Steuergerechtigkeit: Erfolge, Rückschläge und Kraft tanken für 2017

Update zur Aktion „Steueroasen trockenlegen!“
Am 27. Dezember ist das Arbeitsjahr für mich fast vorbei, aber es soll nicht ohne ein Update zu unserer Aktion „Steueroasen trockenlegen!“ zu Ende gehen.
Von Charlotte Becker
Ungleichheit

Heute haben wir unsere Aktion beendet. Weltweit haben wir gigantische 353.561 Unterschriften gesammelt! Davon allein in Deutschland mehr als 18.000. Als Kampagnenkoordinatorin freue ich mich über jede einzelne Unterschrift! Dabei bleibt es aber nicht. Im Januar übergeben wir die Unterschriften an Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Wir hoffen, dass er sich darüber nicht nur freut, sondern dass ihn das auch dazu bewegt, den Prozess um Transparenz bei den Steuerzahlungen von multinationalen Konzernen voranzutreiben und damit Steueroasen trockenzulegen! Ganz besonders jetzt, wo sein Kollege, Finanzminister Wolfgang Schäuble, sich gerade wieder dafür ausgesprochen hat, dass Konzerne weiterhin nicht offenlegen sollen, wo und in welcher Höhe sie auf ihre Gewinne Steuern zahlen. Wenn hier nicht mehr Licht ins Dunkel kommt, geht auch das Steuerdumping der Konzerne weiter. Deswegen werden wir auch im Finanzministerium vorsprechen und mit den Unterschriften im Gepäck der Forderung nach echter Transparenz Ausdruck verleihen!

Es geht uns alle etwas an

Steuervermeidung von Unternehmen betrifft jede und jeden von uns. Auch Menschen, die noch nicht mal wissen, was Steuern überhaupt sind – Kinder zum Beispiel. Wenn Unternehmen ihren fairen Steuerbeitrag nicht leisten, gibt es nicht genug Geld für Investitionen in öffentliche Güter, wie Bildung, Infrastruktur etc. Ohne öffentliche Güter ist eine gerechte Gesellschaft, in der alle Menschen die Chance haben, ein gutes Leben zu führen, einen Job zu bekommen, medizinische Versorgung zu erhalten, wenn sie sie brauchen und in der der Schulabschluss von Kindern nicht vom Einkommen der Eltern abhängt, nicht denkbar.

Ein Feiertagsplädoyer

Und zum Schluss noch ein Plädoyer: Wenn ich zu den Feiertagen nach Hause fahre und Freunde und Bekannte treffe, ist das Thema Steuervermeidung meist nicht das erste über das meine Lieben sprechen wollen. Viel zu technisch, kompliziert, für uns Laien nicht durchdringbar und viel zu weit weg. Das ist nicht so! Es geht nicht darum, das internationale Steuerrecht und die neuesten Fachausdrücke zu kennen. Es geht um etwas Grundsätzliches: Darum, dass alle ihren fairen Beitrag leisten müssen – auch Unternehmen. Und genau darüber sollten wir sprechen, wir alle, und wir sollten einfordern, dass die Politik Unternehmen in die Verantwortung nimmt!

Ab Januar 2017 geht es weiter. Dafür heißt es jetzt, Kraft tanken! Und ich freue mich über alle, die dann im neuen Jahr wieder dabei sind!

Update: Wir haben im Januar 2017 eine neue Petition gestartet, um die Steuervermeidung von Konzernen weiterhin zu bekämpfen:

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Themen

Steuervermeidung von Unternehmen

Die weltweite soziale Ungleichheit hat einen neuen Höchststand erreicht: Ein Prozent der Weltbevölkerung hat mehr Vermögen als der Rest der Welt zusammen; nur 8 Menschen besitzen genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Ein Grund ist die Steuervermeidung von Unternehmen und reichen Einzelpersonen durch ein System von Steueroasen, das vor allem den Reichen zugutekommt und die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft.

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