Vor einem Jahr präsentierten wir die Studie „Mit Essen spielt man nicht!“ auf der Aktionärs-Hauptversammlung der Allianz in München. Oxfam Deutschlands Recherchen hatten aufgedeckt, dass die Allianz hier die Nummer eins in Deutschland ist. Leider nicht in Bezug auf ihre Versicherungsangebote, sondern bei der Spekulation mit Nahrungsmitteln. In fünf Fonds hat die Allianz rund sechs Milliarden Euro in Agrarrohstoffen angelegt. Daran hat sich 2013 leider nichts geändert.

Spekulation mit Nahrungsmitteln ist maßgeblich mitverantwortlich für extreme Preisschwankungen von Grundnahrungsmitteln (Weizen, Mais, Reis etc.) und dem damit in Zusammenhang stehenden Hunger in vielen armen Ländern. Eine ganze Reihe von Finanzinstituten ist sich dieser Abhängigkeiten bewusst und nimmt ihre Verantwortung als wichtige gesellschaftliche Akteure ernst. Neun europäische Banken und ein US-Pensionfonds sind aus dem Geschäft mit dem Hunger ausgestiegen. Die Barclays Bank hat es angekündigt. Drei Versicherungsunternehmen haben sich verpflichtet, auf Anlagen in Agrarrohstoffen zu verzichten (Link wird unterlegt).

Doch bei der Allianz und der Deutschen Bank, Deutschlands Hauptakteuren im Geschäft mit dem Hunger, tut sich nichts – und das, obwohl ihre eigenen internen Papiere belegen, dass man sich der negativen Auswirkungen von Nahrungsmittelspekulation schon seit längerer Zeit bewusst ist. Die Umsatzsteigerung ist wichtiger: Nach Berechnungen von Oxfam Deutschland haben die beiden Unternehmen 2012 zusammen mehr als 100 Millionen Euro durch Nahrungsmittelwetten eingenommen.

In dieser Woche haben wir, wie bereits im Vorjahr, in München bei der Allianz-Hauptversammlung protestiert. Wie im letzten Jahr stellten wir einen Antrag gegen die Entlastung des Vorstandes. Und da das Unternehmen erneut jegliche negative Auswirkung seines Handelns leugnet, ist dies nur der Anfang.

In den kommenden sechs Monaten werden wir mit unserer kontinuierlichen Aufklärungsarbeit zur Nahrungsmittelspekulation den Druck auf Allianz, Deutsche Bank und weitere Finanzinstitute verstärken, um sie dazu zu bewegen, die einzig mögliche verantwortungsvolle Konsequenz aus den vorliegenden Fakten zu ziehen: den Ausstieg aus diesem zweifelhaften Geschäft einzuleiten. Als Höhepunkt werden wir am 15. Oktober 2013 ein kilometerlanges Absperrband durch das Frankfurter Bankenviertel ziehen. Dazu brauchen wir Eure Hilfe: Jede Unterschrift unseres Aufrufs verlängert das Band um zehn Zentimeter.

Unterschreibt es gleich und weist die Spekulanten in die Schranken!

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