…dies jedenfalls wünschte sich Mary Robinson, Ehrenpräsidentin von Oxfam International und ehemalige UN Hochkommissarin für Menschenrechte, von der Jugend in Bezug auf die Klimaverhandlungen bei einem Austausch mit Jugendvertretern bei der COP18. Dass die Jugend sich zu den Klimaverhandlungen nicht zu Wort melden würde, kann man nun wirklich nicht behaupten:

Da gibt es zum Beispiel das Projekt „Adopt A Negotiator“, bei dem junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern den Verhandlungsdelegationen auf den Zahn fühlen und von den Klimaverhandlungen in allgemein verständlicher Sprache berichten. Dies trägt zur Transparenz bei - denn nur die wenigsten verstehen wirklich, was bei den Klimaverhandlungen eigentlich vor sich geht.

Den starken Einfluss der Lobbyisten der Öl-, Gas- und Kohleindustrie prangert eine Koalition der Jugend in einem öffentlichen Brief an Christiana Figueres, Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention (UNFCCC), an. Sie fordert den Ausschluss von Gruppen, die das Ziel der Klimarahmenkonvention, nämlich den menschgemachten gefährlichen Klimawandel abzuwenden, untergraben. Die Möglichkeit zumindest einzelne Personen von der COP auszuschließen gibt es schließlich. Die Jugenddelegierte, Anjali Appadurai, die bei der letzten Konferenz in Durban eine mitreißende Rede gehalten hat, darf bei der COP in Doha ironischerweise nicht dabei sein.

Zum ersten Mal in der Geschichte internationaler Klimaverhandlungen sind nun auch junge Menschen aus der arabischen Region offiziell bei der UN-Klimakonferenz in Doha vertreten. In diesem Jahr gründete sich die arabische Jugendklimabewegung, AYCM. Konferenzen in Tripoli, Demonstrationen in Gaza, Aktionstage im Sudan und Straßenfeste in Beirut – die Aktionen der arabischen Jugendklimabewegung sind so vielfältig wie ihre Mitglieder/innen.

Und trotzdem: der Einfluss der jungen Generationen ist noch immer viel zu gering. Das ist bedenklich und vielleicht auch ein Grund dafür, warum die Verhandlungen so schleppend voran gehen. Denn diejenigen, die die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels noch erleben werden, sind wir – die jungen Generationen. Wir müssen also noch lauter werden, damit wir endlich gehört werden – Schuhe gegen den Fernseher schmeißen reicht da wohl nicht aus.

 

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