Hollywood-Star Keira Knightley hat zu sofortiger und umfassender Hilfe für die von Hungersnot bedrohte Bevölkerung des Südsudans aufgerufen. Im Vorfeld des dritten Jahrestages der Unabhängigkeit Südsudans am 9. Juli hatte die Schauspielerin sich vor Ort ein Bild der Situation gemacht. Knightley berichtet: „Ich hatte keine Ahnung, was mich in Südsudan erwarten würde, aber was ich gesehen habe, war schlimmer als ich es mir je hätte vorstellen können. Alle, die ich getroffen habe, sind unfassbar traumatisiert. Ich habe mit Frauen gesprochen, die innerhalb weniger Monate Männer und Kinder verloren haben. Jetzt versuchen sie Tag für Tag, genug Nahrung und Wasser aufzutreiben, um ihre restlichen Kinder durchzubringen.“

Knightley war im vergangenen Monat in eines der am schlimmsten betroffenen Gebiete, den Jonglei State, gereist – eingeladen und begleitet von Oxfam. In der Stadt Bor hat sie den Alltag eines Flüchtlingslagers gesehen: Es ist Regenzeit, Menschen müssen durch knietiefen Schlamm waten und versuchen, unter schwierigsten Bedingungen zu überleben. Abwassersysteme und Müllentsorgung funktionieren kaum, Krankheiten breiten sich aus.

Knightley weiter: „Die Menschen, die ich getroffen habe, leiden unter Krieg, Hunger, Krankheiten. Ich habe gesehen, wie Oxfam tagein, tagaus großartige Arbeit leistet, um Zugang zu Nahrung und sauberem Trinkwasser zu sichern, aber die Situation droht, sich zu verschlechtern, die Mittel gehen zur Neige. Ich habe nur einige der vielen tausend Familien getroffen, die täglich verzweifelt versuchen zu überleben. Alleine werden sie das nicht schaffen, sie brauchen unsere Hilfe.“

Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, ergänzt: „Wir sind Keira sehr dankbar, dass sie mit Oxfam diese Reise unternommen hat, um sich einen Eindruck davon zu machen, wie verheerend die Krise in Südsudan sich auf die Menschen vor Ort auswirkt. Dieses Land steht auf der Kippe zur Hungersnot. Es müssen zügig Mittel bereitgestellt werden, um den von Hunger, Krankheit und Gewalt bedrohten Menschen des Südsudans zu helfen.“

Hintergrund:
Seit im Dezember 2013 in Südsudan neue Konflikte ausbrachen, sind über eineinhalb Millionen Menschen geflohen. Die meisten von Ihnen konnten nicht mehr mitnehmen, als die Kleidung, die sie am Leib trugen. Besitz und Vieh mussten sie zurücklassen, ihnen fehlen die Mittel, sich mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen. Ein Drittel der südsudanesischen Bevölkerung, insgesamt fast vier Millionen Menschen, ist unmittelbar von Hungersnot bedroht – in Südsudan spielt sich derzeit die verheerendste Krise Afrikas ab. Die Vereinten Nationen haben deutliche Aufstockungen der internationalen Nothilfe angemahnt und warnen vor dem Hungertod von bis zu 50.000 Kindern.

Bildmaterial von Keira Knightleys Reise in den Südsudan steht unter http://www.oxfam.de/multimedia/keira-knightley-besucht-suedsudan-oxfam bereit.