Für ein aktuellens Update siehe unten!

Es ist Energiewende – und trotzdem werden in Deutschland weiter mehr als 10 Kohlekraftwerke geplant und gebaut (wie man hier schön verfolgen kann). Zum Beispiel in Stade. Dort plant der Chemiekonzern DOW einen „werkseigenen“ Klimakiller mit einer künftigen Leistung von 920 Megawatt – und fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Energiewende? Der Konzern hat die Lokalpolitik fest im Griff. Auch die neue rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen stellt sich den klimaschädlichen Plänen nicht entgegen.

Zum Glück gibt es „Stade zukunftsfähig!“, ein Bündnis von Bürgerinitiativen, Umweltverbänden und der Klima-Allianz, das sich dafür einsetzt, dass die Energiewende auch nach Stade kommt. Alternativen gäbe es im windreichen Norden genug, auch ein hocheffizientes Gaskraftwerk wäre weitaus sinnvoller als ein Kohlekraftwerk.

Einwendungen gegen das Kohlekraftwerk

Das Bündnis ruft jetzt Bürgerinnen und Bürger zum Verfassen von Einwendungen an die Stadt Stade auf. Bis zum 25. März ist das möglich – so sehen es die Regeln für die Beteiligung der Öffentlichkeit am Bebauungsplan-Verfahren für das Kohlekraftwerk vor. Jeder und jede hat bis dahin die Möglichkeit, bei der Stadt Stade eine Stellungnahme gegen das geplante klimaschädliche Kohlekraftwerk einzureichen.

Das Allerbeste dabei: weil so etwas ja immer etwas mühsam ist, haben der BUND Niedersachsen und die Deutsche Umwelthilfe einen internetgestützten Einwendungsgenerator aufgesetzt, der Hilfestellungen und Argumente anbietet, aus denen sich individuelle Einwendungen zusammenstellen lassen. Sehr praktisch, wirklich, ich kann die mir wichtigsten Argumente zusammenklicken. Zum Beispiel dieses:

  • Ein Kohlekraftwerk ist aus entwicklungspolitischen Gründen nicht vertretbar. Die „Importkohle“ stammt zumeist aus Ländern, in denen die Minenarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen.

Oder dieses:

  • Durch die voraussichtliche Mindestbetriebszeit von 40 Jahren ist das Steinkohlekraftwerk unvereinbar mit den gesetzlichen Vorgaben zur langfristigen Vermeidung und Verringerung schädlicher Umweltauswirkungen (Artikel 20 a Grundgesetz und Klimaschutzziele der Bundesregierung, Artikel 2 der UN-Klimarahmenkonvention).

Oder dieses:

  • Ich bin strikt dagegen, dass in Deutschland weiter Kohlekraftwerke gebaut werden. DOW sollte wie EON von diesen Plänen Abstand nehmen, und vor allem sollte die Stadt Stade internationale und ihre eigenen Klimaschutzziele ernst nehmen und nur noch umwelt- und klimaverträgliche Kraftwerke im Stadtgebiet zulassen.

Und so weiter. Die Aktion funktioniert natürlich nur, wenn möglichst viele Menschen jetzt auch eigene Einwendungen verfassen – also: auf geht’s!

 

Update

Zum Ende der Öffentlichkeitsbeteiligung im Bauleitplanverfahren für das vom Chemieriesen Dow geplante Steinkohlekraftwerk im niedersächsischen Stade übergibt ein breites Bündnis aus Umweltverbänden, Klimaschützern und betroffenen Bürgern über 8.800 Einwendungen gegen das Vorhaben an die Stadt Stade. Hier geht's zur Pressemitteilung des Aktionsbündnisses.

 


Einwendungen gegen das Kohlekraftwerk Stade

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