Das Recht auf Gesundheit

In Kürze

Jeder Mensch hat das Recht auf ein gesundes und langes Leben und auf Zugang zu Gesundheitsfürsorge. In den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern sind viele Menschen jedoch weit von der Realisierung dieses Rechts entfernt.

  • Jedes Jahr sterben in ärmeren Ländern mehr als eine halbe Million Mütter während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihrer Kinder. Fast vier Millionen Neugeborene erleben ihren ersten Geburtstag nicht.
  • Allein in den unterversorgten Ländern fehlen mehr als sieben Millionen Ärztinnen, Ärzte, Krankenpflegekräfte und Hebammen. Und es sind diese Länder, die den Großteil der weltweiten Krankheitslast zu tragen haben. Die WHO sieht in 83 Ländern – das ist nahezu die Hälfte aller Länder weltweit – die Bevölkerung durch einen krisenhaften Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich gefährdet. Ein krisenhafter Mangel besteht bei weniger als 228 Ärzt(inn)en, Pflegekräften und Hebammen auf 100.000 Einwohner/-innen. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 1.500.
  • Liberia, Sierra Leone und Guinea gehören zu den Ländern mit den schlechtesten Gesundheitssystemen der ganzen Welt. Liberia hat mit nicht einmal einem Arzt/einer Ärztin auf 100.000 Menschen die geringste Ärztedichte weltweit und Sierra Leone liegt auf dem drittletzten Platz der WHO-Statistik. Seit Anfang 2014 breitet sich in diesen Ländern das Ebolavirus nahezu ungebremst aus. Wer hätte es auch daran hindern sollen?

Die erste Ansteckung mit Ebola auf europäischem Boden erfolgte im Oktober 2014 in der Madrider Klinik Carlos III – und auch hier ging dem eine Schwächung des Gesundheitssystems voraus. Die ehemalige Vorzeigeklinik war laut Gewerkschaftssprechern nach den Kürzungen im spanischen Gesundheitssystem gar nicht mehr in der Lage, die betreuenden Schwestern den Erfordernissen von Ebola entsprechend einzusetzen.

Das Recht auf Gesundheit muss für jeden Menschen auf der Welt durchgesetzt werden. Dazu müssen die sozialen Ungleichheiten in den Ländern sowie die politischen Ungleichheiten in und zwischen den Ländern abgebaut werden. Die Gesundheitssysteme der Länder des Südens müssen umfassend und langfristig gestärkt werden. Hier stehen die Regierungen der reichen und armen Länder in der Pflicht, ihre finanziellen Mittel massiv zu erhöhen und effizienter einzusetzen. Nur so kann das Menschenrecht auf das erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit für alle Menschen gewährleistet werden.