Die Not steigt enorm, doch die Hilfe reicht nicht aus. Die von Geberregierungen in Kuwait angekündigten Mittel für Nothilfe müssen noch deutlich erhöht werden.

Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der auf Hilfe angewiesenen Menschen in Syrien auf über neun Millionen verdoppelt. Die Zahl der Flüchtlinge in den Nachbarländern hat sich sogar auf über zwei Millionen verdreifacht. Internationale Regierungsvertreter haben am 15. Januar bei einer Geberkonferenz in Kuwait insgesamt rund 2,4 Milliarden US-Dollar für die Syrien-Nothilfe im Jahr 2014 angekündigt (Deutschland: 110 Millionen US-Dollar).

Die Vereinten Nationen haben erst kürzlich mit 6,5 Milliarden US-Dollar für Syrien den größten humanitären Aufruf ihrer Geschichte gestartet. Mit den jetzt in Kuwait zugesagten Mitteln wäre etwas mehr als ein Drittel davon abgedeckt. Angesichts der dramatisch steigenden Not in Syrien und in der von der Krise betroffenen Region ist dies jedoch nach wie vor zu wenig und auch Deutschland bleibt weiter gefordert.

Einer Oxfam-Untersuchung zufolge haben einige Geberstaaten, darunter auch Deutschland, in den vergangenen zwei Jahren großzügig Mittel für Not leidende Menschen in Syrien und in der Region zur Verfügung gestellt. Andere Länder waren Oxfam zufolge in den vergangenen beiden Jahren deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben, darunter Frankreich, Japan, Südkorea und Russland.

Nachbarländer unter Druck

Jordanien, Libanon und die Türkei haben einen Großteil der syrischen Flüchtlinge aufgenommen. Wirtschaft und Gesellschaft vor allem in Jordanien und Libanon sind dadurch enormen Belastungen ausgesetzt. Diese Länder muss die Staatengemeinschaft stärker als bisher bei der Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge unterstützen. Dabei sollten neben der Leistung unmittelbarer Nothilfe vermehrt soziale Grunddienste wie Gesundheitsfürsorge und Bildung aufgebaut werden, die auch der einheimischen Bevölkerung zugutekommen.

Von Kuwait nach Genf

Die ausreichende Finanzierung der humanitären Hilfe wäre auch ein wichtiger Beitrag zur Ausarbeitung einer politischen Lösung des bewaffneten Konflikts in Syrien. Schon kommende Woche werden sich viele der jetzt in Kuwait versammelten internationalen Politiker/innen bei den Vereinten Nationen in Genf wieder treffen, um über einen neuen Friedensprozess für Syrien zu beraten.

Oxfam fordert die Verantwortlichen auf, bei diesen Gesprächen nicht nur syrische Kriegsparteien an den Verhandlungstisch zu holen, sondern auch Vertreter/innen der syrischen Zivilgesellschaft eine Stimme zu geben. Es ist wichtig, dass auch die gehört werden, die am meisten unter dem Bürgerkrieg zu leiden haben – besonders Frauen, Flüchtlinge und andere Opfergruppen.

Oxfam-Forderungen zur Syrien-Konferenz in Kuwait (einschließlich einer Übersicht bisheriger Leistungen von Geberstaaten – Stand: 14.1.2014)