Die erste Woche des UN-Klimagipfels in Durban ist vergangen. Nun ist endlich ein wenig Bewegung in die zähen Verhandlungen gekommen. China hat angekündigt einem rechtlich verbindlichen Abkommen zum globalen Klimaschutz ab 2020 offen gegenüberzustehen. Doch die Zusage ist an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Die nächsten vier Tage in Durban sind entscheidend: Die Staaten dieser Welt müssen endlich ernsthafte Maßnahmen beschließen, um ein weiteres Voranschreiten des Klimawandels aufzuhalten.

Ob sich aus den Signalen Chinas jetzt das so dringend benötigte Paket aus einer zweiten Verpflichtungsrunde des Kyoto-Protokolls und einem Verhandlungsmandat für einen weiteren Klima-Vertrag schnüren lässt, hängt nun entscheidend von der Europäischen Union  – und damit auch von der Bundesregierung – ab. Die EU muss zusagen, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Die Verweigerungshaltung der USA und anderer Staaten darf Umweltminister Röttgen nicht davon abhalten, mit „progressiven Industrie- und Schwellenländern“ und Entwicklungsländern dringende Vereinbarungen zu treffen, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen. Durch ein weiteres Hinauszögern der Klimaschutzziele würde eine Erderwärmung von mindestens 3-4 Grad zur bitteren Realität.

Der Klimawandel ist schon jetzt in vollem Gange. Oxfam Deutschland reiste im November nach Mali und sprach dort mit Bauern und Bäuerinnen über die immer schlechter werdenden Ernten, da die Regenfälle immer häufiger ausbleiben. Gerade Menschen  in armen Ländern leiden erheblich unter den Folgen der Erderwärmung, da ihre Existenzgrundlagen gefährdet werden. Der bereits in Cancún beschlossenen Green Climate Fund muss deshalb dringend mit finanziellen Mitteln ausgestattet werden, um Klimaanpassungsmaßnahmen und klimafreundliche Entwicklung in den Entwicklungsländern zu finanzieren. Der Fonds könnte unter anderem durch eine Finanztransaktionssteuer oder die Besteuerung von Schiffsdiesel finanziert werden.

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