Mit Witz und Würde für unsere Werte

Mit der AfD sitzt künftig eine Partei mit rechtsextremen Positionen im deutschen Bundestag. Eine Herausforderung. Doch der Erfolg der AfD ist auch Ausdruck einer Tendenz, die weltweit zu beobachten ist: Rechtspopulisten greifen unsere freiheitlichen Werte an und finden dafür Rückhalt in der Bevölkerung. Wie kam es dazu? Und was können wir tun, um unsere Werte zu schützen? Lesen Sie dazu den Blogbeitrag von Marion Lieser.
Von Marion Lieser

Das Ergebnis der Bundestagswahl ist eine Zäsur. Erstmals seit den 1950er Jahren sitzt mit der AfD wieder eine Partei im Bundestag, in der rechtsextreme Positionen ganz offen vertreten werden. Rassismus und Geschichtsrevisionismus, Hass und Hetze werden Alltag in der parlamentarischen Sprache und Arbeit werden. Und mehr noch: Es ist zu befürchten, dass andere Parteien den Erfolg der AfD als Einladung missverstehen, sich ihr programmatisch anzupassen. Darin liegt die eigentliche Gefahr und dies verlangt nach entschiedenem Einspruch.

Denn es steht Grundsätzliches zur Disposition. Der AfD geht es längst nicht nur um die Flüchtlingspolitik, sondern um einen Angriff auf die offene Gesellschaft, den Rechtsstaat, das Grundgesetz und das geschichtspolitische Selbstverständnis, das die Bundesrepublik spätestens seit den 1970er Jahren prägt. Dabei ist die AfD selbst nur Ausdruck einer allgemeinen Tendenz: Die Welt befindet sich im Umbruch wie seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr. Weltweit sind Rechtspopulismus und Nationalismus im Aufwind, während universalistische Werte, Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht in die Defensive geraten.

Eine Ursache für diese Entwicklung ist die zunehmende soziale Ungleichheit auf der Welt, die vielerorts den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergräbt, auch in Deutschland. Oxfam weist seit Jahren darauf hin und setzt sich für mehr soziale Gerechtigkeit ein. Viele Menschen haben das Gefühl, auf der Strecke zu bleiben und im politischen Raum weder gehört noch gesehen zu werden. Ein nicht unerheblicher Teil von ihnen hat am Sonntag der AfD ihre Stimme gegeben. Das Problem ist jedoch vielschichtiger. Viele Bürgerinnen und Bürger haben die Liberalisierung und Globalisierung unserer Gesellschaft als kulturelle Entfremdung erfahren, als den Verlust von Identität, Stabilität und Sicherheit. Sie wünschen sich ganz grundsätzlich eine andere Entwicklung, die eher an einer tatsächlichen oder eingebildeten Vergangenheit orientiert ist als an der Gegenwart und Zukunft.

Wir müssen unsere Werte ernst nehmen und nach ihnen handeln

Wie nun mit dieser Herausforderung umgehen? Am besten, indem wir zu unseren Werten und Prinzipien stehen. Wir müssen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, Universalismus, Freiheit und Gleichheit so ernst nehmen, dass wir sie nicht nur mahnend oder gar besserwisserisch vor uns hertragen, sondern nach ihnen handeln, jeden Tag. Das bedeutet auch, uns zu erklären, immer wieder und von neuem, auch wenn es mitunter wehtut.

Ganz in diesem Sinne schrieb die Journalistin Mely Kiyak vor einigen Tagen in der Zeit: „Man muss aus einer Politik der Denunziation eine Politik der aufgeklärten Gespräche machen. Mit Bildung. Eindeutig in der Ansprache, mit klaren rhetorischen Grenzen, mit Würde und mit Witz. Mit Abscheu gegen Lügen und gefälschte Statistiken und mit einem geradezu warmherzigen Interesse am Menschen, egal wer er ist und woher er kommt.“

Das wäre ein Anfang.

109 Kommentare

Das was sie machen ist von Anfang bis Ende eine reine
Verurteilung der AfD nichts weiter??????
Sollte ich sie bewerten als Schulfach bewerten???
"Wäre das eine glatte 6 als Zensur.
Das was sie machen hat überhaupt nichts mit Journalismus zu tun.
"Sie wollen nur Ängste schüren."
Das verkauft sich gut und bringt Verkaufszahlen.
""Der reine Journalismus gibt keine Zensur ab, sonder zeigt nur auf."
Und gibt keine Zensur ab.

Politologe

Ich habe auch die AFD gewählt weil ich die Schnautze voll habe von den Lügen und der Lustlosen Politik hier in Deutschland.Denn als normaler Arbeiter hat man hier nicht mehr viel zu lachen im gegenteil man bekommt immer wieder einen oben drauf und weniger Geld und Urlaub .Denn Ausländische Firmen Kaufen uns auf und machen mit uns was sie wollen.Und die so genannten Fach Arbeiter die Frau Merkel mit offen Armen rein geholt hat werden mit Geld was gar nicht mehr in den Kassen ist überschüttet und wir dürfen erst mit 67 in Rente wo wir nicht mehr viel davon haben.Denn ich als Deutscher fühle mich in eigenen Land als Ausländer und das geht gar nicht da muss sich was ändern.

Halbwahrheiten, verdrehte Tatsachen und Volksverhetzung kritiklos, geradezu willenlos, hinzunehmen und im guten Glauben auch noch die AfD als Transportmittel für den Rechtsradikalismus in den Bundestag zu wählen zeigt eklatante Mängel an politischer Bildung der Wähler. "Denn sie wissen nicht, was sie tun."
Liegt das am mangelnden Angebot in den Schulen oder an der "Lernresistenz" der Schüler in den letzten Jahrzehnten?
Dringender Handlungsbedarf sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt ...

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