerhalb Europas nicht offenzulegen, werden Geschäftsmodelle in Steueroasen wie Panama geschützt. Die Offenlegung der Steuerzahlungen von Konzernen wäre ein erster Schritt, um feststellen zu können, wie viele Steuern große Unternehmen in Deutschland zahlen. Durch Unterfirmen in anderen EU-Ländern oder außerhalb Europas werden Profite so geschickt verschoben, dass viele Konzerne kaum Steuern zahlen – jedenfalls weniger als kleine und mittelständische Unternehmen und auch weniger als normale Arbeitnehmer/innen. Bisher ist dies jedoch legal, da die Regierungen in Europa dies tolerieren – solange Regierungen in Irland, Luxemburg und den Niederlanden Steuerabsprachen mit großen Konzernen treffen, kann kaum erwartet werden, dass sie gegen Steuervermeidung außerhalb Europas vorgehen.

Eine öffentliche Berichterstattung zu Steuerzahlungen von großen Konzernen innerhalb wie außerhalb Europas würde es ermöglichen, die Steuerzahlungen – und somit auch das Vermeiden von Steuerzahlungen – besser nachvollziehen zu können. Für Banken gilt diese Offenlegungspflicht bereits, nun sollte sie auch für alle großen Konzerne eingeführt werden.

Unterzeichnen Sie unseren Aufruf, damit Steueroasen endlich trockengelegt werden:

Steueroasen trockenlegen

Kommentieren