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  • 20. Juli 2012

Ostafrika: Ein Jahr danach – Oxfams Nothilfe erreichte über 2,8 Millionen Menschen

Vor einem Jahr, im Juli 2011, wurde in zwei Gebieten Somalias die Hungersnot ausgerufen. An vielen Orten hatte es so wenig geregnet wie seit 60 Jahren nicht mehr. Verschärft wurde die Situation durch ungelöste politische Konflikte und den Bürgerkrieg in Somalia. Es war die erste Hungerkatastrophe dieses Jahrtausends und sie erfasste weite Gebiete Ostafrikas. Tausende waren am Horn von Afrika auf der Flucht. Dank der Hilfe von Spenderinnen und Spendern weltweit, von Regierungen und Unternehmen konnte die Situation in den vergangenen zwölf Monaten wesentlich verbessert werden. Oxfam erhielt weltweit 96 Millionen Euro, die in Hilfsprojekte in Somalia, Kenia und Äthiopien flossen.

Der Film zeigt ein Brunnenprojekt in der Turkana-Region in Kenia, das mit Hilfe von Spenden realisiert werden konnte. Ein Beispiel von vielen.

Wasser, Saatgut, Nutztiere

Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen konnte Oxfam in Somalia, Kenia und Äthiopien mehr als 2,8 Millionen Menschen mit Hilfsmaßnahmen erreichen. So wurden z.B. in Somalia 150.000 mangelernährte Kinder versorgt. Die Wasser-Expert/innen von Oxfams Partnern konnten durch die Reparatur von Brunnen, Pumpen oder Bohrlöchern die Versorgung mit Trinkwasser verbessern – nach Jahren der Dürre waren viele Brunnen ausgetrocknet. Durch Bau und Reparatur von Latrinen sowie durch Gesundheitskampagnen wurde die Seuchengefahr (z.B. Cholera) in den Flüchtlingscamps gesenkt. Allein in Somalia profitierten 900.000 Menschen von der verbesserten Wasserversorgung. In Mogadischu wurde ein Projekt gestartet, in dem Informationen zur Verhinderung von Cholera über Mobil-Telefone verbreitet werden.

Mit Saatgut und neuem Werkzeug wurden die Bäuerinnen und Bauern in der Vorbereitung auf die nächste Ernte unterstützt. In vielen Fällen half Oxfam den Familien kurzfristig mit Bargeld, damit sie sich trotz gestiegener Preise auf den lokalen Märkten mit Lebensmitteln versorgen können. In Äthiopien wurde der Erhalt von 500.000 Nutztieren durch Futter und Impfungen unterstützt. In der Turkana-Region in Kenia hat Oxfam solarbetriebene Wasserpumpen im Einsatz, um Sprit zu sparen. Gerade in Krisenzeiten haben die meisten Familien kein Geld für Treibstoff.

Viel bleibt weiterhin zu tun

Aber viele langfristige Probleme bestehen fort. Dazu gehören der ungelöste Konflikt in Somalia und die mangelnde ökonomische Widerstandsfähigkeit vieler armer Bäuerinnen und Bauern. Oxfam warnt davor, dass die Menschen wieder in Schwierigkeiten kommen, wenn sich die Internationale Gemeinschaft nicht jetzt um Hilfe und Vorsorge bemüht. Auch die Versorgung der rund 500.000 Menschen im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab ist nicht gesichert. Vor allem der Zugang zu Wasser ist prekär und abhängig von weiteren finanziellen Mitteln der Geberländer. Darüber hinaus fehlt es in dem stetig wachsenden Camp an ausreichend Unterkünften für die dort lebenden Familien und an Schulen für die Kinder.