Die Millenniumsziele – erklärt in zwei Minuten

In Kürze

Mit den Millennium-Entwicklungszielen (Millennium Development Goals, MDGs) hat sich die Weltgemeinschaft auf eine gemeinsame Agenda für die Armuts- und Hungerbekämpfung geeinigt. Diese Ziele sind zum zentralen Referenzrahmen der nationalen und internationalen Entwicklungspolitik geworden.

Die Ziele eins bis sechs enthalten Vorgaben, die in und von den Entwicklungsländern mit Unterstützung der reichen Geberländer umgesetzt werden sollen. Die Ziele sieben und acht nehmen insbesondere die reichen Industrieländer in die Pflicht. Sie müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, damit die Entwicklungsländer ihre Verpflichtungen aus der Millenniumserklärung umzusetzen können. Im Besonderen geht es hier darum, dass die Geber aus den reichen Ländern die Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit erhöhen, um die armen Länder bei ihren Bemühungen zu unterstützen. Zudem sind Handels- und Schuldenerleichterungen vorgesehen. Die Staatengemeinschaft hat eine regelmäßige Überprüfung für die Umsetzung der Ziele vereinbart.

Rund fünf Jahre vor Ablauf des vereinbarten Zeitrahmens wird allerdings immer klarer, dass die Ziele nicht erreicht werden können. Die Regierungen armer wie reicher Länder müssen ihre Anstrengungen deutlich intensivieren. Einerseits stehen die Geberländer in der Pflicht, die Welthandelsregeln gerechter zu gestalten und ihre Mittel für Entwicklungshilfe deutlich zu erhöhen, sich besser zu koordinieren und die Mittel gezielter, d.h. gemäß den Prinzipien der Paris-Deklaration zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit, einzusetzen. Andererseits müssen die Regierungen armer Länder mehr Gelder für zentrale Bereiche der Armutsbekämpfung wie die Entwicklung des ländlichen Raums, Gesundheitsfürsorge und Bildung aufwenden und ihre Regierungsführung verbessern.

2010 wird ein Entscheidungsjahr für die Entwicklungszusammenarbeit: Wenn die reichen Länder ihre Versprechen nicht einhalten, werden 2015 immer noch Millionen Menschen in Hunger und Armut leben und keinen Zugang zu sozialen Grundleistungen wie Bildung und Gesundheitsfürsorge haben.