Unmittelbar vor dem Beginn der Geberkonferenz "Global Partnership for Education" hat die UNESCO eine Bestandsaufnahme der Bildungsfinanzierung der letzten Jahre veröffentlicht. Die Ergebnisse des Reports, der im Rahmen von "„Education for All Global Monitoring Report" erscheint,“ sind äußerst beunruhigend.

Entwicklungshilfe für Bildung um 10 % gesunken

Die internationale Entwicklungshilfe für Bildung ist seit 2010 um zehn Prozent gesunken und damit wieder auf das Niveau von 2008 gefallen. Im Vergleich dazu sind die Mittel für die internationale Entwicklungszusammenarbeit im gleichen Zeitraum insgesamt nur um ein Prozent gesunken. Das beweist, dass Bildung bei den internationalen Gebern zunehmend an Bedeutung verliert. Damit stehlen sie sich aus der Verantwortung, die sie 2000 auf dem Weltbildungsforum in Dakar eingegangen sind.

Hilfen sinken dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden

Die Hälfte aller Kinder, die keine Schule besuchen, lebt in Afrika südlich der Sahara. Und eben in dieser Region waren zwölf Länder von Kürzungen der internationalen Hilfen für Grundbildung um 10 Millionen USD oder mehr betroffen. In Indien und Pakistan, zwei der fünf Länder mit den meisten out-of-school children, gingen die Hilfen zwischen 2010 und 2012 am stärksten – zurück. Indien bekam 278 Millionen USD weniger, die Mittel für Pakisten wurden um 60 Millionen USD beschnitten. –Gerade in Ländern mit niedrigem Einkommen stellt internationale Bildungszusammenarbeit jedoch einen Eckpfeiler der nationalen Bildungsetats dar. In manchen Staaten umfassen die Hilfen ein Viertel der öffentlichen Bildungsausgaben.

Bildung in krisenbetroffenen Ländern massiv vernachlässigt

Auch bei der kurzfristigen Entwicklungshilfe für krisen- und konfliktbetroffene Länder wird Bildung vernachlässigt: Ihr ist nicht nur der geringste Anteil der Hilfsaufrufe gewidmet, sondern – z.B. gegenüber dem Ernährungs- und Gesundheitssektor auch der geringste Anteil an zugesagten Mitteln (zum Vergleich: Ernährung 86%, Gesundheit 57%, Bildung 40%)

Zukunft der globalen Bildungshilfe besorgniserregend

Die OECD erwartet ab 2014 eine Stagnation der Zuwendungen. Für die die ärmsten Länder v.a. in Afrika südlich der Sahara wird sogar ein Rückgang von 500 Millionen USD befürchtet. Eine Rückbesinnung auf die essentielle Bedeutung einer angemessenen Bildungsfinanzierung ist daher für die Erreichung der globalen Bildungsziele nach 2015 unerlässlich.