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  • 03. März 2016

El Niño: Die Angst tötet jedes Gefühl, das ich habe

Das Klimaphänomen El Niño hat in Äthiopien in den letzten beiden Jahren zu einer extremen Dürre geführt. In Armut lebende Menschen sind davon besonders betroffen. Sie leiden unter Wasserknappheit, Hunger und Krankheiten.

Habodo Gele lebt mit fünf ihrer sieben Kinder* in einer kleinen Siedlung nahe Bisle. Die Familie hat sich dort auf der Suche nach Wasser und Nahrung niedergelassen. Bisle ist eine größere Gemeinde in der Somali Region, in deren Nähe sich Binnenflüchtlinge wie Habodo Gele angesiedelt haben.

Vor der Dürre waren wir sehr glücklich. Wir tranken frische Milch von unseren Tieren, wir konnten Butter machen und diese auf dem Markt verkaufen. Jetzt sind wir auf Hilfe angewiesen. Diese Dürre ist die größte Herausforderung meines Lebens.
Habodo Gele

Habodo Gele und ihre Kinder leiden unter Hunger und Durst. „Bisher haben unter der Dürre hauptsächlich die Tiere gelitten. Aber jetzt betrifft sie auch uns. Das ist sehr beängstigend. Wir haben nicht genug zu essen. Wir erhalten etwas Hilfe und unterstützen uns gegenseitig. Die Dürre verursacht viele Probleme. Das Schlimmste ist der Mangel an Nahrung und Wasser – den grundlegendsten Dingen.“

Die Siedlung liegt 20 Minuten zu Fuß von Bisle entfernt. Dort steht auch ein Wassertank von Oxfam, der die Menschen vor Ort mit dem lebenswichtigen Gut versorgt.

Die Regierung Äthiopiens geht davon aus, dass 2016 aufgrund der Dürre 10,2 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein werden. Dies sei mit Kosten von rund 1,4 Milliarden US-Dollar verbunden. Oxfam plant, 770.000 Menschen mit Trinkwasser, Sanitäranlagen, Lebensmittel und Maßnahmen zur Existenzsicherung zu unterstützen. Dafür benötigen wir 25 Millionen US-Dollar.

*Die Namen der Kinder werden zum Schutz ihrer Identität nicht genannt.

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Hintergrund

Der El Niño ist ein natürliches Phänomen, das alle sieben bis acht Jahre auftritt, wenn die Ozeane im großen Umfang Hitze an die Atmosphäre abgeben und globale Wettermuster beeinflussen. Forscher sagen voraus, dass besonders intensive El Niños aufgrund des Klimawandels zweimal häufiger als in der Vergangenheit auftreten könnten. Nach Ansicht zahlreicher Klimaexperten könnte der diesjährige El Niño (2015/2016) der stärkste seit 1997/98 werden und sich zu einem „Mega-El-Niño“ entwickeln. Erst im Dezember 2015 mussten mehr als hunderttausend Menschen aus der Grenzregion von Paraguay, Uruguay, Brasilien und Argentinien wegen durch El Niño ausgelöster Überschwemmungen ihre Häuser verlassen.