Müll vermeiden

Essen gehört auf den Teller und nicht auf den Müll.
Allein in sechs Ländern landen jährlich 5,3 Milliarden Äpfel auf dem Müll – jeder sechste verkaufte Apfel. Durch richtige Lagerung und intelligentes Einkaufen lässt sich das vermeiden.

Niemand schmeißt gerne Lebensmittel weg und doch passiert es beinahe täglich. Der Joghurt ist über dem Verfallsdatum, das Brot vertrocknet, das Gemüse gammelig, die Butter ranzig, der Käse schimmelig. Wer kennt das nicht?

Dabei könnte der Kontrast größer nicht sein: Fast 900 Millionen Menschen hungern weltweit, während etwa allein in Deutschland jährlich elf Millionen Tonnen Essen auf dem Müll landen. Den größten Anteil daran tragen die Privathaushalte. Bei diesen Zahlen stellt sich ganz automatisch das schlechte Gewissen ein. Doch kann man überhaupt etwas tun? Eine gute Planung macht’s.

5,3 Milliarden Äpfel im Abfall

Die Oxfam-Studie „The Food Transformation“ (deutsch: Die Essens-Umwandlung) hat am Beispiel des Apfelkonsums in Brasilien, Indien, Spanien, den Philippinen, Großbritannien und den USA gezeigt, dass kleine Schritte schon einiges bewirken können. Dort landet einer von sechs verkauften Äpfeln auf dem Müll. Das sind über 5,3 Milliarden Äpfel im Jahr. Würde man diese aneinanderreihen, würde die Apfelkette neun Mal die Erde umrunden. Dieser enorme Apfel-Müll ließe sich vermeiden, wenn einerseits die gekauften Äpfel richtig gelagert würden, also möglichst kühl. Und andererseits vor dem Kauf geprüft wird, wie viele Äpfel noch da sind. Dieses Apfelbeispiel lässt sich natürlich auch auf alle anderen Lebensmittel übertragen.

Bei den weggeworfenen Lebensmitteln geht es jedoch nicht nur um das Essen an sich, das nicht in den hungrigen Mägen, sondern auf dem Müll landet, sondern auch um das, was damit alles verbunden ist – also der Wasser- und Energieaufwand, der zur Produktion der Lebensmittel, aber auch zum Transport und schließlich für die Verpackung aufgewendet wird. Bezogen auf das Apfelbeispiel der Oxfam-Studie heißt das, dass durch die 5,3 Milliarden jährlich verschwendeter Äpfel insgesamt so viel Treibhausgase produziert werden wie beim Verbrennen von 10 Millionen Barrel Öl.

Einkaufslisten schreiben

Vor dem nächsten Einkauf ist es immer sinnvoll, den Inhalt des Kühlschranks oder der Küchenschränke zu untersuchen: Was ist noch da, was ist kurz vor dem Verfallsdatum und was wird wirklich gebraucht? Außerdem sind Einkaufslisten ratsam. Ebenfalls empfehlenswert ist es, die oft aufgrund ihres leicht geringeren Preises verlockend erscheinenden Großpackungen zu meiden – wenn letztendlich ein Viertel oder mehr davon im Müll landet, spart man nicht, sondern zahlt im Endeffekt sogar drauf. Und schließlich führt Abfallvermeidung nicht nur zu einer größeren Ernährungsgerechtigkeit, sondern auch zu einer Reduzierung von klimaschädlichen Treibhausgasen.

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