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  • 12. Dezember 2012

Meine Geschichte: R.P. Malani Priyantha über nachhaltige Landwirtschaft in Sri Lanka

Malani Priyantha berichtet in einem Interview mit Daniela Preti, Projekt-Referentin bei Oxfam Deutschland, über ihre Arbeit als landwirtschaftliche Beraterin in Kadawathamaduwa, Sri Lanka.

Frau Malani, was können Sie uns über Ihre Familie sagen?

Ich bin 25 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich mit der Landwirtschaft. Ich lebe seit 1994 in Kadawathamaduwa. Damals erhielten wir von der Regierung im Rahmen eines Siedlungsprogrammes 2,5 Acre Land für den Reisanbau.

Welches ist ihre Rolle in diesem Projekt?

Im Rahmen dieses Projektes arbeite ich als CET (Community Extension Trainer, vom Projekt ausgebildete landwirtschaftliche Berater/innen auf Dorfebene d.V.), wodurch ich ein kleines Einkommen erziele.

Morgens stehe ich um 04:00 Uhr auf und erledige bis 07:30 Uhr meine Haushaltstätigkeiten. Danach arbeite ich bis 12:00 Uhr in unserem Garten. Nach dem Mittagessen beginne ich um 14:00 Uhr die biologisch betriebenen Hausgärten der anderen Projektteilnehmenden zu besuchen und mit den Bauern über ihre Fortschritte und Probleme zu diskutieren. Um 18:00 Uhr beginne ich wieder mit meinen Haushaltstätigkeiten und um 22:00 Uhr gehe ich ins Bett.

Ich wünsche mir, dass in Zukunft alle Bauern in meinem Dorf biologische Landwirtschaft betreiben. Das ist sehr wichtig für unsere Gesundheit.Malani Priyantha

Was hat sich für Sie durch das Projekt verändert?

Ich mag meine Arbeit als CET sehr gerne, weil ich an vielen Trainings teilnehmen kann und viele neue Menschen kennenlerne. Im Rahmen dieses Projektes habe ich das Konzept der biologischen Landwirtschaft gelernt. Ich verstehe jetzt die zugrundeliegenden Werte, Methoden und auch die Wirkung in Bezug auf die Gesundheit. Ich habe gelernt, Schädlinge nicht mehr mit Pestiziden, sondern mit biologischen Mitteln zu behandeln.

Früher hatte ich in meinem Garten nur Kokosnussbäume. Wir mussten Gemüse und Obst immer auf dem Markt kaufen. Nun muss ich dafür kein Geld mehr ausgeben, weil Gemüse und Obst in meinem eigenen Garten wachsen. Ich baue nun sehr vielseitig an, so zum Beispiel Bohnen, Okraschoten, grüne Chili, Mais, Kürbis, Gurken, Wassermelonen und Bananen. Ausserdem haben wir früher auch viel Geld für künstlichen Dünger und Pestizide ausgeben müssen. Eine Flasche künstlicher Dünger kostet zum Beispiel 600 srilankische Rupis (ca. 3,50 Euro). Wenn ein Bauer für zehn Setzlinge von Kokosnusspalmen 1500 Rupis (ca. 8,80 Euro) bezahlte, musste er gleich noch einmal 3000 Rupis (ca. 17,60 Euro) für die Düngemittel aufwenden. Durch die natürliche Düngung sparen wir sehr viel Geld.

Was hat sich durch das Projekt sonst noch geändert, und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Die biologische Landwirtschaft wird uns helfen, für uns und unsere Kinder eine bessere Zukunft zu haben. Ich wünsche mir, dass in Zukunft alle Bauern in meinem Dorf biologische Landwirtschaft betreiben. Das ist sehr wichtig für unsere Gesundheit. Viele von uns leiden an Nierenkrankheiten, die von den ganzen Chemikalien verursacht werden. Wenn wir biologisch anbauen, müssen wir auch nicht mehr so viel Geld an ausländische Firmen geben, die ihre Chemikalien hier teuer verkaufen. Wir sparen Geld und tun gleichzeitig etwas Gutes für unsere Gesundheit.