Zensiertes Plakat: Kritik an Lidl unerwünscht

In Heilbronn wollten wir Plakate kleben, um auf die Menschenrechtsverletzungen auf Lidls Zuliefer-Plantagen hinzuweisen. Doch in Lidls Heimatstadt traut sich kein Plakatflächen-Anbieter, unsere Plakate aufzuhängen – so groß ist der Einfluss von Lidl vor Ort. Helfen Sie uns, die Blockade zu umgehen!
Von Christin Becker
Ausbeutung auf Plantagen: Das lohnt sich. Lidl lohnt sich. Besonders für Manager. oxfam.de/lidl

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Warum #1PlakatfürLidl?

Giftige Pestizide, Hungerlöhne und Verletzungen von Gewerkschaftsrechten – noch immer gibt es schlimme Missstände auf Tropenfruchtplantagen, die große Supermarktketten beliefern. Unser Partner in Ecuador, die Gewerkschaft ASTAC, hatte zuletzt wieder in einem detaillierten Bericht katastrophale Zustände auf fünf Zulieferplantagen von Lidl aufgedeckt. Ein paar Beispiele aus dem Bericht:

  • Flugzeuge versprühen giftige Pestizide, während die Arbeiter/innen auf der Plantage sind. „Wenn ihr die Leichtflugzeuge hört, rennt und verlasst die Plantage“, lautet der Tipp der Manager. Doch die Arbeiter/innen erzählen: „Wenn wir es nicht schaffen, sind die Palmenblätter unser einziger Schutz vor den Pestiziden.“
  • Arbeiter/innen berichten, dass sie weniger als den Mindestlohn erhalten. „Was sie uns zahlen, reicht kaum zum Überleben.“
  • Wer Anstalten macht, sich gewerkschaftlich zu organisieren, muss Repressalien fürchten: „Wenn sie sehen, dass wir mit fremden Leuten reden, dann könnten wir rausgeworfen werden. Wenn sie sehen, dass wir mit Ihnen reden, könnten sie uns feuern.“

Lidl schaltet auf stumm

In einem offenen Brief appellierte ASTAC an Lidl, gegen diese Zustände vorzugehen. Über 8.000 Menschen haben den Brief unterschrieben. Reaktion von Lidl? Null. Anscheinend weiß Lidl im Rahmen seiner vielbeworbenen Nachhaltigkeitsstrategie keine Antwort auf die massiven Probleme bei seinen Bananen-Zulieferern.

ASTAC hat Lidl auch zu einer Veranstaltung nach Ecuador eingeladen, um sich mit relevanten Akteuren zu Arbeitsrechten auszutauschen. Doch auch hier blieb Lidl eine Antwort schuldig. Kein guter Stil, finden wir.

Plakat mit der Aufschrift „Ausbeutung auf Plantagen: Das lohnt sich. Lidl lohnt sich. Besonders für Manager. oxfam.de/lidl“ vor der Kulisse des Alten Postamts in Heilbronn
So schön hätte unser Plakat in Heilbronn aussehen können

Deshalb wollten wir nachlegen: Mit einer Plakataktion mitten in Heilbronn, in der Höhle des Löwen, wollten wir den Leuten zeigen, wie Lidl tickt. Wie egal dem Konzern ist, dass für seine Produkte Menschen in Ecuador und Costa Rica unter katastrophalen Bedingungen arbeiten. Doch nicht eine der angefragten Plakatflächenvermietungen in Heilbronn war bereit, unsere Lidl-kritischen Plakate aufzuhängen. Das ist wirklich ein Unding!

Aber: Wer braucht Heilbronn? Wir haben das Internet! Wenn wir keine Plakatflächen für unsere Botschaften bekommen, dann verbreiten wir sie eben online. Dann muss auch Lidl sie hören – und ganz Heilbronn!

40 Kommentare

Wenn Manager großer Konzerne heute noch immer nicht erkannt haben, dass wir eine `globale Welt` sind und somit auch Verantwortung tragen, dann bin ich zumindest enttäuscht. Wir Verbraucher wissen sehr wohl, welche Konsequenzen sich aus solche Art ausbeuterischem Verhalten entwickeln wird. Es gibt Alternativen für meinen Einkauf und ich werde dieses Verhalten solcher verantwortungsloser Konzerne natürlich verbreiten!

Lidl gaukelt den Verbrauchern vor, sich für Umwelt,soziale Gerechtigkeit sowie faire Löhne für die schwer schuftenden Arbeiter
stark zu machen. Alles nur Augenwischerei? Muß wohl so sein, denn sonst hätten sie diese Plakataktion nicht verhindert.
Sondern sich den Kritikern gestellt!!

Schade ;( man kauft gerne bei Lidl, im Gedanken das man gut tut die Arbeiter auf den Plantagen , bekämen mehr Gehalt im Ihre Familien besser zu versorgen usw.
Pustekuchen......
Schämt euch !!!! Verdiendt ihr nicht genug ?
Wäre auch toll das alte und runtergefallene Brot aus der Frischetheke Tierparks oder Gnadenhöfen für Tiere zukommen zu lassen , als wegzuwerfen ?

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Oxfam setzt sich für menschenwürdige Arbeits- und faire Einkaufsbedingungen in der Lieferkette von Supermarktketten ein.

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