Finanzkrise und Entwicklung

In Kürze

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat die armen Länder mit voller Wucht getroffen:

  • ihre Einnahmen aus Exporten brechen infolge der geringeren Handelsströme weg,
  • Geldtransfers aus der Diaspora bleiben aus, und
  • die zusehends schwierige Haushaltslage in den reichen Industrieländern kann zu Kürzungen der Entwicklungshilfe führen.

Die Folge: Die Arbeitslosigkeit steigt, und die Einnahmen des Staates gehen zurück, sodass Kürzungen in wichtigen sozialen Bereichen wie Gesundheitsfürsorge und Bildung drohen. Denn die Regierungen armer Länder verfügen nicht über die notwendigen Ressourcen, um mit Konjunktur- bzw. Sozialprogrammen die Auswirkungen der Krise abzufedern. Somit sind insbesondere die ärmsten Bevölkerungsteile zunehmend Hunger und noch größerer Armut ausgesetzt.

Erfolge der Armutsbekämpfung in Gefahr

Die Weltbank schätzt, dass als Folge der Krise rund 90 Millionen mehr Menschen in extreme Armut abrutschen werden, d.h. sie leben von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. In den vergangenen Jahrzehnten erzielte Erfolge in der Armutsbekämpfung drohen damit zunichte gemacht zu werden.

Arme Länder, die am Entstehen der Krise nicht beteiligt waren, benötigen in dieser schwierigen Situation finanzielle Unterstützung. Hier stehen insbesondere die G8 und weitere führende Industrieländer sowie die in der Gruppe der 20 (G20) zusammengefassten wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in der Verantwortung.