Jahresbericht 2015: Eine gerechte Welt ist möglich!

Mädchen mit Drachem im Flüchtlingscamp Zaatari. Auf dem Drachen ist eine Friedenstaube aufgemalt.
Wie hier im jordanischen Flüchtlingscamp Zaatari hoffen Millionen von Syrerinnen und Syrern auf eine friedliche Lösung der Konflikte in ihrem Land.

Rückblick der Geschäftsführerin

„Wie verzweifelt müsste ich sein, um alles aufzugeben, was mir wichtig ist und in eine ungewisse Zukunft zu fliehen?“ Sicher bin ich nicht die einzige, die sich diese Frage in den letzten Monaten oft gestellt hat. Umso wichtiger ist mir, dass Oxfam Menschen auf der Flucht unterstützt und ihre Lebenssituation erleichtert – gleichzeitig aber auch die Krisen, die ihre Not verursachen, politisch und humanitär direkt angeht. So leisteten wir 2015 weiter humanitäre Hilfe in Syrien sowie seinen Nachbarstaaten und setzten uns für eine friedliche Lösung des seit mehr als fünf Jahren andauernden blutigen Konfliktes ein. Zudem stellten wir Flüchtlingen in Italien, Griechenland und auf der Balkanroute auf Ihrem anstrengenden Weg das Nötigste zur Verfügung.

Darüber hinaus arbeitete Oxfam auch 2015 gemeinsam mit Menschen in Armut daran, ihre Situation zu verbessern. Beispielsweise in Südafrika, wo wir u.a. mit öffentlichen Mitteln die Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation WFP (Women on Farms Project) ausweiten konnten. Gemeinsam unterstützen wir Farmarbeiterinnen dabei, ihre Rechte durchzusetzen und die Ernährung ihrer Familien zu sichern.

Marion Lieser
Marion Lieser - Geschäftsführerin des Oxfam Deutschland e.V.

Eine gerechte Welt ohne Armut ist möglich – diese Überzeugung treibt uns seit mehr als zwei Jahrzehnten an: Im Mai 2015 feierte Oxfam Deutschland e.V. sein zwanzigjähriges Jubiläum. Größen aus Politik und Zivilgesellschaft, wie Dr. Vandana Shiva, Prof. Dr. Gesine Schwan oder Bundesminister Dr. Gerd Müller nahmen an den Veranstaltungen teil.

Dass die Lücke zwischen Arm und Reich dennoch weiter wächst, liegt an politischen und wirtschaftlichen Strukturen, von denen einige wenige profitieren, während viele andere immer mehr in die Armut getrieben werden. So bringen die Steuertricks multinationaler Unternehmen arme Länder jährlich um Einnahmen in dreistelliger Milliardenhöhe – und die Bevölkerung damit um den kostenfreien Zugang zu Bildung und um funktionierende soziale Systeme, in die dieses Geld hätte investiert werden können. Der Schwerpunkt unserer globalen Kampagne für soziale Gerechtigkeit lag 2015 deshalb auf einem fairen internationalen Steuersystem.

Um in all den Bereichen, in denen Oxfam aktiv ist Veränderungen hin zu einer gerechten Welt ohne Armut  durchzusetzen, brauchen wir nicht nur einen langen Atem, sondern auch eine gewisse Durchsetzungskraft. Diese entwickeln wir im internationalen Oxfam-Verbund, indem wir noch stärker inhaltlich zusammenwachsen. Deshalb freut es mich sehr, dass Oxfam Deutschland im vergangenen Jahr die Mittel, die in die Verbundarbeit in Ländern des globalen Südens flossen, dank zielführender institutioneller Partnerschaften deutlich steigern konnte.

Dass wir das für die Erreichung unserer Ziele wichtige solide Wachstum verzeichnen konnten, ist nicht zuletzt den zahlreichen Spenderinnen und Spendern zu verdanken, die unsere Arbeit im Jahr 2015 mit mehr als 4 Millionen Euro unterstützten – über eine Million Euro mehr als im Vorjahr. Insgesamt lagen die Jahreseinnahmen bei 13,4 Millionen Euro. Der Zuwachs von mehr als 3 Millionen Euro stammt zu einem großen Teil aus Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln und anderer Organisationen.  

Mein herzlicher Dank gilt allen, die unsere Überzeugungen teilen und den Weg hin zu einer gerechten Welt ohne Armut gemeinsam mit uns gehen!

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Oxfam unterstützt syrische Flüchtlinge im Libanon und in Jordanien unter anderem mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Einkommenshilfen und baut Duschen und Latrinen.

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