Demonstranten weisen „Spekulanten in die Schranken!“

In Frankfurt am Main haben Hunderte Menschen gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln demonstriert. Sie zogen ein insgesamt 5 Kilometer langes Absperrband in mehreren Stücken durch das Bankenviertel und wiesen damit „Spekulanten in die Schranken!“.
Demonstranten halten ein Absperrband mit „Spekulanten in die Schranken“
Die Demonstranten forderten: „Welternährung sichern – Spekulanten in die Schranken!“ und „Nahrung ist ein Menschenrecht!“.
Mit Essen spielt man nicht – Nahrung ist ein Menschenrecht!
Sprechchöre in Frankfurt

Über 50.000 Menschen hatten in den vergangenen Monaten gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln unterschrieben – und mit jeder Unterschrift das Absperrband um 10 Zentimeter verlängert. Maßlose Spekulation mit Grundnahrungsmitteln wie Mais und Weizen trägt zu extremen Preissprüngen bei und verschärft so Hunger und Armut.

Mit dem Traktor zur Börse

Demonstranten halten ein Absperrband mit „Spekulanten in die Schranken“
Die Kundgebung begann vor den Zwillingstürmen der Deutschen Bank.
Die Kundgebung begann vor den Zwillingstürmen der Deutschen Bank. Mit einem Traktor an der Spitze setzte sich der Demozug dann zur Frankfurter Börse in Bewegung. „Mit Essen spielt man nicht – Nahrung ist ein Menschenrecht!“, riefen die Demonstranten und forderten den Ausstieg von Allianz und Deutscher Bank aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln. Bei der Abschlusskundgebung vor der Zentrale der Allianz Global Investors Europe überreichte eine Delegation die gemeinsamen Forderungen an einen Allianz-Vertreter.

Allianz und Deutsche Bank spekulieren ungeniert weiter

Allianz und Deutsche Bank sind die größten Profiteure der Spekulationsgeschäfte mit Grundnahrungsmitteln. „Mit mehr als 6,2 Milliarden Euro Anlagevolumen ist die Allianz der größte Nahrungsmittelspekulant in Deutschland. Allein im letzten Jahr hat sie daran mindestens 62 Millionen Euro verdient. Obwohl andere Banken diese Hunger-Geschäfte gestoppt haben, machen Allianz und Deutsche Bank ungeniert weiter“, sagt Oxfams Handelsexperte David Hachfeld.

Umso wichtiger sind strikte gesetzliche Regulierungen. Oxfam setzt sich für eine klare und transparente Regulierung der Finanzmärkte auf EU-Ebene ein. Die europäische Reform der Finanz- und Rohstoffmärkte soll bis Ende des Jahres verhandelt werden.

Die Demonstration wurde von Oxfam im Bündnis mit Attac, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Campact, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, medico, Misereor und WEED organisiert.

Wir sagen „Danke“ an alle Teilnehmer/innen und Unterstützer/innen für ihren Einsatz! Zahlreiche Ehrenamtliche waren unter anderem aus den Oxfam Shops im Raum Frankfurt gekommen.

Fotogalerie: Demo gegen Nahrungsmittelspekulation in Frankfurt

Themen

Nahrungsmittelspekulation

Maßlose Spekulationen mit Agrarrohstoffen sind für die starken Preissprünge der letzten Jahre mitverantwortlich und tragen so zu globalen Nahrungsmittelkrisen bei.

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