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  • 11. Dezember 2012

Meine Geschichte: Wedamaththaya über Heilkunde und organischen Anbau in Sri Lanka

Wedamaththaya (bedeutet Druide) ist ein 71-jähriger Mann aus Kandy, Sri Lanka. Er ist ein Experte in Heilkunde und biologischem Anbau. Im Projekt ist er als Berater tätig. In einem Interview mit Nicole Schenda und Daniela Preti von Oxfam Deutschland erzählt er über die Vorteile von biologischen Anbaumethoden

Seit wann betreiben Sie biologischen Anbau und von wem haben Sie ihre Techniken gelernt?

Ich habe ungefähr 60 Jahre Erfahrung in Heilkunde und biologischem Anbau. Dieses Wissen wurde mir von meinen Eltern, meinen Großeltern und meinem Großonkel weitergegeben.

Wie haben sich die Anbauweisen seitdem verändert?

Ich sehe insbesondere Veränderungen in zwei Bereichen. Die modernen Anbaumethoden sind schlecht für die Gesundheit. Ich sehe viele Menschen aufgrund gesundheitlicher Beschwerden leiden. Das steht in direktem Zusammenhang mit den neuen Anbaumethoden. Bei biologischen Anbaumethoden treten solche Beschwerden nicht auf. Ausserdem ist die moderne Landwirtschaft auch kostspielig. Heute müssen die Bauern teure Pestizide und künstliche Düngemittel kaufen, sonst funktioniert ihre Anbaumethode nicht. Der biologische Anbau braucht keine solche Mittel und ist deshalb auch billiger.

Weshalb haben Ihrer Meinung nach die Menschen den Weg der modernen Landwirtschaft eingeschlagen?

Die modernen Methoden scheinen auf den ersten Blick verlockend einfach und schnell. Die traditionelle, biologische Anbauweise hingegen braucht Hingabe. Man muss den richtigen Moment abwarten, um zu säen und zu ernten.

Welches sind die wichtigsten Komponenten biologischer Anbaumethoden?

Das allerwichtigste ist, dass Pflanzen, Boden und Tiere eine Einheit darstellen. Sie hängen voneinander ab und gehören zusammen, kein Element kann ohne die anderen gesund sein. Es ist wichtig, die richtige Balance herzustellen. Der Bauer darf das Augenmerk nicht ausschliesslich auf den Ernteertrag legen, er muss auch andere Pflanzen anbauen, zum Beispiel Heilpflanzen. Nur so kann ein Garten wirklich zum Leben erweckt werden.

Was war Ihre Motivation, sich im Rahmen dieses Projektes zu engagieren?

Es braucht sehr viel Zeit, sich ein breites Wissen anzueignen. Ich möchte mein Wissen und meine Kenntnisse an die nächste Generation weitergeben. Genauso, wie meine Eltern ihr Wissen an mich weitergegeben haben. In meiner Religion ist das grösste Ziel, zu wachsen und eines Tages ins Nirvana zu kommen. Ähnlich verhält es sich mit dem Anbau. Um die höchste Stufe zu erreichen, muss man sein Wissen wie Samen verteilen. Samen sind wertvoll. Sie dürfen nicht weggeworfen werden.