Nachdem wir in den letzten Tagen mit neuen Hiobsbotschaften von den Börsen geschockt wurden und uns der Spiegel bereits den Untergang prophezeit, hat die Commerzbank ihre Halbjahresbilanz präsentiert: 1,2 Milliarden Euro stehen nach den ersten sechs Monaten 2011 auf der Haben-Seite, von „deutlichen Fortschritten“ ist die Rede.
 
Klar, Griechenland hat ins Kontor geschlagen und einer der führenden deutschen Privat- und Firmenkundenbanken viel Geld gekostet. Doch Finanzvorstand Stutz betont, wie gut es der Bank geht – siehe Webcast. Trotz Griechenland-Krise geht es der Commerzbank offensichtlich besser als noch vor einiger Zeit vermutet.

Erinnern wir uns: 2008 flüchtete sich die Commerzbank nach dramatischen Verlusten im dritten Quartal unter den staatlichen Rettungsschirm und erhielt insgesamt 18,2 Milliarden Euro Kapitalhilfe – faktisch eine Teilverstaatlichung, die die Bank vor dem Ruin rettete. Zu Beginn dieses Jahres vermeldete die Commerzbank einen großen Teil der Staatsgelder zurückgezahlt zu haben – Applaus kam von allen Seiten. Auch hohe Boni waren wieder in Reichweite.

Gleichzeitig ist die Verantwortung der Finanzindustrie für die Krise unbestritten. Steuerzahler und Menschen in armen Ländern müssen für Spekulationen und Risikogeschäfte von Banken gerade stehen. Steuergelder waren für einige Finanzinstitute die Grundlage dafür, dass sie wieder Gewinne machen. Es ist daher eine Frage der Gerechtigkeit die Banken an den durch die Krise entstandenen Schaden zu beteiligen – dieser Meinung ist übrigens auch unser Finanzminister.
 
Eine Steuer auf Finanztransaktion schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie würde Geld herbeischaffen, um die Auswirkungen der Krise zu mildern. Gleichzeitig würden hochspekulative Geschäfte, die die Märkte destabilisieren, eingedämmt. Dass die Commerzbank inmitten der nächsten Krise noch immer solide dasteht, ist offensichtlich ein Zeichen dafür, dass eine Finanztransaktionssteuer für die Branche nicht nur gerecht, sondern auch zumutbar ist.

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